Exportschlager! 30 neue Filialen von "Oh Julia": Dieses Münchner Restaurant expandiert

Marc Uebelherr in seinem Lokal "OhJulia": In seinen Händen hält er eine große Pizza Caprese (Preis: 23 Euro). Foto: Daniel von Loeper

Marc Uebelherr hat klein begonnen. Inzwischen prägt er mit seinen acht Bars, Cafés und Lokalen die Münchner Gastronomie. Ein Besuch.

 

München - Marc Uebelherr nippt an seinem Espresso, als sein Blick über die Sommerlounge des "OhJulia" in der Hofstatt schweift. Dann huscht ein Lächeln über das Gesicht des 47-Jährigen. "Ich hätte mir nie erträumt, so zentral in München ein Restaurant zu betreiben. Und jetzt ist es so passiert." Das italienische Marktrestaurant ist eines von acht Bars, Cafés und Lokalen, die der gebürtige Schwabe in den vergangenen 20 Jahren in München eröffnet hat, 350 Menschen arbeiten für ihn.

Dabei begann alles klein: Das Zoozies – heute "Fugazi No 15" – schloss am Baldeplatz auf: Frühstück bis Nachtsnack, Sofas und Tresen. Zusammen mit Uli Springer und Simi Berst hat Uebelherr seitdem immer wieder kreative Konzepte aufgezogen – und ist doch einer der stillen, fast unsichtbaren Gastronomen der Stadt.

"OhJulia": Restaurant-Export aus München

Das "OhJulia" wird jetzt zum Exportschlager: 30 Filialen in ganz Deutschland will Uebelherr mit Hilfe der Düsseldorfer Unternehmensgruppe "12.18" in den kommenden fünf Jahren eröffnen. Neben Panini und Focaccia (ab 7,50 Euro) gibt es Salate (ab 12,50 Euro), Pasta (ab 9,50 Euro) und römische Pizza vom Blech (klein ab 8,50 Euro).

Der Gast kann in die Küche und vor allem in den Ofen schauen, sieht, wie die Speisen frisch zubereitet werden. "München hat eine großartige Gastronomie. Wir brauchen uns vor Städten wie London oder New York nicht verstecken. Wir haben tolle Bars wie das legendäre Schumann’s, innovative Restaurants wie Brenners und Tantris und dann noch so wunderschöne Biergärten wie den Augustiner Keller", sagt der Vater von zwei Töchtern im Teenageralter.

Marc Uebelherr: Das Nachtleben ließ ihn nie los

Zur Lehre bei Lodenfrey kam er nach München, suchte bald einen Nebenjob. Martin Kolonko stellt ihn im "Master’s Home" am Viktualienmarkt ein – und die Lehrstelle bei Lodenfrey war bald passé. Danach fuhr Uebelherr im Zivildienst Essen auf Rädern, stand hinter der P1-Bar – ein Kontrastprogramm, das ihn lehrte, dankbar zu sein und zeitgleich zu genießen.

Obwohl Uebelherr mittlerweile durch und durch Geschäftsmann ist, hat ihn das Nachtleben nie losgelassen. So eröffnete er vor zwei Jahren die Bar "Salon Pitzelsberger" im Keller des Gärtnerplatz-Theaters. Und er ist immer noch begeistert, wenn die Tänzer und Schauspieler von oben die Nacht unten zum Tage machen.

Marc Uebelherr: Lieber pikante Pizza als Kaviar

Wichtig ist Uebelherr, dass in Zukunft jedes "OhJulia" auf die Stadt zugeschnitten ist. In München probiert er das jetzt mit einem DJ aus, der an Sonntagen auflegt – eine Idee, die er von einer seiner Reisen mitgebracht hat: "Inspiration hole ich mir überwiegend in Europa: Lissabon, London. Ich lebe und liebe den Beruf jeden Tag", sagt Uebelherr. Muss er auch: Denn Uebelherr verbringt viel Zeit in Flugzeugen und Zügen.

Bei allem vermeintlichen Jetset: Kaviar und Champagner reizen den gebürtigen Augsburger, der im Glockenbachviertel lebt, nicht. "Ein guter Schweinebraten mit Kraut und Knödel ist was Wunderbares. Oder eine Pizza Pikante im ,OhJulia’ mit scharfer Salami und Oliven. Ich möchte auf kein Essen verzichten müssen, ob süß oder salzig, ob morgens oder nachts. Daher gehe ich regelmäßig an der Isar joggen."


Sendlinger Str. 12a, Mo-Do 10-12 Uhr, Fr, Sa 10-1 Uhr, So 12-23 Uhr

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