Feiern in der Festung Oktoberfest: So will die Polizei für Sicherheit sorgen

Erstmals werden Polizisten auf der Wiesn in der neuen, blauen Uniform herumlaufen, einige von ihnen werden auch mit Bodycams ausgerüstet sein. Foto: dpa

Nur noch drei Wochen bis zum Start der Wiesn. Die Nervosität wächst. Die Polizei sieht sich gut gerüstet und mahnt zur Besonnenheit.

München - Anschläge in Spanien, Terrorwarnungen in Rotterdam, eine Autoattacke auf Soldaten in der Nähe von Paris – vor diesem Hintergrund startet in drei Wochen das Oktoberfest. Doch die Behörden geben sich entspannt. Für die Sicherheit der Besucher des größten Volksfests der Welt werde alles Mögliche getan, heißt es im Polizeipräsidium München. 600 Beamte stehen bereit, die Stadt ist gut gewappnet.

Während die Handwerker erfahrungsgemäß erst im letzten Moment mit dem Aufbau der Wiesn fertig werden, steht das Sicherheitskonzept längst fest. (Was Innenminister Herrmann zum Sicherheitskonzept auf dem Oktoberfest sagt, können Sie hier nachlesen)

Insgesamt rund 1000 Beamte sorgen für Sicherheit auf dem Oktoberfest - Eintritt nur über den Haupteingang

600 Polizisten werden auf der Theresienwiese und in der Umgebung für Sicherheit sorgen. Genauso viel wie im vergangenen Jahr. "Die Kollegen werden aber nicht alle und zur selben Zeit im Einsatz sein", sagt Polizeisprecher Thomas Baumann. Die Wiesn dauert dieses Jahr zwei Tage länger, entsprechend sind die Schichtpläne angepasst.

Zudem stehen mehrere Hundert Beamte der Bundespolizei bereit. Sie sollen an den Bahnhöfen für Sicherheit sorgen. Insgesamt sind rund 1.000 Beamte zum Schutz des Oktoberfests im Einsatz.

An der Theresienwiese steht inzwischen auch wieder der mobile Rollzaun. Insgesamt auf einer Länge von 350 Metern, die die letzten Schlupflöcher aufs Gelände absichern.

Das gilt auch für den Aufgang an der U-Bahnstation Theresienwiese. Hier kam man 2016 nach ein paar Metern Fußmarsch über einen schmalen, bewachten Einlass auf das Festgelände. Der ist jetzt auch dicht. Die Besucher müssen weiter bis zum Haupteingang.

Sicherheitspersonal kontrolliert am Personaleingang des Oktoberfests alle Mitarbeiter, die aufs Festgelände wollen.
Sicherheitspersonal kontrolliert am Personaleingang alle Mitarbeiter, die aufs Festgelände wollen. Foto: dpa

Es herrscht Rucksack- und Taschenverbot

Große Taschen und Rucksäcke dürfen nicht mitgenommen werden. An den Eingängen kontrollieren Ordner die Besucher.

Rund um die Theresienwiese sind, wie in den vergangenen Jahren auch, verschiedene Sicherheitszonen eingerichtet. Elektronisch versenkbare Poller, Blumenkübel aus Beton und quer gestellte Einsatzfahrzeuge versperren Zufahrten.

In die Sperrzone darf man im Auto nur mit Erlaubnis einfahren. Als Konsequenz aus den Lkw-Anschlägen von Nizza, Berlin und London hat der Stadtrat beschlossen, dass Fahrer und auch die Beifahrer sich einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen müssen.

Polizei und Ordnungsdienste werden die Lieferfahrzeuge, die täglich Brezen, Würstchen und andere Schmankerl bringen, in Stichproben kontrollieren. Punkt 9 Uhr müssen die letzten Lieferwagen spätestens vom Gelände sein.

Einlass auf die Wiesn ist 9 Uhr - eine Stunde später als 2016

Die Wiesnbesucher dürfen auch nicht vor 9 Uhr auf die Theresienwiese. Eine Stunde später als noch im letzten Jahr.

Auch elektronisch ist das Sicherheitssystem aufgerüstet. Erstmals sind Polizeiteams mit Bodycams unterwegs. Zudem sind die Beamten mit einem neuen internen Messenger-Dienst ausgerüstet, damit können sie Fotos, Videos und Informationen schneller übermitteln.

Die Zahl der Videokameras ist um drei auf 33 erhöht worden. Einige sind durch moderne Geräte ersetzt, die mit höherer Auflösung Straftäter besser identifizierbar machen sollen.

Optimiert wird auch die Lenkung der Besucherströme, unter anderem mit einer neuen Lautsprecheranlage. Die Durchsagen sind auf dem gesamten Festgelände, in jedem Bierzelt und jedem Biergarten zu hören, beispielsweise wenn das Gelände überfüllt ist, oder Warnhinweise wegen eines heraufziehenden Gewitters oder einer Gefahrenlage notwendig werden. "Das ist ein gutes Instrument, um große Menschenmengen zu lenken", sagt Polizeisprecher Thomas Baumann. "Wir tun alles, um die Sicherheit in der Stadt zu gewährleisten. Es braucht keiner Angst haben, der auf die Wiesn geht."

Lesen Sie hier, welche Straßen rund um die Theresienwiese wann gesperrt werden

 

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