FC Bayern Heiko Vogel: So tickt der U19-Coach

Der Neue bei Bayerns U-19-Auswahl: Heiko Vogel, der zuvor den FC Basel trainierte. Foto: fcbayern.de

Heiko Vogel trainiert ab sofort die U19 des FC Bayern München. Warum er ins Konzept passt, was er über sein Comeback sagt.

München - 20 Monate ist es her, da standen elf bedröppelte Bayern im Jöggeli und mussten zusehen, wie Heiko Vogel und seine Spieler einen 1:0-Sieg im Champions-League-Achtelfinale bejubelten.

Der 37 Jahre alte Pfälzer war in der Saison 2011/12 für den größten Erfolg der Vereinsgeschichte des FC Basel verantwortlich, daran konnte auch das 0:7 im Rückspiel nichts ändern. Nun kehrt der Mann mit Champions-League-Erfahrung zu seinem alten Verein zurück: den FC Bayern, er übernahm am Dienstag die U19.

"Ich freue mich auf meine neue Aufgabe und auf viele bekannte Gesichter", sagt Vogel, der die Nachfolge des zum Drittliga-Klub SV Wehen Wiesbaden abgewanderten Marc Kienle antritt. "Das ist der Hammer. Das Feuer in mir brennt." Mit Vogel, Erik ten Hag (U23) und Heiko Herrlich (U17) arbeiten nun drei ehemalige Profi-Cheftrainer Pep Guardiola zu, ein Coup des FC Bayern.

Und dieser Vogel ist ein besonderer Typ, seine Vita einzigartig: Nachdem er 1998 beim TSV 1860 abgelehnt worden war, hatte der damals 22 Jahre alte Sportwissenschaftsstudent über seinen Professor ("Besorg’ mir nen Trainer-Job, wurscht was, und wenn es die Hochschul-Frauen sind") bei Bayern angefragt – und durfte als E-Jugend-Trainer anfangen, für 600 Mark im Monat.

Bis zur U17 arbeitete er sich bis 2007 hoch, trainierte spätere Stars wie Philipp Lahm, Thomas Müller, Holger Badstuber oder Mats Hummels, war Trauzeuge von Hummels’ Papa Herrmann.

Mit Thorsten Fink ging’s dann über Ingolstadt nach Basel. Und als Fink 2011 zum HSV ging, wurde Vogel über Nacht zum Chef. "Ich fühle mich vom Schicksal geküsst und sage mir manchmal: Mensch Vogel, es hätte beschissener laufen können", meinte er damals.

Vogel gilt als hochintelligent, als Kumpeltyp, als einer mit vielen Ideen. Mit dem Baseler Pressechef wollte er mal beim Quiz von Jörg Pilawa mitmachen, wurde aber nicht genommen. Bei Basel ließ er für ein paar Euro auf Mülltonnen und Mülleimer schießen, zur Verbesserung der Schussgenauigkeit, beim Fußballtennis mischte er selbst mit.

Am Rheinknick war nach einem verkorksten Herbst 2012 jedoch jäh Schluss für den Schweizer Trainer des Jahres, auch weil er sich mit dem Vorstand überworfen hatte. "Mittlerweile bin ich drüber hinweg. Es war eine geile Zeit."

Seitdem war der Weinliebhaber und passionierte Skifahrer auf der Suche, wenn auch nicht zu jedem Preis: "Ich bin ein Stück weit Fußball-Romantiker. Genau das kann ich an der Schwelle zwischen Jugend- und Profibereich perfekt ausleben."

Vogel war von jeher eben auch ein bisschen kauzig. "Zum Cheftrainer-Sein gehören viele Dinge, die ich eigentlich gar nicht will", sagte er mal. Und: "Ich bin selbstbewusst genug, dass ich keine Selbstinszenierung brauche."

Den Kontakt zu Bayern hatte er immer gehalten. "Mal über Hermann Gerland, mal über Matthias Sammer, mal über Xherdan Shaqiri." Schon vor der Saison war er in Verhandlungen mit Bayern. Jetzt sagt Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge: "Das ist ein Mann, von dem wir sehr überzeugt sind. Wir hatten ihn schon länger auf dem Radar."

Jetzt darf der Vogel bei Bayern Talente wie Lucas Scholl (17) groß raus bringen.

 

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