Internationalen Wochen gegen Rassismus OB Dieter Reiter warnt vor Alltags-Rassismus

Oberbürgermeister Dieter Reiter. Foto: Michael Nagy

OB Dieter Reiter warnt zum Auftakt der "Internationalen Wochen gegen Rassismus" vor Alltags-Rassismus.

 

München - Seit Montag laufen die "Internationalen Wochen gegen Rassismus". Bis zum 24. März werden in diesem Rahmen bundesweit mehr als 1.750 Veranstaltungen stattfinden – 120 davon alleine in München. Und das ist kein Zufall.

Die Stiftung gegen Rassismus, die die Themenwochen organisiert, hat München als Hauptveranstaltungsort ausgewählt, weil die Stadtgesellschaft hier in den vergangenen Jahren ein vorbildliches Engagement gezeigt habe, so Stiftungs-Chef Jürgen Micksch gestern bei der Auftaktveranstaltung.

München zeigte Deutschland 2015 als liberales und weltoffenes Land

Vor allem im Flüchtlingssommer 2015, als am Hauptbahnhof in gut zwei Wochen fast 100.000 Menschen ankamen, hätten die Münchner großes Herz gezeigt, so Micksch. Aus der bayerischen Landeshauptstadt seien damals die Bilder in die Welt gegangen, die die Wahrnehmung Deutschlands als liberales und weltoffenes Land geprägt hätten.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) freut sich über eine derartige Wertschätzung. "Wir sind immer stark in München, wenn es darum geht, sich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu stellen", sagte er.

Der OB erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die Lichterkette 1992 oder an die Demo gegen Hetze im vergangenen Jahr mit ihren fast 30.000 Teilnehmern. Das sei ein "herausragendes Signal" gewesen, so der OB. "Und wir werden stolz und mutig auch weiter zeigen, dass wir eine tolerante und weltoffene Stadt sind."

OB Dieter Reiter findet jüngste Entwicklungen alarmierend

Zum Auftakt der Anti-Rassismus-Wochen war gestern auch Muhterem Aras nach München gekommen, die Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg. Die 53-Jährige erinnerte daran, wie wichtig es ist, auch kleinen Alltags-Rassismen konsequent entgegenzutreten. "Die NS-Zeit hat auch nicht mit Auschwitz angefangen", so Aras, "sondern mit Ausgrenzung und Diskriminierung".

Auch Oberbürgermeister Reiter findet die jüngsten Entwicklungen alarmierend. Der Aufstieg der AfD, der wieder zunehmende Antisemitismus – ohnehin: dieses ganze Stammtisch-Geschwätz von wegen "das wird man doch noch sagen dürfen". Da müsse man einschreiten, so der OB. "Das sind die Anfänge, bei denen man aufpassen muss."

Bei den Anti-Rassismus-Wochen soll nun ein Kontrapunkt gesetzt werden. Es wird Vorträge und Workshops geben, aber auch internationale Kochkurse und Poetry-Slams. Man wolle Rassismus vor allem durch gegenseitige Begegnungen abbauen, so Veranstalter Jürgen Micksch.

Mehr antisemitische Straftaten in Bayern

In Bayern sind im vergangenen Jahr deutlich mehr antisemitisch motivierte Straftaten registriert worden. Das berichtet der Bayerische Rundfunk, dem Zahlen des Innenministeriums vorliegen. Insgesamt haben die Behörden 2019 219 dieser Straftaten verfolgt – knapp 50 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Dunkelziffer liegt laut Experten sogar deutlich höher. Ein Großteil der Taten wird dem rechten politischen Spektrum zugeordnet.


Veranstaltungen zu den "Internationalen Wochen gegen Rassismus"

  • Rassismus im Alltag: Austausch und Diskussion mit Münchner*innen und dem Beratungsdienst der AWO. Mittwoch, 13. März 2019, 16 - 18 Uhr Alten- und Servicezentrum Obergiesing, Werinherstr. 71 Eintritt frei, Anmeldung unter 089/690616

  • Jo Wá - Zusammen? Leben! Musik-Theaterprojekt mit John A. Olugbenga und Stephan Lanius. Donnerstag, 14. März 2019, 19 Uhr Münchner Stadtbibliothek Giesing, Deisenhofener Str. 20 Eintritt frei, Kartenreservierung unter 089/18931290

  • Ausstellung "Migration bewegt die Stadt": Museumsführung von Karolina Novinscak-Kölker über Migrationsgeschichte. Sonntag, 17. März 2019, 15 Uhr Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1 Tagesticket 4 Euro (ermäßigt 2 Euro); Führung 3 Euro

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