Entscheidung am 17. Mai Rollt bald der E-Scooter durch München?

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Von links: Tonalli Arreola (Lime), Florian Döllner (Bird), Christopher Kaindl (Voi) und Tobias Griesmeier (Tier) wollen mit ihren E-Scooter-Sharingangeboten auf den Münchner Markt. Foto: Daniel von Loeper

Mitte Mai könnten E-Scooter erlaubt werden. Anbieter stehen bereit und sind in Kontakt mit der Stadt München. Die Stadtrats-CSU trommelt eifrig für die Flitzer.

 

München - "Aus der Bahn, Kartoffelschmarrn", ruft Kommunalreferentin Kristina Frank, schubst den Roller dreimal an, drückt rechts das Gas und beschleunigt dann ihren E-Roller. Wacklig schaut’s aus, wie Kristina Frank (CSU) mehr frank als frei über den Sankt-Jakobs-Platz holpert. Spaß scheint sie trotzdem zu haben.

Die Stadtrats-CSU trommelt derzeit für E-Scooter. In einem Stadtratsantrag fordert die Partei die kostenlose Mitnahme von E-Scootern im öffentlichen Nahverkehr. Am Donnerstag haben sie mit den Sharing-Anbietern Lime, Tier, Voi und Bird zum Pressetermin geladen.

Münchner CSU will den E-Scooter

Denn schon am 17. Mai könnte der Bundesrat Elektrokleinstfahrzeuge wie Tretroller (E-Scooter), Skateboards und Hoverboards mit Elektromotor erlauben. Spätestens im Sommer tritt die neue Verordnung in Kraft und die Sharing-Anbieter scharren schon mit den Füßen. Vier von ihnen wollen ihre Kleinflitzer auch in München anbieten und sind deshalb bereits mit der Stadt in Gesprächen.

Allerdings: Die deutsche Verordnung mit ihren Anforderungen an die E-Tret-Roller wird strenger als in anderen Ländern, die Roller werden deshalb extra für den deutschen Markt entwickelt.

Stadt will Schrott-Chaos wie bei Obike vermeiden

Ein Schrott-Chaos wie beim Leihradlanbieter Obike will die Stadt unbedingt vermeiden. Auch deshalb arbeitet München eng mit den Anbietern zusammen und hat Leitlinien entwickelt: Abstellverbote, aber auch, dass der Anbieter sicherstellen muss, dass falsch abgestellte, umgefallene oder defekte E-Scooter innerhalb von maximal 24 Stunden eingesammelt werden. "Die Anbieter gehen mit den E-Scootern verantwortungsvoll um, denn das ist ein sehr wertiges Gerät", sagt Manuel Pretzl (CSU) mit Blick auf die schrottigen Obikes.

Fabian Ladda vom Marktführer Lime sagt: "Wir haben Angestellte, die jeden Tag nach den E-Scootern schauen und sie warten. Außerdem werden wir eine Beschwerdehotline einrichten."

Als Beispiel, wie es funktionieren kann, nennt Ladda Wien: Dort hat Lime in 22 von 23 Bezirken insgesamt 1.500 E-Scooter stehen. "Wir wollen unser Angebot von der Innenstadt auch nach außen erweitern" verspricht er. Bei Lime funktioniert das Roller-Leihen und Abstellen nach dem Free-Floating-Prinzip: Die E-Scooter werden also nicht an bestimmten Stationen zurückgegeben, sondern können überall, wo es erlaubt ist, abgestellt werden.

Bürgermeister Pretzl: "Ein lässiges Fahrgefühl"

Um die E-Scooter zu nutzen, braucht der Fahrer keinen Führerschein. Für Fahrzeuge bis weniger als 12 km/h beträgt das Mindestalter 12 Jahre, so sieht es der Entwurf vor. Für E-Roller mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 12 bis 20 km/h soll es bei 14 Jahren liegen. Die Sharing-Treter fahren alle bis zu 20 km/h, bei Tier gibt es sogar ein Mindestalter von 18 Jahren. Bei Lime nicht, allerdings melden sich Nutzer des Systems mit ihrer Kreditkarte an.

Die Anbieter fahren alle eine ähnliche Preispolitik: Bei Lime und Tier kostet die Aktivierung 1 Euro, dann 15 Cent pro Minute. Die Fahrt wird über eine App gestartet und beendet.

Manuel Pretzl hat jetzt auch seinen Test beendet. "Ein lässiges Fahrgefühl" findet der zweite Bürgermeister.

Lesen Sie hier den AZ-Kommentar zum Thema

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