Ex-Bayern-Boss nimmt Urlaub Käfer statt Knast: Uli Hoeneß feiert seinen Geburtstag

Die Käfer-Schänke in der Prinzregentenstraße: Hier hat sich Uli Hoeneß zum Geburtstagsessen getroffen. Foto: Daniel von Loeper, dpa

Der ehemalige Boss des FC Bayern hat seinen 63. Geburtstag im Feinkost-Restaurant gefeiert – mit Kabeljau und Kirschen

München - Es kommt wohl selten vor, dass in der noblen Käfer-Schänke in der Prinzregentenstraße ein Häftling einkehrt und dort mit Freunden ein ausgiebiges Abendessen genießt. Aber es kommt vor, wie ein Fest am Montag gezeigt hat: Uli Hoeneß hat an diesem Abend seinen 63. Geburtstag bei Käfer begangen. Es war eine edle Feier im kleinen Familien- und Freundeskreis.

Für die Geburtstagsparty in München hat Uli Hoeneß sich einen Urlaubstag genommen. Nach den Regeln des Strafvollzugsgesetzes ist es wohl sein letzter im Monat Januar.

Seit Ende letzter Woche ist der verurteilte Steuerhinterzieher Hoeneß Freigänger und arbeitet tagsüber beim FC Bayern in der Säbener Straße. Schlafen muss er aber nach wie vor hinter Gittern – in seiner Zelle in der JVA-Außenstelle Rothenfeld (AZ berichtete).

An seinem Geburtstag scharte er Familie und Freunde bei Käfer um sich. Mit dabei waren neben seiner Frau Susi (seit 43 verheiratet) etwa sein Bruder Dieter Hoeneß, Triple-Trainer Jupp Heynckes, Star-Koch Alfons Schubeck, Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge sowie Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der Hoeneß laut „Bild“-Zeitung ein Buch mit dem Titel „Suche nach dem Sinn des Lebens“ geschenkt haben soll.

Freunde, Geschenke und eine kurze Rede in intimer Runde

Mit einem großen Geschenk wurden Schalke-Boss Clemens Tönnies und seine Ehefrau Margit gesichtet. Und auch der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber brachte ein Präsent, er kam mit einem blauen Packerl unter dem Arm zur Feier.

Drinnen im Restaurant soll Hoeneß eine Rede gehalten haben, die zwar kurz, aber besonders war. Es dürfte etwas mit schwierigen Zeiten, guten Freunden und Durchhalten zu tun gehabt haben.

Dass es Uli Hoeneß wichtig ist, seinen Geburtstag angemessen zu feiern und Freunde einzuladen, zeigte vor allem das opulente Fest zu seinem 60. Geburtstag vor drei Jahren. Knapp 500 Gäste kamen damals in den Münchner Postpalast, zu einer Gala für den damaligen Bayern-Präsidenten.

Unter dem Motto „Uli Hoeneß. 60. Jahre. Manager. Macher. Mensch.“ wurde dem Jubilar gehuldigt, die VIPs gratulierten, darunter natürlich die Fußball-Prominenz und Chef-Funktionäre, aber auch Wirtschaftsbosse wie Peter Löscher und Martin Winterkorn und der Ministerpräsident Horst Seehofer, der dem gebürtigen Schwaben Hoeneß eine bayerische „Einbürgerungsurkunde“ überreichte.

Thomas Gottschalk moderierte den Abend, die Kellnerinnen trugen Bayern-Dressen, auf deren Rückseite die Nummer „60“ und darunter der Name „Uli“ aufgedruckt war. Es war ein rauschendes Fest, ein ausgelassener Abend.

So eine Riesen-Feier hat sich Uli Hoeneß dieses Mal nicht gegönnt. Vermutlich nicht nur, weil er heuer ja keinen runden Geburtstag feiert, sondern auch der Umstände wegen: Verurteilung, Haft, Buße – da ist Bescheidenheit angebracht, zumindest ein bisschen.

Aufs Feiern verzichten wollte Uli Hoeneß aber nicht: Wenn schon kein Fest in absoluter Freiheit, dann durfte es wenigstens ein schöner Abend mit Gourmet-Verköstigung statt Knast-Küche sein. Bei Käfer sollen zunächst Scampi auf Gemüse aufgetischt worden sein, danach Nürnberger Rostbratwürste, Kabeljau und eingelegte Kirschen.

Ab morgen wird sich Uli Hoeneß wieder um die Nachwuchsförderung beim FC Bayern kümmern müssen. An seinem Geburtstag konnte er sich durch den Urlaubstag eine festliche Ausnahme gönnen.

 

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