Erfolgsfaktor Köllner Was ist für den TSV 1860 bis Weihnachten noch drin?

"Wenn ich helfen kann, mache ich das gerne": Löwen-Coach Michael Köllner will zwischen den Lagern vermitteln. Foto: Renate Feil

Realist, Vermittler, Visionär: Nachdem Trainer Michael Köllner die Löwen sportlich auf Trab gebracht hat, will er sich nun um den Vereinsfrieden kümmern: "Mag sein, dass ich vermitteln kann."

 

München - Die kleinen Bayern am Rande einer Niederlage gehabt, sich gegen Haching zum Derbysieger gekürt: Nach der allgegenwärtigen Depression um den Abgang von Vereinsikone Daniel Bierofka hat Neu-Trainer Michael Köllner einen gelungenen Einstand gefeiert. Zeit, sich der sportlichen wie vereinspolitischen Perspektiven zu widmen.

Sieben Punkte trennen die Löwen von den Aufstiegsrängen

Köllner, der Realist: "Fakt ist, dass wir einen guten Einstieg hatten, das war sehr wichtig nach diesem Trainerwechsel. Wir konnten auch ein paar Dinge zeigen, wie wir spielen wollen. Aber Fußball ist eine Entwicklungssportart und wir müssen uns noch entwickeln", erklärte Köllner am Mittwoch im Rahmen einer Mini-Pressekonferenz.

Kaum hat Köllner sein erstes Spiel gewonnen, fangen manche Fans zu träumen an: sieben Punkte trennen den Tabellen-Zehnten 1860 (24 Punkte) von den Aufstiegsrängen. "Primär gilt mein ganzer Schädel Großaspach. Irgendwelche Rechnereien mache ich nicht", sagte Köllner im Hinblick auf den Samstags-Gegner Sonnenhof Großaspach. Insgesamt sei der 49-Jährige ein "optimistischer Realist", der sich "mit der aktuellen Zeit beschäftigen" müsse: "Was interessiert mich jetzt, was im Frühjahr ist und wo es eventuell hingehen kann?"

Köllner nahm an der Aufsichtsrat-Sitzung des TSV 1860 teil

Köllner, der Vermittler: Am Mittwoch fand zudem eine Aufsichtsrats-Sitzung statt, die Sechzigs Zukunft maßgeblich beeinflussen könnte: Die Vereins-Abgesandten Sebastian Seeböck (Verwaltungsrats-Boss), Karl-Christian Bay (Ex-Verwaltungsrat) und Thomas Heigl (Vorstand von Hauptsponsor "die Bayerische") sowie die Vertreter von Investor Hasan Ismaik (MAN-Betriebsrats-Chef Saki Stimoniaris, Bruder Yahya Ismaik und Anwalt Andrew Livingston) trafen sich zur abendlichen Tagung über Sechzigs Finanzen.

Unter anderem die bis Jahresende nötige Unterschrift von Investor Hasan Ismaik zur Umwandlung eines Fünf-Millionen-Darlehens in Genuss-Scheine dürfte thematisiert worden sein.

Ebenfalls in der Elefantenrunde mit dabei: Michael Köllner. "Es ist geplant, dass ich dort heute antanze und mich vorstelle", sagte er am Mittwochnachmittag. Doch nicht nur das: Der Ex-Nürnberger, der alle Beteiligten kennenlernen wolle, bot direkt seine Hilfe an. "Mag sein, dass ich vermitteln kann. Wenn ich helfen kann, mache ich das gerne, wenn es zum Wohle des Vereins ist."

Köllner lobt Vereinsdynamik: "Ich nehme eine starke Einheit wahr"

Köllner, der Visionär: Trotz der tiefen Giesinger Gräben erklärte Köllner, dass er "den Verein schon sehr geschlossen" wahrnehmen würde, "auch, wenn es womöglich anders ist". Ismaik und die Ultras lassen grüßen, die sich derzeit an Freundlichkeit kaum zu überbietende Botschaften senden.

Dennoch glaubt Köllner an die einende Kraft des sportlichen Erfolges: "In erster Linie interessiert mich der Sport. Und wenn ich den Sport in Haching gesehen habe, waren da alle möglichen Leute auf dem Fußballplatz, die sich – angeblich – sonst nicht so gerne begegnen", sagte Köllner, vermutlich über Präsident Robert Reisinger und Ismaik-Statthalter Anthony Power, der Torjäger Sascha Mölders in die Arme geschlossen hatte: "Ich nehme eine starke Einheit wahr und ich nehme vor allen Dingen eins wahr: Dass den Leuten der Sport am Herzen liegt."

Fußball muss bei Sechzig erste Priorität haben

Die Botschaft des Chefcoaches: "Am Ende geht es bei Sechzig München um Fußball. Wenn wir es schaffen, dass der Fußball Priorität hat, wird das schon alles funktionieren."

Im Erfolgsfall habe man jedenfalls "bei Sponsoren bessere Karten", die Stimmung in den Vereinsgremien sei besser und selbst der "eingeschlagene Kurs" würde sich als "richtig" herausstellen.

Was die ersten Spiele seiner Löwen betrifft, hat der Köllnersche Optimismus schon geholfen. Mal schauen, was er auf vereinspolitischer Ebene bewirken kann.

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