Halbfinale in Champions League "Wahnsinn" - Bayern vor den Festspielen gegen Real

Der "Wahnsinn" 2012: Franck Ribéry und Bastian Schweinsteiger jubeln: Der FC Bayern setzte sich im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid durch. Foto: Rauchensteiner/augenklick

Real Madrid – mehr Spektakel geht nicht! Vom Halbfinal-Los wollen sich die Bayern nicht schrecken lassen, Lahm und Co. zeigen demonstrativ pure Vorfreude. Nationaltorhüter Neuer erinnert an den „Wahnsinn“ von 2012.

 

München Wieder Real Madrid! Der FC Bayern freut sich im Halbfinale der Champions League auf zwei weitere große Fußballfeste gegen die Königlichen. Unter keinen Umständen will sich der alte und neue deutsche Meister von den schon gegen Borussia Dortmund bedenklich wankenden Spaniern vom Weg zur historischen Titelverteidigung abbringen lassen.

„Wer im Halbfinale steht, hat nur ein Ziel: Das Finale zu erreichen. Das wollen wir mit aller Macht“, kündigte Kapitän Philipp Lahm am Freitag kämpferisch an. „Es wartet eine harte Aufgabe auf uns, die wollen wir lösen. Wichtig ist, dass wir nach Lissabon kommen“, ergänzte Nationaltorhüter Manuel Neuer voller Vorfreude. „Das wird ein spannendes Ding“, meinte Mario Götze.

Den zweiten Teilnehmer am großen Finale am 24. Mai in Lissabon ermitteln Atlético Madrid und der FC Chelsea.

„Ein tolles Los!“, frohlockte auch Thomas Müller nach der am Freitag von den Münchner Profis gemeinsam auf dem Vereinsgelände verfolgten Auslosung. „Es treffen zwei der offensivstärksten Mannschaften der Welt aufeinander. Es werden zwei großartige Spiele“, prophezeite Franck Ribéry, Europas Fußballer des Jahres 2013, vor seinem ganz persönlichen Star-Duell mit dem amtierenden Weltfußballer Ronaldo.

Das erste programmierte Offensiv-Spektakel findet am 23. April im Bernabeu-Stadion in Madrid statt. Das entscheidende Rückspiel steigt nur sechs Tage später in München. Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge sieht in dieser Konstellation einen kleinen Vorteil in dem von ihm erwarteten „Fifty-fifty“-Vergleich mit dem spanischen Rekordmeister: „Zuhause kannst Du noch was zulegen, weil das Publikum Dich pusht.“ Dortmund hätte im Viertelfinale mit seinem 2:0-Heimsieg sogar fast das 0:3-Desaster von Madrid ausgebügelt.

Bayern gegen Real – dieses seit Jahrzehnten immer wiederkehrende Kräftemessen weckt viele emotionale Erinnerungen. Ganz frisch sind die an den nur zwei Jahre zurückliegenden Halbfinalerfolg der Bayern auf dem Weg ins verlorene „Finale dahoam“ gegen den FC Chelsea. „Das Rückspiel, als wir in Madrid im Elfmeterschießen weitergekommen sind, war der Wahnsinn“, erinnerte Neuer.

Im Gegensatz zu den kampfstarken Teams von Chelsea und Atlético wird Real Madrid sein Heil gegen den favorisierten Club-Weltmeister garantiert nicht in der Defensive suchen. „Real hat keine Mannschaft, die sich hinten reinstellt, die das Spiel zerstören will“, betonte Rummenigge. Dennoch erwartet Thomas Müller mindestens 180 sehr intensive Spielminuten. „Körperlich wird es zur Sache gehen“, sagte der Nationalspieler voraus.

Gut für die Bayern: Die beim 3:1 gegen Manchester United gesperrten Leistungsträger Bastian Schweinsteiger und Javi Martínez sind wieder dabei. „Für mich ist Real der stärkste Gegner“, warnte der Spanier Martínez.

Nach den Gegnern Schalke und Dortmund muss Real nun auch in der dritten K.o.-Runde gegen einen Bundesligisten antreten. Trainer Carlo Ancelotti erwartet gegen den deutschen Meister „zwei komplizierte Spiele“. Der Italiener muss besonders hoffen, dass sein Superstar Ronaldo seine Oberschenkelverletzung rechtzeitig auskurieren kann. „Der FC Bayern mag der Favorit sein. Aber unser Ziel ist es, den Titel zu gewinnen. Dazu müssen wir uns mit ihnen messen“, erklärte Ancelotti.

Von einem Traumlos sprach in Madrid keiner. „Wir haben die Chance, etwas Historisches zu schaffen“, betonte Rummenigge mit Blick auf die erstmalige Titelverteidigung in der Königsklasse. Zunächst aber soll der Endspiel-Hattrick nach 2012 und 2013 realisiert werden. Sportvorstand Matthias Sammer erwartet „zwei Fußballfeste“. Es kommt zum großen Schaulaufen der Millionen-Stars: Neben Ronaldo kann Real unter anderem den 100-Millionen-Euro-Mann Gareth Bale aufbieten.

Jupp Heynckes, der die Bayern 2013 zum Triple führte, glaubt an seine ehemaligen Spieler: „Der FC Bayern ist immer in der Lage, auswärts ein Tor zu erzielen. Und zu Hause ist man eine Macht“, kommentierte Heynckes.

 

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