Hält die Sechzger-Serie? Der Löwen-Plan gegen die Auswärtsmacht Waldhof Mannheim

Das tat weh: Die Löwen um Sascha Mölders verlieren das Hinspiel bei Waldhof Mannheim mit 0:4. Foto: Rauchensteiner

Der TSV 1860 ist seit neun Spielen unbesiegt, jetzt geht’s am Samstag im Grünwalder gegen Mannheim. Das Team von Bernhard Trares ist auswärts eine Macht – die letzte Pleite datiert von Mai 2018.

 

München - Unbändiger Wille. Pure Leidenschaft. Er war einer dieser Löwen, die für jene Attribute standen, die den TSV 1860 einst so stark machten: Bernhard Trares. All das hat er nun seinem Team als Cheftrainer eingeimpft – und kehrt mit seinen seit fast zwei Jahren auswärts ungeschlagenen Waldhöfern zurück nach Giesing.

"Mannheim ist die stärkste Auswärtsmannschaft der Liga. Sie haben sogar seit Mai 2018 nicht mehr verloren. Das ist sehr beeindruckend", erklärte Löwen-Trainer Michael Köllner am Donnerstag vor dem Duell mit Sechzigs einstigem Aufstiegshelden Trares und Waldhof Mannheim am Samstag (14 Uhr, Magenta Sport und im AZ-Liveticker).

Der 54-jährige Gästetrainer gilt als einer der Prototypen des Löwen-Kämpfers der jüngeren Vereinshistorie: 1991 zu 1860 gekommen, marschierte Verteidiger Trares damals unter Kult-Trainer Werner Lorant von der Bayern- bis in die Bundesliga, bevor er 1997 von dannen zog. In Mannheim durfte sich Trares auch schon für einen Aufstieg feiern lassen, er führte den SV Waldhof in der vergangenen Saison aus den Niederungen der Regionalliga in die Dritte Liga – und auch dank der anhaltenden Auswärts-Serie bis auf Rang vier.

"Jede Serie endet irgendwann" - für Mannheim oder Sechzig?

In elf Spielen in der Fremde in dieser Saison holte Mannheim sechs Siege und fünf Remis. Auf der Niederlagen-Seite steht die Null. Köllner über Trares: "Er ist der Baumeister." Für 1860 geht’s am Samstag um zweierlei: Die Köllner-Löwen wollen erst einmal die eigene, vergleichsweise winzig wirkende Serie aufrechterhalten und den Zehnerpack vollmachen. "Wir wissen, was wir können, und werden versuchen, Waldhof in Schach zu halten und unsere Serie auszubauen", sagte der Coach. Zweitens: Köllner, auf dessen Kappe sieben der neun pleitenlosen Duelle gehen, würde dem starken Konkurrenten in der Festung Grünwalder (fünf Siege, vier Remis, eine Pleite) nur zu gerne eine dieser kaum mehr gekannten Niederlagen beibringen.

"Jede Serie wird irgendwann enden", so seine Prophezeiung über den Moment, der am Samstag nicht für Sechzig, sondern vielmehr für Mannheim gelten soll. Der Job, den Köllner und seine Mannen vollbringen wollen: Mannheims Serientäter stoppen!

Köllner lud die Meisterlöwen ins Löwenstüberl ein

Doch was macht die Waldhöfer und Trares, der nach seiner Spielerkarriere als Co-Trainer unter Reiner Maurer und Walter "Schoko" Schachner an der Grünwalder Straße wirkte (2004-2006), gerade in den fremden Spielstätten so stark? "Es handelt sich um einen Traditionsverein, der in der Regionalliga sehr nahe dran war, dass der Klub komplett verschwindet", weiß Köllner und leitet von den auch bei Sechzig bekannten Existenzängsten ab: "Vielleicht kommen sie deswegen gut mit dem Druck klar."

Auf der Suche danach, wie Köllner die Sechziger ganzheitlich besser machen kann, lud der 50-Jährige unter der Woche ein Meisterlöwen-Quintett ins Löwenstüberl ein: "Als Cheftrainer ist es mir wichtig, nicht nur die Gegenwart und die Zukunft im Blick zu haben. Ich wollte hören: Was hat den Verein in der Vergangenheit stark gemacht?", erklärte der Oberpfälzer über sein Treffen mit Peter Grosser, Bernd Patzke, Bubi Bründl, Hans Reich und Hansi Rebele, die 1860 einst geprägt hätten.

"Mich freut es, dass sich die Meisterlöwen immer noch mit Sechzig beschäftigen und sich an unserem offensiven Spiel erfreuen", sagte Köllner. Selbstverständlich sei dabei, was auch der Übungsleiter selbst wolle: 1860 wieder in der Zweiten Liga sehen. Wenngleich Köllner einmal mehr auswich, was die Aufstiegshoffnungen in der laufenden Spielzeit anbelangt: Ein Sieg gegen Trares und die Serientäter kann den Löwen ja nicht schaden.

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