Homo- und Transfeindlichkeit Politiker fordern mehr Schutz für LGBTIQ*

, aktualisiert am 27.02.2020 - 18:17 Uhr
Eine Regenbogenfahne weht vor den Türmen der Frauenkirche während des CSD 2019. Foto: dpa

SPD, Grüne und FDP wollen Homo- und Transsexuelle besser schützen. Ihre konkreten Forderungen äußerten sie am Donnerstag in München.

 

München - Mehr Beratungsangebote, spezialisierte Alten- und Gesundheitspflege, mehr Sensibilität in Schulen, historische Aufarbeitung des erlittenen Unrechts: Mit einem Bündel von Maßnahmen wollen SPD, Grüne und FDP die Lebenssituation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Interpersonen und anderen (LGBTIQ*, der Stern steht für andere) in Bayern verbessern.

"Homo- und Transfeindlichkeit existiert auch in Bayern", sagte die queerpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Tessa Ganserer, am Donnerstag in München. Die Situation für queere Menschen müsse sich endlich ändern. "Hier haben wir einigen Verbesserungsbedarf, ganz konkret in den Bereichen Sicherheit und in den ländlichen Beratungsstrukturen für queere Menschen."

Ganserer sagte: "Wir brauchen spezialisierte Ansprechstellen und geschulte Ansprechpersonen bei der bayerischen Polizei und den Generalstaatsanwaltschaften. Zudem gibt es in Bayern ein eklatantes Gefälle in der Beratungsinfrastruktur zwischen Stadt und Land. Es darf einfach nicht sein, dass es für queere Menschen auf dem Land keine passenden Angebote gibt." So warteten Inter- und transgeschlechtliche Personen "teilweise über ein Jahr auf einen Beratungs- oder Behandlungstermin."

Pflege Homosexueller in Berlin und Hessen besser geregelt

Alle drei Fraktionen kritisierten, dass Bayern das einzige Bundesland sei, das bisher keinen Aktionsplan für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt habe. Erst in der vergangenen Woche hatte der Lesben- und Schwulenverband die Staatsregierung zum besseren Schutz von LGBTIQ aufgefordert und einen entsprechenden Antrag mit mehr als 2.000 Unterschriften übergeben. Bereits im vergangenen November hatten dies auch Experten bei einer Anhörung im Landtag beklagt.

Einer der Punkte ist die Pflege älterer Homosexueller. So soll die Lebenssituation dieser Personengruppe in das neue Curriculum für die Pflegeberufe aufgenommen werden. Doris Rauscher, queerpolitische Sprecherin der SPD, ließ dazu mitteilen: "Notwendig sind diese Regelungen, weil insbesondere alte schwule Männer unter der Kriminalisierung durch den Paragraf 175 zu leiden hatten. Wir müssen vermeiden, dass Betroffene in den Heimen retraumatisiert werden, wenn sie mit homophoben Altersgenossen konfrontiert sind. Entsprechende Regelungen gibt es bereits in Hessen und in Berlin."

Weitere Verbesserungen seien außerdem nötig bei der Gesundheitsversorgung von transgeschlechtlichen Personen und im Bereich der Schulbildung. Hier soll mehr auf das Thema sexuelle Orientierung eingegangen werden. "Die Vielfalt der heutigen Gesellschaft muss sich auch in den Schulen widerspiegeln", findet der queerpolitische Sprecher der FDP, Sebastian Körber.

 

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