Jogis Kaderfragen So könnte die DFB-Elf bei der Euro 2020 aussehen

Fixpunkte: Werner, Ginter und Gnabry (v.l.) dürften bei der EM dabei sein, Koch (r.) eher nicht. Foto: sampics/Augenklick

Mit dem 4:0 gegen die Weißrussen ist das DFB-Team für die EURO qualifiziert. Nun muss der Bundestrainer sein EM-Team finden.

 

München - Eine Ehrenrunde! Wann hat es das zuletzt gegeben bei der deutschen Nationalelf? Gab ja auch wenig zu feiern. Vorrunden-Aus bei der WM, Abstieg aus der Nations League – nun aber die vorzeitige Qualifikation für die EM 2020. "Celebration" ertönte nach Abpfiff im Mönchengladbacher "Borussia Park", der Hit von "Kool and the Gang".

Der Samstagabend lief dem DFB-Team so richtig rein. Selbst bezwang man nach zäher erster Halbzeit letztlich souverän Weißrussland mit 4:0. Durch das 0:0 der Nordiren gegen die Niederlande kletterte Deutschland auf Rang eins der Quali-Gruppe. Joshua Kimmich gab zu: "Wir haben nicht ausgelassen gefeiert."

Qualifikation geschafft, doch wer spielt nun bei der Euro 2020?

Mit seiner verjüngten Mannschaft geht Bundestrainer Joachim Löw in sein siebtes Turnier. Ihm und den Anführern um Kapitän Manuel Neuer und Spielmacher Toni Kroos, gemeinsam 2014 Weltmeister, fehlt noch der EM-Titel in der Trophäensammlung. "Wir sind auf einem ordentlichen Weg, zählen aktuell aber nicht zu den EM-Favoriten", erklärte Kroos nach dem 4:0, zu dem er zwei überragende Tore beigesteuert hatte. Daneben trafen Matthias Ginter, allerdings aus Abseitsposition, und Bayern-Profi Leon Goretzka vor der enttäuschenden Kulisse von nur 33.164 Fans in Gladbach.

Wer kann sich Hoffnungen machen, in Löws 23-Mann-Kader im Sommer 2020 zu stehen?

Eine Übersicht nach Mannschaftsteilen:

Die Torhüter

Manuel Neuer ist nach dem Dekret von Löw die unumstrittene Nummer 1. Sein Rivale und Stellvertreter Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona bekommt das Dienstagsspiel gegen Nordirland und damit ein wenig Matchpraxis im DFB-Trikot. Dritter Torhüter? Eher Bernd Leno (FC Arsenal) als Frankfurts Kevin Trapp.

Die Abwehrspieler

In die Rolle von Abwehrchef Niklas Süle (Kreuzbandriss) könnte Gladbachs Ginter drängen, der gegen Weißrussland das 1:0 erzielte. Sein erster Länderspieltreffer im 29. Match. Antonio Rüdiger vom FC Chelsea kämpft mit Verletzungen, ist innen jedoch gesetzt. Auch gute Aussichten: Die Leipziger Außenverteidiger-Zange Lukas Klostermann und Marcel Halstenberg, dazu Linksverteidiger Nico Schulz vom BVB. Auf wackligen Beinen steht die EM-Teilnahme von Jonathan Tah, Thilo Kehrer, Robin Koch und Niklas Stark, der als DFB-Pechvogel noch auf sein Debüt wartet. Ohne Chance: Linksverteidiger Jonas Hector (1. FC Köln) sowie Mats Hummels, den Löw vor dem Turnier 2020 nur dann nominieren würde, wenn eine Abwehrspieler-Epidemie ausbräche.

Das Mittelfeld

Kimmich ist Löws uneingeschränkter Fixpunkt als Sechser, Kroos ist der Spielmacher. Im 4-3-3-System von Löw ist dann noch ein Platz im Zentrum frei. Um den streiten sich Ilkay Gündogan (ManCity) und Leverkusens Kai Havertz, ebenfalls sicher mit an Bord: Goretzka. Schalkes Suat Serdar und Nadiem Amiri (Leverkusen), die im Oktober ihr Debüt gaben, haben kaum Chancen. Als Kader-Auffüller kommen Emre Can und/oder Sebastian Rudy infrage, sehr zuverlässige "Handwerker".

Die Angreifer

Marco Reus hat eine Leaderrolle, der BVB-Kapitän ist ein wichtiger Ansprechpartner von Löw. Julian Brandt hat an Ansehen und Qualität gewonnen. Über Bayerns Serge Gnabry, der flexibelste aller Stürmer, sagt Löw: "Bei mir spielt der Serge immer!" Stammplatzgarantie. Fraglich, wie fit Leroy Sané nach seinem Kreuzbandriss Anfang August wird. Dagegen scheint Julian Draxler (PSG) ganz raus. Timo Werner, erfolgreichster deutscher Liga-Torschütze, kommt lieber über den linken Flügel, kann aber auch vorne drin agieren. Angesichts dieser Konkurrenz dürfte Luca Waldschmidt, der sich zudem schwer verletzt hat die EM wohl nur im TV verfolgen.

 

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