FC-Bayern-Star exklusiv Coman im AZ-Interview: Seine Kampfansage an Borussia Dortmund

, aktualisiert am 07.12.2018 - 09:07 Uhr
Will mit dem FC Bayern wieder angreifen: Kingsley Coman. Foto: imago/Newspix

Bayern-Star Kingsley Coman spricht in der AZ über das Ende des Flügelstürmer-Duos Robbéry, seine Zukunft in München und den Titelkampf: "Wir wollen und können noch Meister werden."

München - Kingsley Coman ist wieder da – der Franzose meldet sich nach seiner langen Verletzungspause zurück. Gleich am ersten Bundesliga-Spieltag zog sich der Flügelspieler einen Syndesmosebandriss zu und fiel seitdem aus. Am vergangenen Wochenende feierte er gegen Werder Bremen sein Comeback. Im exklusiven AZ-Interview hat der 22-Jährige unter anderem über seine Zukunft beim deutschen Rekordmeister und den Meistertitel gesprochen.

AZ: Herr Coman, wie steht es inzwischen um Ihre Deutsch-Kenntnisse?
KINGSLEY COMAN: Ich verstehe fast alles, und sprechen kann ich es auch schon ein bisschen.

Was ist für Sie besonders schwierig an der deutschen Sprache?
Alles (lacht). Dativ, Akkusativ, die Verben am Ende des Satzes, wenn du sie mit "weil" oder "dass" einleitest. Es gibt auch viele Wörter, die kompliziert sind – vor allem dann, wenn zwei Wörter zusammengefügt werden zu einem. "Tiefgarage" ist ja okay, aber bei längeren Wörtern mit 15 Buchstaben oder mehr ist es sehr, sehr schwer. Langsam werde ich aber besser.

Mögen Sie ein deutsches Wort?
(überlegt lange) Ja: ungeduldig.

Warum? Sind Sie ungeduldig?
Nein. Okay, vielleicht manchmal.

Sie leben jetzt schon seit 2015 in München. Sind Sie ein echter Bayer geworden, der auch das bayrische Essen schätzt?
Ich mag Kaiserschmarrn. Aber französisches Essen wie Crêpes und Raclette bevorzuge ich schon noch.

Sie sind in Paris geboren und aufgewachsen, Ihre Eltern stammen aus dem kleinen Karibikstaat Guadeloupe. Wie viel Karibik tragen Sie in sich?
Oh, eine Menge. Die Musik, das Essen, der Lebensstil – das wird immer ein Teil von mir sein. Karibik bedeutet für mich Familie. Ich koche selbst gerne und oft, alle möglichen Sachen. Leider kann ich nichts Karibisches kochen.

Coman: Ich will eine bedeutende Rolle spielen

Es war für Sie ein Jahr mit Rückschlägen. Gleich zweimal waren Sie am Syndesmoseband verletzt und sind monatelang ausgefallen. Gehen Sie nun mit mehr Angst in Zweikämpfe?
Ein bisschen Angst ist vielleicht noch dabei, denn ich habe mich ja zweimal an der gleichen Stelle verletzt. Aber ich spiele jetzt mit einem speziellen Tape, das mich vor den Attacken der Gegner besser schützen soll.

Es gab zuletzt viel Lob für Sie von Präsident Uli Hoeneß und dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge, Sie werden als große Hoffnung für die Zukunft angesehen. Sind Sie bereit, der nächste Superstar nach Franck Ribéry und Arjen Robben zu werden?
Die beiden sind sehr wichtige Spieler. Natürlich ist es ein Traum von mir, eines Tages so wichtig für Bayern zu werden wie Ribéry und Robben. Ich will die Erwartungen erfüllen, die der Klub in mich setzt und in der Zukunft eine bedeutende Rolle spielen.

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Ribéry und Robben sind zu Helden der Fans geworden, zu Publikumslieblingen. Treibt Sie dieses Ziel auch an?
Die beiden sind wirklich Ikonen – sie haben über zehn Jahre hinweg immer ihre Leistungen gebracht und große Erfolge gefeiert. Ich würde gern sehr lange beim FC Bayern bleiben und eine ähnliche Karriere wie sie hinlegen.

Im Jahr 2007 hing ein riesiges Plakat von Ribéry an der Münchner Theatinerkirche. Darauf stand geschrieben: "Bayern hat wieder einen König". Wollen Sie, der ja King genannt wird, der nächste König nach Ribéry werden?
Nein, das ist unmöglich. Niemand kann 1:1 der Nachfolger von Franck Ribéry werden. Es gibt nur einen Franck, niemand wird jemals so sein wie er. Mein Ziel ist, es genauso gut zu machen wie er, aber auf meine Art und Weise. Ich bin Kingsley Coman – und nicht der neue Franck Ribéry.

Würden Sie Ribéry dennoch als Idol bezeichnen?
Idol ist vielleicht das falsche Wort, aber Franck ist ein großartiges Beispiel für mich. Ronaldinho war immer mein Idol, vor allem früher, als ich noch ein Kind war.

Coman: Ich will sehr lange beim FC Bayern bleiben

Sie haben Ihren Vertrag bis 2023 verlängert. Wollen Sie für immer, für den Rest Ihrer Karriere bei Bayern bleiben?
Für immer – das ist eine lange Zeit. Ich kann mir aber definitiv vorstellen, sehr lange beim FC Bayern zu bleiben.

Wie ist bislang die Zusammenarbeit mit Niko Kovac für Sie?
Er ist während meiner Verletzungsphase immer vorbeigekommen und hat sich erkundigt, wie es mir geht. Ich kann sagen: Wir haben eine sehr gute Stimmung – auch mit dem Trainer.

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Borussia Dortmund ist schon neun Punkte voraus in der Bundesliga. Glauben Sie noch an die Meisterschaft?
Es ist immer noch möglich. Wir werden in der Rückrunde alles versuchen, gegen Dortmund in der Allianz Arena zu gewinnen. Dann wären es sechs Punkte. Wir wollen und können noch Meister werden.

Coman hofft auf Titel mit Frankreich

Bei der WM im vergangenen Sommer haben Sie verletzt gefehlt und den Triumph Ihrer Franzosen verpasst. Holen Sie noch einen Titel mit der Nationalmannschaft?
Ich denke, dass wir die EM gewinnen können in zwei Jahren und auch die WM 2022. Wir sind fast alle noch sehr jung. Wir werden sogar noch besser. Ja, wir können noch einige Titel mit Frankreich gewinnen. Und ich hoffe, dass ich dann dabei bin.

Trotzdem: Wie sehr hat es geschmerzt, die WM am Fernseher zu schauen?
Traurig war ich nicht. Ich bin jung, ich spiele bei einem Klub wie Bayern und habe schon viele Titel geholt. Ich war verletzt – so ist das Leben. Vielleicht gewinne ich das nächste Turnier, vielleicht auch gar keins. Ich bin schon jetzt glücklich mit meiner Karriere und dankbar für das Leben, das ich bisher hatte.

Sind Sie über Weihnachten eigentlich wieder in Ihrer Heimatstadt Paris?
Ja, Paris ist in der Weihnachtszeit wirklich wunderschön. Ich werde Weihnachten mit meiner Familie dort feiern und freue mich schon jetzt sehr darauf.

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