Ex-Bayern-Coach rechnet ab Van Gaal zurück? Die Abrechnung mit Hoeneß

Ex-Bayern-Coach Louis van Gaal kann sich eine Rückkehr an die Säbener Straße vorstellen. Foto: dpa

Ex-Bayern-Coach Louis van Gaal rechnet in einem Interview mit dem FC Bayern ab - würde es aber auch "schön finden", als Coach an die Säbener Straße zurückzukehren.

 

Im ausführlichen Interview mit der SPORT BILD äußerte sich der Bondscoach van Gaal unter anderem über seine Dissonanzen mit Uli Hoeneß, den Streit mit Ex-Bayern-Star Mark van Bommel, die Entlassung von Christian Nerlinger sowie seinen Anteil am heutigen Spielsystem des Rekordmeisters sowie der deutschen Nationalelf.

... über eine mögliche Rückkehr zum FC Bayern:

"Niemand hat erwartet, dass ich noch einmal Trainer der holländischen Nationalmannschaft werden könnte. [...] Und ich will auch bei Bayern nichts für die Zukunft ausschließen. [...] Ich hatte in München eine sehr schöne Zeit, habe dort einen neuen Fußball eingeführt - darum blicke ich zurück mit einem guten Gefühl. [...] Ob Ajax, Barcelona oder Alkmaar, in allen meinen Klubs bin ich nochmal als Trainer zurückgekommen - so wie in der Nationalelf. Jetzt bleibt nur noch Bayern übrig. Ich würde es auf jeden Fall schön finden."

... auf die Frage, ob es unter einem Präsidenten Uli Hoeneß nochmal einen Trainer van Gaal geben könne:

"Ich bin ganz ehrlich: Nein. Der einzige im Klub, der immer auf meinen Abschied gedrängt hat, war Uli Hoeneß. Kein anderer. Darum wird auch keine weitere Zusammenarbeit zwischen uns möglich sein."

... über die Einladung Hoeneß' zu dessen 60. Geburtstag:

"Ich habe abgesagt. Das gehört sich so, ich bin ein höflicher Mensch. Aber ich muss sagen, dass ich die Einladung an sich schon als unpassend empfunden habe."

... über die einzigartige Machtfülle von Uli Hoeneß beim FC Bayern:

"Er hat viel Macht und benutzt diese auch. Auch der Vorstand kann auf Dauer nicht gegen seine Meinung arbeiten."

... über die Entlassung Christian Nerlingers im Sommer 2012:

"Es hat mich nicht überrascht. Ich habe mit Nerlinger zusammengearbeitet und gesehen, wie viel Druck er die ganze Zeit über von Hoeneß bekommen hat. Darum habe ich die Entlassung bereits vorhergesagt."

... über seinen Anteil am Durchbruch junger Talente wie Thomas Müller, Holger Badstuber und David Alaba:

"Bei Bayern hat sich wieder die alte Politik eingestellt, wie sie schon vor meiner Zeit herrschte: kaufen, kaufen und noch was kaufen. [...] Aber auch ich hatte mit meinem Konzept viel Erfolg mit jungen Spielern. Nach mir ist kein Spieler aus der Jugend mehr neu hinzugekommen. Plötzlich spricht die ganze Welt über die Entdeckung des linken Außenverteidigers David Alaba. Dabei hat Alaba ertmals bei mir gespielt."

... über seinen Einfluss auf das heutige Spielsytem der DFB-Elf und des FC Bayern:

"Was ich weiß, ist, dass die deutsche Nationalelf jetzt so spielt, wie ich es beim FC Bayern eingeführt habe. Und auch der FC Bayern spielt noch so. Und glauben Sie mir: Ich kann mich auch noch sehr gut an die Diskussionen mit Uli Hoeneß erinnern, weil ich das alte 4-4-2-System geändert habe.

... über seinen Streit mit Mark van Bommel:

"Van Bommel war sehr böse auf mich. Wir sind mit diesen Dissonanzen auseinandergegangen, da er mit meinen Entscheidungen nicht einverstanden war (Anm.: Van Gaal hatte van Bommel nicht mehr als Stammspieler vorgesehen). Das ist auch sein gutes Recht. Aber ein Trainer muss auch schwierige Entscheidungen treffen."

 

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