Gegen-Demo München wehrt sich gegen Rechtsextreme

Unterstützt die Gegendemo: Stadtdekanin Barbara Kittelberger. Foto: Sigi Müller

Eine Kundgebung am Goetheplatz gegen den Aufmarsch von Neonazis: Kirchen und Parteien solidarisieren sich mit Muslimen. „Niemandem darf die Religionsausübung verwehrt werden”

 

MÜNCHEN Der Zeitpunkt ist natürlich mit voller Absicht gewählt: Einen Tag nach dem Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938 – dem Auftakt zum Holocaust – marschieren am Samstag in München Neonazis und Rechtspopulisten auf. Ein breites demokratisches Bündnis wird dagegen am Goetheplatz demonstrieren.
Den Aufmarsch organisiert die rechtsextreme Gruppe „Pro Deutschland”. Ihre Parole: „München gegen Islamisten – nein zur Moschee!” An ihrer Seite: bundesweit bekannte Rechtsextremisten. Der Veranstalter Stefan Werner kandidierte 2005 für die NPD in München für den Bundestag.

Der rechte Demonstrationszug geht über den Goetheplatz zum Sendlinger-Tor-Platz. Mit einer Kundgebung am Goetheplatz will ab 11 Uhr ein breites Bündnis den Rechten die Stirn bieten. Dazu gehören unter anderem: SPD, CSU, Grüne, FDP, Linke, Weihbischof Engelbert Sieber, Stadtdekanin Barbara Kittelberger und OB Christian Ude.
Sie alle solidarisierten sich gestern mit dem Penzberger Imam Benjamin Idriz, der in München ein Zentrum für Islam (Ziem) gründen möchte. Das könnte auf einem städtischen Grundstück beim Stachus sein. Allerdings fehlt ihm das Geld für diese Großinvestition. Dafür hat er die Unterstützung aller Rathausfraktionen. Die rechtspopulistische „Freiheit” hat ein Bürgerbegehren gegen „Ziem” begonnen.

„Wir müssen uns stark dafür einsetzen, dass niemandem das Recht auf Religionsausübung verwehrt wird”, mahnte Weihbischof Sieber, als das Bündnis gestern zur Gegenkundgebung aufrief. „Die Münchner wollen keine rassistische Organisation in ihrer Stadt”, so der Landtagsabgeordnete Florian Ritter. Und für den jüdischen Stadtrat Marian Offman ist es unerträglich, dass ein Neonazi schon im Stadtrat sitzt.

 

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