Jetzt erst recht nach München? Callum Hudson-Odoi: Das bedeutet seine Verletzung für den FC Bayern

Callum Hudson-Odoi zog sich in der ersten Halbzeit der Partie gegen Burnley einen Riss der Achillessehne zu. Foto: Adam Davy/PA Wire/dpa

Chelseas Supertalent Hudson-Odoi reißt sich die Achillessehne – und fällt mindestens ein halbes Jahr aus. Das könnte den Bayern beim Werben um ihren Wunschspieler sogar in die Karten spielen.

 

München - Callum Hudson-Odoi versuchte gar nicht erst zu verbergen, wie sehr ihn diese Nachricht geschockt hatte. "Ich bin völlig fertig, dass ich meine Saison auf diese Weise beende", schrieb der 18-Jährige am Montagabend bei Twitter.

Kurz zuvor hatte sich der Flügelspieler beim 2:2 mit dem FC Chelsea gegen Burnley schwer verletzt. Mit einem Riss der Achillessehne fällt er nun wohl mindestens ein halbes Jahr aus. Ein bitterer Rückschlag für das britische Toptalent, das zuletzt einen kometenhaften Aufstieg und erst im März sein Nationalelfdebüt erlebt hatte. "Ich muss hart arbeiten, um in der nächsten Spielzeit stärker zurückzukommen", sagte Hudson-Odoi.

FC Bayern bemühte sich intensiv 

Doch wann und vor allem wo er das tun wird, ist offener denn je. Der FC Bayern hatte sich schon in der Winterpause intensiv um ihn bemüht und seinem Heimatverein Chelsea über 40 Millionen Euro als Ablösesumme geboten. Weil sich Sportdirektor Hasan Salihamidzic, wie Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bei Sky sagte, "von der Qualität her fast schon in diesen Spieler verliebt" hatte.

"Er ist ein sehr interessanter Spieler, den wir unbedingt verpflichten wollen", schwärmte Brazzo: "Er hat Qualitäten, die zu unserem Spiel passen. Er ist dribbelstark, trickreich, hat guten Zug zum Tor und ist ein junger Spieler, der großes Potenzial besitzt, sich noch weiterzuentwickeln. Hudson-Odoi ist ein Spieler, der uns gut zu Gesicht stehen wird."

Doch Chelsea blieb bislang bei seinem Nein – obwohl Hudson-Odois Vertrag im Sommer 2020 ausläuft und nur noch in diesem Jahr eine Ablöse für ihn erzielt werden kann. "Ich kann nicht sagen, ob er einen neuen Vertrag unterschreiben wird, aber er wird in jedem Fall hier bei uns bleiben", sagte Maurizio Sarri erst kürzlich. Der Chelsea-Coach setzt allerdings erst auf Hudson-Odoi, seitdem die Avancen der Münchner im Winter öffentlich geworden waren.

Knifflig: Transfersperre des FC Chelsea

Insgesamt kam der Außenspieler in dieser Saison in zehn Spielen in der Premier League (eine Vorlage) sowie neunmal in der Europa League (vier Tore, zwei Vorlagen) zum Einsatz. Die Transfersperre, die Chelsea für die kommenden beiden Wechselperioden von der Fifa auferlegt bekommen hat, erschwert die Verhandlungen zusätzlich.

Die schlimme Verletzung könnte den Bayern nun aber sogar in die Karten spielen. Denn Chelsea kann frühestens ab November, vielleicht erst Anfang 2020 wieder mit Hudson-Odoi planen – ein halbes Jahr, bevor sein Vertrag ausläuft.

FC Bayern: Auch Hernández verletzt verpflichtet

Ob es sich dafür lohnt, auf eine Millionenablöse zu verzichten? Die Münchner haben dagegen bei ihrem 80-Millionen-Euro-Rekordtransfer von Lucas Hernández (Innenbandverletzung am Knie) bereits bewiesen, dass sie auch im Falle einer schweren Verletzung nicht von einem Spieler abrücken, von dem sie einmal überzeugt sind.

Freilich gibt es auch andere Kandidaten, wie zum Beispiel Nicolas Pépé vom OSC Lille. Aber Hudson-Odoi ist es, den sie beim FC Bayern als Nachfolger von Arjen Robben (35) und Franck Ribéry (36), die den Verein am Saisonende verlassen werden, vorgesehen haben.

In dieser Rolle gefällt Serge Gnabry bereits jetzt. "Wir dachten, na ja, den holen wir jetzt einmal zurück, und dann schauen wir, ob er hin und wieder spielt", sagte Präsident Uli Hoeneß dem "Kicker": "Jetzt ist er Stammspieler, er macht sehr viel Spaß und ist die größte Überraschung in dieser Saison, und zwar in positiver Hinsicht." Gnabry verschafft den Bayern damit Zeit. Vielleicht ja genug, um auf Hudson-Odoi zu warten.

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