Fürsprecher Robben und Ribery Boateng-Zwist beim FC Bayern: Chefs und Spieler sind sich uneins

Weltmeister beim FC Bayern: Jerome Boateng. Foto: imago/MIS

Kollegen wie Arjen Robben fordern den Verbleib von Jérôme Boateng: "Das Team muss zusammenbleiben." Doch die Bosse des FC Bayern forcieren weiter eine Trennung.

Rottach-Egern - Die Klubführung des FC Bayern hat ein Problem: Die Situation um Jérôme Boateng droht zu einem Streitfall für den gesamten Verein zu werden. Besonders Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge würde den Verteidiger gern loswerden – doch bei Trainer Niko Kovac und vor allem in der Mannschaft regt sich Widerstand. Am Donnerstag, zum Abschluss des Trainingslagers am Tegernsee, ergriff nun Arjen Robben Partei für Boateng.

Statement pro Jerome Boateng

"Es ist ganz wichtig, dass wir außer Arturo (Vidal, Anm. d. Red.) noch keinen abgegeben haben", sagte der Niederländer, als er zu den Ambitionen der Bayern in der Champions League befragt wurde. "Ich glaube, das ist das Allerwichtigste. Wir haben viel Qualität in der Mannschaft. Das muss zusammenbleiben!", forderte Robben: "Wir haben die Ziele schon klar angesprochen. Wir wollen einen Titel mehr als letzte Saison."

Auf die Nachfrage, ob dies ein klares Statement pro Boateng sei, antwortete Robben: "Ja. Jérôme gehört für mich zu den besten Innenverteidigern der Welt. Wir haben mit ihm schon viele Erfolge gefeiert, ich kenne Jérôme schon sehr lange. Jérôme ist sehr, sehr wichtig für die Mannschaft." Deutlicher geht’s nicht.

Auch Franck Ribéry und Manuel Neuer werben

Ähnlich hatten sich zuletzt schon Franck Ribéry und Kapitän Manuel Neuer geäußert. "Er würde uns fehlen", sagte Neuer nach dem Testspiel gegen Manchester United. Der Keeper erklärte, er würde einen Abschied "schade" finden: "Aber ich gehe jetzt mal nicht davon aus." Und Ribéry sagte: "Ich habe viele Jahre mit Jérôme gespielt. Ich hoffe, er bleibt bei uns, weil er durch seine Präsenz sehr wichtig für uns ist. Er ist einer der besten Innenverteidiger der Welt."

Im Video: Bayern-Stars kämpfen um Boateng

Wie die AZ weiß, kämpft auch Niko Kovac um Boatengs Verbleib. Der Coach sucht immer wieder das Gespräch mit dem 29-Jährigen, spricht ihm das Vertrauen aus. Das tut Boateng gut. Kovac hatte jüngst bei "RTL" zu einem möglichen Verkauf gesagt: "Ich würde mir wünschen, dass es weiter nichts Neues geben würde."

Das Problem für alle Boateng-Fans im Verein: Nicht die Spieler oder der Trainer haben beim FC Bayern das Sagen – sondern die Bosse Rummenigge und Uli Hoeneß. Und die, speziell Rummenigge, bevorzugen eine Trennung im Sommer. Paris Saint-Germain ist nach AZ-Informationen Favorit auf eine Verpflichtung, noch in dieser Woche sollen erste Gespräche zwischen Boateng-Berater Christian Nerlinger und der PSG-Führung um Sportdirektor Antero Henrique stattfinden.

PSG müsste erst Spieler verkaufen

Knackpunkt könnte die Ablöse werden. Bayern will mindestens 50 Millionen Euro einnehmen, Paris muss aufgrund der Financial-Fairplay-Regeln zunächst Spieler verkaufen. Oder kommt es zu einem Leihgeschäft? Denkbar.

Am Donnerstagmorgen saß Boateng jedenfalls noch nicht im Flieger Richtung Paris. Der Star-Verteidiger trainierte in Rottach-Egern mit seinen Kollegen. Es könnte seine letzte Einheit im Bayern-Dress gewesen sein. Für Mannschaft und Trainer wäre das ein Ärgernis mit möglicherweise langfristigen Folgen. Ganz sicher hätten die Bayern ihren ersten großen Konflikt in dieser Saison.

Im Video: Kovac lässt Bayern im Training schuften

 

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