FC Bayern bei der Klub-WM Alle loben Heynckes: Ein Titel für Jupp

Pep Guardiola hält sich bei der Party zurück – und die Spieler danken Heynckes, der die Siegesserie 2013 erst möglich gemacht hatte: „Ohne ihn wären wir nicht hier gewesen“, sagt Müller.

 

Marrakesch - Pep Guardiola darf mit Fug und Recht von sich behaupten, der „Mr. Klub-WM“ zu sein. Dreimal hat der Trainer nun schon die Klub-Weltmeisterschaft gewonnen, in schöner Regelmäßigkeit, 2009 in Abu Dhabi, 2011 in Yokohama und 2013 in Marrakesch, zweimal mit dem FC Barcelona, nun mit dem FC Bayern. Sechs Spiele, sechs Siege – es ist sein Turnier. Und doch nahm sich der Bayern-Coach bei all dem Jubel in Marrakesch total zurück, wie schon beim Uefa-Supercup-Sieg im August in Prag trat er lieber in den Hintergrund. Weil es sich für ihn nicht als sein Sieg anfühlte. „Was habe ich schon gemacht? Ich muss nur zwei Spiele gewinnen“, hatte Guardiola schon vor dem Finale gesagt und seinem Vorgänger Jupp Heynckes alle Schuld in die Schuhe geschoben: „Das ist alles für Jupp.“

Und so entzog sich Guardiola nach dem 2:0 über Raja Casablanca der Szenerie. Erst schüttelte er jedem Akteur die Hand, bedankte sich und beglückwünschte. Aber während seine Spieler dann johlend mit dem Pokal über den Rasen hüpften, stand er abseits, unterhielt sich entspannt mit Uefa-Präsident Michel Platini. Auch später auf dem Bankett war er keiner der Hauptprotagonisten. Er war vergnügt, aber nicht der Mittelpunkt, und ging einigermaßen früh zu Bett. Was über all dem lag: Erst durch Heynckes’ Champions-League-Triumph war die erste Teilnahme eines deutschen Vereins an der Klub-Weltmeisterschaft überhaupt erst möglich geworden.

Guardiola führte quasi nur zu Ende, was Heynckes vorgearbeitet hatte. In Rom spricht man vom Zwei-Päpste-Jahr, in München vom Zwei–Trainer-Jahr. „Wir hatten das große Glück, dass wir zwei Trainer erlebt haben, die nicht nur großartige Arbeit geleistet haben, sondern auch fantastische Menschen sind“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in seiner Bankettrede (siehe linke Seite). Auch die Spieler erinnerten sich nochmals an ihren alten Wegbereiter. „Ob Heynckes oder Peter Herrmann (Ex-Co-Trainer, d. Red.), man muss ihnen für dieses Jahr danken“, sagte Philipp Lahm. „Ohne Jupp Heynckes wären wir nicht hier gewesen“, sagte Thomas Müller. „Es ist ein perfekter Abschluss, der Lohn.“

Heynckes als Vater des Erfolgs von Marrakesch, so wollten es die Bayern sehen. Die Zukunft aber, die heißt Guardiola. „Ich freue mich sehr für den Verein und bin sehr stolz auf Spieler und Fans. Jetzt legen wir eine zweiwöchige Pause ein, dann kommen wir zurück. Wir freuen uns sehr, schauen aber bereits in die Zukunft“, sagte der Trainer, der den Bayern ein noch furchteinflößenderes Gesicht verpasst hat als Heynckes. „Die Entwicklung ist sehr interessant“, meinte ARD-Experte Mehmet Scholl. „Bei Heynckes wussten alle, wie Bayern spielt, und man konnte es trotzdem nicht verteidigen. Guardiola macht es jetzt ein wenig anders, hat die Räume neu besetzt. Aber schlagen“, meinte Scholl, „kann man sie immer noch nicht.“

 

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