FC Bayern mit Remis bei Schalke 04 Xabi Alonso: Kaum da - aber schon Bayern-Chef

Xabi Alonso (l.) gab auf Schalke sein Debüt im Bayern-Trikot Foto: imago

Trainer Pep Guardiola sorgt am 2. Spieltag gegen den FC Schalke 04 für einen Paukenschlag. Der Coach des FC Bayern setzt gleich auf Neuzugang Xabi Alonso. Gleich vier Veränderungen nimmt Guardiola vor.

 

München - Er forderte die Bälle und verteilte sie. Er ließ sich immer wieder zurückfallen, auch mal in die Dreierkette, die dann zur Viererkette wurde. Er dirigierte, spielte sichere Pässe. Xabi Alonso hat beim 1:1 (1:0)-Unentschieden beim FC Schalke 04 das viel erwartete Debüt für den FC Bayern gegeben. Selten war so gespannt auf die Bekanntgabe der Startformation gewartet worden. Und der FC Bayern hatte beim Gastspiel beim FC Schalke 04 lange darauf warten lassen. Um 17:38 Uhr war es dann aber endlich soweit: Die Aufstellung war raus!

Und es kam schon einem Paukenschlag gleich: Xabi Alonso stand in der Startformation. Dass Trainer Pep Guardiola den spanischen Neuzugang in den Kader beruft, war zu erwarten. Aber gleich in die erste Elf? Nach nur einem kurzen Training, ja mehr einem Anschwitzen? Aber Guardiola ist bekannt dafür, dass er viele, oft auch unerwartete, taktische Veränderungen in seiner Startelf im Vergleich zur Vorwoche vornimmt. Und Alonso war nicht die einzige Maßnahme. Mit dem verletzten Arjen Robben, der gar nicht erst im Kader war, war der Trainer aber auch dazu gezwungen.

Gleich vier Veränderungen nahm Guardiola vor. Juan Bernat, Dante, Gianluca Gaudino und eben Robben im Vergleich zum Wolfsburg-Spiel raus, Alonso, Sebastian Rode, Jerome Boateng und Xherdan Shaqiri rein. Guardiola hielt an seiner Dreierkette fest, allerdings ersetzte Boateng in der Mitte Dante, Kapitän Philipp Lahm blieb auf rechts, Holger Badstuber auf links. Davor bildeten Alonso und Rode die neue Formation der beiden Sechser-Positionen.

Und Alonso machte das, was die Bayern von ihm erwarteten. Er war gleich der Chef auf dem Platz, zeigte seinen Mitspielern immer wieder an, wo sie hinlaufen sollten. Selbst in Drucksituationen, blieb er ruhig, spielte den Pass so, wie er kommen sollte und musste. Und dabei: Immer den Kopf oben. Alonso trat auf, als wäre er schon seit Jahren bei Bayern Chef auf dem Platz und es wurde klar, was Sammer meinte, als er sagte: "Er ist einer, der uns sofort weiterhilft."

Alonso fiel bei seinem ersten Spiel für den FC Bayern nicht durch extrem viel Laufarbeit auf, er spielte clever, war dort zur Stelle, wenn es brenzlig wurde, nahm die Zweikämpfe an. "Man hat gesehen, dass man ihn in allen Lagen anspielen kann", lobte Thomas Müller seinen Teamkollegen bei "Sky". 56 Ballkontakte in den ersten 45 Minuten - so viele wie kein anderer auf dem Platz - verdeutlichten seine Chef-Stellung. Unter seiner Regie dominierten die Bayern die ersten 20 Minuten der Partie überdeutlich, das Schalker Angriffsspiel fand überhaupt nicht statt. "Er wird gesucht, er wird anerkannt von der Mannschaft. Er spielt, als wäre er schon seit Jahren hier", meinte auch 1990-Weltmeister Lothar Matthäus bei "Sky" in der Halbzeitpause.

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In der zweiten Hälfte machten sich seine konditionellen Rückstände bemerkbar, aber er blieb weiterhin der Taktgeber und Anführer. Allerdings hatte die Bayern ihre deutliche Überlegenheit eingebüßt. Das Gegentor, bei dem Alonso Pech hatte und bei seiner Rettungsaktion auf der Linie Benedikt Höwedes an die Hand schoss, war die logische Konsequenz.

Dennoch war es ein starkes Debüt des Noch 32 Jahre alten Spaniers. Als Alonso in der 68. Minute von Krämpfen geplagt für Pierre-Emile Höjbjerg Platz machte, kam er auf beeindruckende 84 Ballkontakte, so viele wie zu dem Zeitpunkt kein anderer Spieler. Er hatte die Bälle gefordert und verteilt. Wie ein echter Chef.

 

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