Im Flirtmodus mit Ex-Trainer FC Bayern: Was Bayerns Werben um Guardiola für ten Hag bedeutet

, aktualisiert am 18.11.2019 - 06:23 Uhr
Hatten drei titelreiche Jahre zusammen beim FC Bayern: Ex-Trainer Pep Guardiola (l.) und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Foto: sampics/Augenklick

Der FC Bayern träumt von einer Rückkehr des Erfolgstrainers Pep Guardiola. Hoeneß schweigt, Hainer schwärmt: "Wir wollen den Besten haben." Was das für Ajax-Coach Erik ten Hag bedeutet.

 

München - Der Job als Trainer beim FC Bayern ist der attraktivste, aber zugleich auch der gefährlichste in der Bundesliga. Erst recht, wenn man von Beginn an umstritten ist – oder anders ausgedrückt: nicht erste Wahl.

Niko Kovac hat diese Erfahrung machen müssen. Ex-Präsident Uli Hoeneß wollte 2018 Jupp Heynckes zum Weitermachen überreden, Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge favorisierte Thomas Tuchel als neuen Coach. Am Ende hieß der Kompromiss Kovac. Und das Ende ist bekannt.

Hoeneß will sich bei Trainersuche raushalten

Läuft es bei der Suche nach einem Trainer für den Sommer 2020 anders? Läuft es besser? Eine Neuerung scheint es jedenfalls zu geben. Hoeneß, inzwischen nur noch einfaches Mitglied im Aufsichtsrat, möchte sich mehr zurückhalten als in der Vergangenheit. Als ihn die AZ nach der Jahreshauptversammlung mit dem Wunsch eines Fans konfrontierte, Pep Guardiola doch bitte zurückzuholen, reagierte Hoeneß ausweichend. "Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Frage vor drei Tagen vielleicht noch beantwortet hätte. Jetzt werde ich sie überhaupt nicht beantworten, weil ich mich in dieser Position nicht autorisiert fühle, solche Gedanken zu artikulieren", sagte der neue Ehrenpräsident. Und weiter: "Da wird dann sehr oft eine Tür für ein gegenseitiges Ausspielen aufgemacht: Hoeneß gegen den Vorstand. Das werde ich auf keinen Fall machen."

Dass Hoeneß Guardiola aber sehr schätzt und weiter ein gutes Verhältnis zu ihm pflegt, ist kein Geheimnis. Auch Rummenigge und der neue Präsident Herbert Hainer gelten als große Anhänger des Katalanen.

Hainer: "Werden versuchen, den besten Trainer zu bekommen"

Der Vorstand kümmere sich bald um die Trainersuche, erklärte Hainer, und er werde "versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen den besten Trainer für den FC Bayern zu bekommen". Der Hoeneß-Nachfolger ergänzte: "Wenn ich sage: Den Besten, dann heißt es einerseits, wen wir gerne haben wollen, auf der anderen Seite muss der auch verfügbar sein. Pep Guardiola ist ein super Trainer, aber er hat bei Manchester City Vertrag. Warten wir ab, bis der Vorstand auf uns zukommt. Dann befassen wir uns mit allen Alternativen. Aber prinzipiell wollen wir den besten Trainer bei Bayern München haben."

Zurückhaltend klang das ganz und gar nicht. Vielmehr befinden sich die Bayern im Flirtmodus mit Guardiola. "Ich habe ihm viel zu verdanken. Er hat mich als Zweitligaspieler in der Champions League und Bundesliga spielen lassen", sagte Joshua Kimmich: "Wir haben das Double geholt, danach bin ich Nationalspieler geworden. Deshalb würde ich mich natürlich nicht dagegen wehren."

Was bedeutet der Guardiola-Flirt für ten Hag?

Mittlerweile sind Namen von Trainern durchgesickert, die für den Job ab Sommer in Frage kommen. Hansi Flick bleibt bis Winter Chefcoach, er hat gute Chancen, bis Saisonende weiterzumachen.

Dann könnte erneut Tuchel für Bayern interessant werden. Noch weiter oben in der Liste steht aber Guardiola. Seit einiger Zeit halten sich Gerüchte, der frühere Münchner Trainer wolle England verlassen. Guardiolas Familie ist zurück nach Spanien gezogen, mit ManCity blieb der große Triumph in der Champions League bislang aus. Angeblich hat der Coach die Option, vorzeitig aus seinem Vertrag bei City (läuft bis 2021) auszusteigen. Für Bayern?

Ähnlich heiß wie Guardiola wird weiter Ajax-Trainer Erik ten Hag gehandelt. Der Niederländer, einst bei den Bayern-Amateuren beschäftigt, steht wie Guardiola für offensiven Ballbesitzfußball – und hat sein Interesse am Job in München bereits signalisiert.

Doch ten Hag wird natürlich genau beobachten, wie der öffentliche Flirt mit Guardiola weitergeht. Als zweite oder dritte Wahl zum FC Bayern zu wechseln, ist aus Trainersicht keine gute Idee.

Lesen Sie auch: Warum Hoeneß auch jetzt nicht leise sein kann

 

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