Franck Ribéry verletzt Bayerns Hoffnungen ruhen auf Robben

Arjen Robben nähert sich seiner Bestform. Foto: dpa

Robben überzeugt gegen Frankfurt als einziger Spieler in Bayerns Offensive. Ribéry dagegen fällt noch länger verletzt aus.

 

München - Arjen Robben hätte eigentlich Grund zur Freude gehabt, aber das Ergebnis und vor allem die Leistung seiner Bayern in Frankfurt vermiesten dem Niederländer die Laune. „Ich kann mich über mein Tor nicht freuen“, sagte Robben in den Katakomben der Eintracht-Arena mit ernstem Blick. „So können wir nicht weiterspielen. Das war unnötig, gegen zehn Mann darf das niemals passieren. Wenn wir so spielen wie heute, wird es gegen jeden Gegner schwer.“

Für ihn persönlich galt dieser Satz freilich nicht. Robben war nicht nur wegen seines Tores, einem Linksknaller aus spitzem Winkel nach Pass von David Alaba (10.), bester Offensivspieler der Bayern. Der 32-Jährige hatte bis zu seiner Auswechslung (Rafinha kam in der 76. Minute für ihn) zwar nur 36 Ballkontakte. Wenn Robben allerdings beteiligt war, wurde es oft gefährlich. So auch bei seinem Schuss in der 59. Minute, den Eintracht-Keeper Lukas Hradecky klasse aus dem rechten Eck holte.

Nach seiner Rippenprellung aus dem Köln-Spiel vor zwei Wochen nähert sich Robben schon wieder der Bestform. Die Bayern können das aktuell sehr gut gebrauchen.

„Franck Ribéry braucht bestimmt 14 Tage bis drei Wochen“

Denn wie in Frankfurt herauskam, ist Franck Ribéry doch schwerer verletzt, als es zunächst von Bayern-Seite kommuniziert wurde. „Er braucht bestimmt 14 Tage bis drei Wochen, um wieder einsatzfähig zu sein“, sagte Co-Trainer Hermann Gerland vor der Partie bei Sky. Am Freitag nach dem geheimen Abschlusstraining hatten die Bayern noch mitgeteilt, Ribéry könne wegen muskulärer Probleme nicht mit nach Frankfurt reisen.

Das klang harmlos. Nun ist es aber doch schlimmer, der bislang so starke Franzose (zwei Tore, fünf Vorlagen in der Liga) verpasst somit das Champions-League-Spiel gegen die PSV Eindhoven am Mittwoch sowie die Ligaspiele gegen Borussia Mönchengladbach (22. Oktober) und beim FC Augsburg (29. Oktober) und das Duell im DFB-Pokal mit den Augsburgern (26. Oktober). Und den Bayern gehen mal wieder die Flügelspieler aus.

Müller und Lewandowski treffen nicht

Neben Robben ist aktuell lediglich Kingsley Coman einsatzfähig. Der Franzose wusste in Frankfurt durchaus zu überzeugen, nur im Abschluss fehlte ihm ein ums andere Mal die nötige Ruhe. Insgesamt lief die Saison für den jungen Franzosen bislang aber enttäuschend, die Bayern sollen sogar ins Grübeln gekommen sein, ob sie die Kaufoption (geschätzt 25 Millionen Euro) für den früheren Juventus-Spieler ziehen oder nicht.

Douglas Costa ist nach seiner Oberschenkelverletzung inzwischen ins Training zurückgekehrt, vielleicht wird er schon am Samstag gegen Gladbach eine Option für den Kader. Für die so wichtige Partie gegen Eindhoven ist also vor allem Robben die große Bayern-Hoffnung, zumal die Angreifer Thomas Müller (in der Liga weiter ohne Tor) und Robert Lewandowski im Verein einfach nicht treffen wollen. Seltsam: Im Dress ihrer Nationalmannschaften klappt es ja prima.

Robben, der kürzlich seine Länderspielreise verletzt absagen musste, hat bei drei Liga-Einsätzen in dieser Spielzeit zwei Mal getroffen. Stark! In Frankfurt stand er so lange auf dem Platz wie noch nie in dieser Saison: 73 Minuten. „Ich habe länger als 45 Minuten spielen können, darüber bin ich froh“, sagte er: „Aber insgesamt kann ich nicht froh sein, denn es geht um die Mannschaft.“ Am Mittwoch soll dann wieder beides passen: Robbens Leistung und das Ergebnis.

 

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