Gegen VfB Stuttgart Unverzichtbar beim FC Bayern: Big Boss Robben

Arjen Robben und Bastian Schweinsteiger beim Spiel gegen den VfB Stuttgart. Foto: dpa

Der 31-Jährige macht den ersten Treffer beim 2:0 gegen den VfB Stuttgart – und ist dank seiner überragenden Form im Moment der wichtigste Bayer. Und das nicht nur auf dem Platz.

 

München - Was wäre der FC Bayern aktuell ohne Arjen Robben? Klare Antwort: Weniger Show, weniger Emotion, weniger Tore, weniger Erfolg. Das 2:0 in Stuttgart? Wäre ohne Robben kaum drin gewesen.

Ein Blick in die Statistik: Sechs Tore machte der 31-Jährige in den letzten sechs Bundesliga-Spielen (von zehn insgesamt), steht nun bei zwölf Treffern (16 Einsätze). Nur vier Erfolgserlebnisse fehlen ihm zu seiner besten Liga-Quote, seit er 2009 von Real Madrid nach München kam: 16 aus 24. „Die Torjägerkanone hole ich nicht, ich bin kein Stürmer“, sagte er nach dem ersten Sieg des Jahres beim VfB. Es war wieder einmal eine Robben-Show. Und die Mitspieler wissen, dass er der Unverzichtbare im Kader ist. „Arjen ist sehr gut drauf, aber von uns anderen muss mehr kommen“, meinte Thomas Müller selbstkritisch.

Müller? Tja, 2015 noch ohne Tor. In Stuttgart in Halbzeit eins Zuschauer von der Bank. Mario Götze? Sein Treffer im WM-Finale von Rio gegen Argentinien wurde zum „Tor des Jahres 2014“ gewählt, in der Liga wartet er auf den Tag X seit dem 22. November. Wirklich in Fahrt kommt der Ex-Dortmunder aktuell nicht, er war auch in Stuttgart nur Mitläufer. Franck Ribéry ist verletzt, seit Freitag aber im Lauftraining. Bis zum Heimspiel am Samstag gegen den Hamburger SV könnte es knapp werden mit dem Comeback. Und Robert Lewandowski? Ein Problem für sich.

Also hängt alles an Arjen. „Wie wichtig ist Arjen Robben?“, wurde Torhüter Manuel Neuer gefragt: „Sehr wichtig!“ Und warum? „Wir haben so eine Initialzündung gebraucht, dank Arjen kamen wir in die Spur.“ Mit Robbens 97 Stundekilometer-Schuss in den Winkel (41.) holten sich die Bayern Sicherheit. Den 93km/h-Freistoßtreffer zum 2:0 von David Alaba (50.) hatte Robben ermöglicht, er war gefoult worden. Wer sonst? „Mein Tor vor der Halbzeit war wichtig für die Mannschaft. Stuttgart hat alle Mann hinten reingestellt, gegen diese ultradefensiven Gegner wird es nie einfach. Da kriegst du wenige Momente. Wenn du den reinschießt, gibt das Luft für die Mannschaft.“

Robben ist 2015 der Sauerstoff für die Bayern, die bisher schwer zu schnaufen hatten. Er ist der Unterschiedmacher, reißt alle mit und spricht auch die unangenehmen Dinge an – siehe den Gegentreffer von Benedikt Höwedes per Kopfball zum 1:1 gegen Schalke. „Das ist ärgerlich, da musst du dein Leben reinlegen.“ So deutlich wird sonst nur ein Kapitän.

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Auch die Interaktion mit den Fans ist besonders, nach dem 1:0 lief er in die Kurve. Keiner wird so mit eigenen Songs gefeiert wie Robben. Big Boss Arjen – in Abwesenheit des verletzten Philipp Lahm aktuell der „Emotional Leader“ der Bayern. Dieses Attribut gehörte sonst immer Bastian Schweinsteiger, doch der kämpft sich erst noch zurück zur Top-Form.

Der Respekt der Mannschaft gegenüber Robben drückt sich bei Humorist Müller in Ironie aus: „Ja, den haben wir zur Zeit auch dabei“, sagte er über Robben, lachte und rekapitulierte das Sensationstor. „Er hat die Chance gehabt im Sechzehner und trifft den Ball dann natürlich nicht so schlecht – mit seinem schwachen linken Fuß.“

 

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