Gemeinschaftsantrag im Stadtrat Altstadtring in München: Rundum Bahn frei für Radler?

Weniger Autos dafür sichere Radwege, das ist der Innenstadt-Plan, der fraktionsübergreifende Zustimmung findet. Foto: Frank Leonhardt/dpa

Grüne, ÖDP und Linke fordern durchgehende Fahrradwege in der Altstadt. Dafür sollen Autospuren und Parkplätze wegfallen.

 

München -Mit dem Radl auf dem Altstadtring zu fahren kostet Nerven und ist stellenweise auch wirklich gefährlich. Da enden Radlspuren im Nichts (Isartor), Autos parken enge Straßen zu (Blumen-, Frauenstraße), oft steht man im toten Winkel eines Lkw (Brienner Straße) – vom Verkehrslärm, dem Gedrängel mit Fußgängern und der schlechten Luft gar nicht zu reden. Der ADFC ruft schon eine Weile nach einem bequemen Altstadt-Radlring und hat kürzlich ein recht detailliertes Konzept für eine neue Verkehrsführung vorgelegt.

Die Grünen, ÖDP und Linke im Stadtrat legen jetzt mit einem Gemeinschaftsantrag nach: Demnach soll die Stadt „einen lückenlosen Altstadt-Radlring“ einrichten, mit Radlwegen in beiden Richtungen, die mindestens 2,30, in der Regel aber 2,80 Meter breit sind, plus seitlicher Sicherheitsabstände.

Und zwar über Stachus, Lenbachplatz, Maximiliansplatz, Brienner Straße, Odeonsplatz, Ludwig- und Von-der-Tann-Straße, Franz-Joseph-, Karl-Scharnagl- und Thomas-Wimmer-Ring, weiter über Tal/Isartorplatz, Frauen- und Blumenstraße, Sendlinger-Tor-Platz und Sonnenstraße.

Förderung für Radfahrer und Fußgänger soll erhöht werden

Dafür sollen Autospuren und Parkplätze wegfallen, aber keine Gehwege oder Bus- und Tramspuren. „Was nutzen Radschnellwege in die Innenstadt, wenn die Verbindungen von einer Seite zur anderen fehlen?“, heißt es in der Begründung. Ein Altstadt-Radlring würde den Radverkehr bündeln, die radialen Radwege aufnehmen und vor allem: das Radeln sicherer und entspannter machen. Ohnehin sei der Altstadtring inzwischen für Autos „überdimensioniert“, der Verkehr gehe stetig zurück, obwohl in München die Zahl der Autos steigt.

Auch die rot-schwarze GroKo im Rathaus will mehr investieren für Radler und Fußgänger: Sie beantragt, ab 2020 die „Nahmobilitätspauschale“ von zehn auf 25 Millionen Euro pro Jahr zu erhöhen. Mit diesem Geld darf die Verwaltung unkompliziert etwa Rad- und Gehwege ausbauen oder Fahrradstraßen, Abstellplätze, Radlampeln und Beleuchtung einrichten.

 

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