Geistreiche Giesinger MSV Duisburg hat großen Respekt vor dem TSV 1860

Trainer des TSV 1860: Michael Köllner. Foto: imago images/Eibner

Am Pfingstsonntag empfängt Sechzig im Grünwalder Stadion Tabellenführer Duisburg. Selbst MSV-Trainer Lieberknecht vermisst die Löwen-Fans. "Ich hätte bei 1860 viel lieber vor ausverkauftem Haus gespielt", sagt er.

 

München - Pfingstsonntag, 13 Uhr, Grünwalder Stadion: Was für den bekennenden Christen Michael Köllner als Tag der Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel allein in religiöser Sicht einen Feiertag darstellt, ist es auch für alle Löwen und Zebras: Endlich rollt der Ball wieder in der Dritten Liga – und sofort steigt ein absolutes Spitzenspiel.

Der TSV 1860 empfängt Tabellenführer MSV Duisburg am 28. Spieltag zum ersten von elf Geisterspielen, um die unterbrochene Drittliga-Spielzeit doch noch zu beenden. "Ich hoffe, dass uns der Heilige Geist zur Seite steht. Wenn keine Zuschauer da sind, hat er ja genügend Platz, sich im Stadion auszubreiten", sagte 1860-Cheftrainer Köllner der AZ lachend und erhofft sich nach der Corona-Zwangspause einen Heim-Dreier seiner vom Heiligen Geist beseelten Löwen-Elf.

TSV 1860 will seine Serie fortsetzen

Der Sechste Sechzig, seit 16 Spielen unbesiegt (14 davon unter Köllner), will seine überragende Serie auch gegen den Spitzenreiter fortsetzen. "Wenn du 16 Spiele nicht verloren hast, willst du auch das 17. Spiel ungeschlagen sein" – so lautete die selbstbewusste Botschaft von Köllner an seine Mannschaft trotz der Tatsache, gegen "die stärkste Mannschaft der Liga" anzutreten, die "nicht zu Unrecht Tabellenführer" sei.

Den Aufstieg könne Köllner zwar nicht garantieren, aber zumindest vollen Einsatz "bis ans Limit". Außer Abwehr-Mentalitätsmonster Aaron Berzel (Sprunggelenksverletzung) sind alle Löwen fit. Mit einem Sieg wäre der TSV mittendrin im Aufstiegsrennen. Duisburgs Trainer Torsten Lieberknecht, der mit dem MSV-Tross am Samstag mit zwei Bussen und einem Kleinbus gen München reisen wird, sieht in den Löwen einen absoluten Aufstiegskonkurrenten.

Lieberknecht: 1860 war von Beginn an ein Aufstiegs-Anwärter

"Unsere Aufgabe ist die gleiche geblieben", stellte Lieberknecht auf AZ-Nachfrage über die Mission Zweite Liga klar. Und die Löwen? "1860 war für mich schon seit Saisonbeginn ein Anwärter. Unter Michael Köllner können sie auf jeden Fall noch oben angreifen und den Aufstieg realisieren."

Laut Lieberknecht sei beim TSV "eine Handschrift erkennbar", doch nicht nur das: "Das ist eine Mannschaft, die aufgrund der tollen Serie mit einem Riesen-Selbstvertrauen am Werke ist – angetrieben von Sascha Mölders, der sehr emotional auf das Ganze einwirkt." Den MSV-Coach selbst plagen einige Personalsorgen: Neben Joshua Bitter, Ahmet Engin und Cem Sabanci fehlt auch kurzfristig Stürmer Petar Sliskovic (Leisten-OP).

Bleibt zu klären, wer besser mit dem Geister-Grünwalder klarkommt. "Natürlich werden wir unsere Fans vermissen. Sie sind für uns ein Faustpfand, der zwölfte Mann", erklärte Geschäftsführer Günther Gorenzel am Freitag und warnte eindringlich vor Aufmärschen: "Haltet euch an die Vorgaben, um nicht mit einem Auflauf ums Grünwalder Stadion den Re-Start zu gefährden!"

Lieberknecht schwärmt von der Kulisse im Grünwalder

Für die Gäste könne es durchaus ein Vorteil sein, nicht vor 15.000 überwiegend löwenblau eingefärbten Zuschauern auflaufen zu müssen, dennoch schwärmt Lieberknecht vom Giesinger Hexenkessel: "Ich hätte bei Sechzig viel lieber vor ausverkauftem Haus gespielt. Die Atmosphäre im Grünwalder Stadion ist einzigartig. Spiele ohne die Fans sind für uns alle verheerend."

Was die Pfingst-Geisterkulisse anbelangt, sind wir damit wieder bei Köllners Eingangszitat gelandet, denn: Auch laut Lieberknecht komme es auf die "eigene Motivation" an. In anderen Worten: Wer mehr Begeisterung entfacht, wird siegen. Ob es die geistreichen Giesinger sind?

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