Erfolgsgeschichte FC Bayern Die Bayern - der FC Superreich

Die Bayern können sich freuen, nicht nur sportlich sind sie top, auch wirtschaftlich brummt`s. Foto: sampics/Augenklick

Der FC Bayern ist nicht nur sportlich top in Europa: Der Klub hat Man United finanziell locker überholt – nur Real und Barça stehen vor München. „Der Laden hier ist ziemlich explodiert“, sagt Karl-Heinz Rummenigge.

 

München - Lufthansa-Streik? Für den FC Bayern kein Problem. Man fliegt ja nicht Linie, man chartert – die Lufthansa ist schließlich Partner des Triple-Siegers und stellte Bayern für die Reise nach Manchester einen der größten Vögel zur Verfügung: Airbus A 340-300, 60 Meter Flügelspannweite, 46 Reihen, 221 Plätze.

Beim FC Bayern ist eben alles ein bisschen größer, extravaganter. Man könnte auch sagen: den Titeln entsprechend. Dem Status, der derzeit beste Klub der Welt zu sein. Und vielleicht bald auch der reichste. Manchester United jedenfalls, Gegner der Bayern im Champions-League-Viertelfinale (Hinspiel bei Druck dieser Ausgabe noch nicht beendet), haben die Bayern überholt – sportlich wie finanziell.

Rückblick: Dass Bayern United 2010 im Viertelfinale aus dem Wettbewerb warf, war schon fast eine Sensation, angesichts des wirtschaftlichen Nachteils, den Bayern damals hatte – mit einem Umsatz, der rund 45 Millionen Euro geringer war, einem Team, das nicht an die Starpower der Red Devils heranreichte.

2014 haben sich die Vorzeichen geändert: Die Stars spielen bei Bayern. Und auch in der Umsatz-Weltrangliste ist Bayern im letzten Jahr an Manchester vorbei gezogen, liegt jetzt hinter Real Madrid und dem FC Barcelona schon auf Platz drei, ist zudem – und das ist das eigentliche Faustpfand – komplett schuldenfrei. „Bayern ist der einzige Top-Ten-Klub in Europa, der noch profitabel arbeitet“, sagt Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge nicht ohne Stolz.

Von einem Eigenkapital von 287 Millionen Euro haben die anderen jedenfalls feuchte Träume. Real sollen über 500 Millionen Euro Schulden drücken, Barcelona 300. Manchester United ist Schätzungen zufolge mit 460 Millionen Euro belastet, Eigner Joel Glazer will verkaufen – wenn sich denn jemand fände. Anfang der Achtziger Jahre hatte Bayern noch einen Umsatz von zwölf Millionen Mark. 2003 lag er bei 163 Millionen Euro, 2012/13 betrug er 432 Millionen Euro. „Der Laden hier ist ziemlich explodiert“, sagt Rummenigge dazu. Der Preis dafür: die Entfremdung des Klubs hin zum Wirtschaftsgroßkonzern. Der FC Bayern bemüht gerne den Begriff der Bayern-Familie. Aber mit Uli Hoeneß ist jetzt der Papa weg, im Vorstand haben nun einzig Karl-Heinz Rummenigge als Vorsitzender und Matthias Sammer als sportlich Verantwortlicher echten Fußballhintergrund.

Sonst hat die Wirtschaft Einzug gehalten: Aufsichtsratsboss Herbert Hainer ist Adidas-Boss, an seiner Seite sitzen die Chefs von Audi, VW, der Telekom und bald auch der Allianz. Präsident Karl Hopfner ist ein Industriekaufmann und BWLer. Und neben Sammer besteht der Vorstand der AG aus Jan-Christian Dreesen (ehemals BayernLB), Andreas Jung (gelernter Sportmanager) und Jörg Wacker (vormals bwin). Wirtschaftlich macht dem FC Bayern so keiner was vor.

Nur bei den TV-Geldern spielt Bayern immer noch nicht in der ersten Liga mit. Der FC Bayern wird von den deutschen TV-Einnahmen nach dieser Saison 33,185 Millionen Euro erhalten – in England bekommt der Tabellenletzte 75 Millionen Euro, der Meister 120. In Spanien ist es an der Spitze noch krasser: Real Madrid und der FC Barcelona sind aus dem Liga-Vertrag ausgestiegen und vermarkten sich selbst, was ihnen je 188 Millionen Euro pro Saison bringt. Also fast das Sechsfache vom FC Bayern. Dass die Bayern trotzdem ganz oben mitspielen, ist die eigentliche Sensation.

 

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