Entscheidende Rückrunde steht an FC Bayern im Trainingslager: Diese Aufgaben muss Hansi Flick in Doha bewältigen

Hansi Flick bleibt mindestens bis zum Saisonende Trainer des FC Bayern. Foto: imago/Sven Simon

Voller Fokus auf die Rückrunde! Am 4. Januar geht es für den FC Bayern eine Woche lang ins Wintertrainingslager nach Doha. Trainer Hansi Flick hat dort einige Aufgaben.

 

München - Knapp eine Woche lang werden die Bayern-Stars in der Wüste Katars schwitzen – von 4. bis 10. Januar bereitet sich der deutsche Rekordmeister in Doha auf die entscheidende und anstrengende Rückrunde vor. Noch ist der FC Bayern in allen drei Wettbewerben vertreten, im Frühjahr beginnen dann die berüchtigten "Wochen der Wahrheit".

Für Hansi Flick geht es in Doha auch um seine Zukunft, im Wüstenstaat muss der 54-Jährige den Grundstein legen. Stimmen die Ergebnisse weiterhin und springt am Ende der Saison möglicherweise der ein oder andere Titel heraus, könnte der Trainer auch über die Saison hinaus seinen Posten behalten. Flick ist bei den Bossen und Spielern beliebt, das ist in den letzten Wochen deutlich geworden.

Doch einfach wird es für Flick nicht, im Trainingslager kommen einige knifflige Aufgaben auf ihn zu. Die AZ zeigt, was der Bayern-Trainer alles bewältigen muss.

1. Spielidee und System weiter ausbauen

Einer der größten Unterschiede zwischen Trainer-Vorgänger Niko Kovac und Flick: Die Spielphilosophie. Während Kovac das Hauptaugenmerk auf die Stabilität in der Defensive gelegt hat, möchte Flick einen offensiveren Fußball mit reichlich Ballbesitz spielen. Dazu setzt er auf eine hoch stehende Abwehr, die den Gegner früh anläuft. Viel Zeit, den Spielern seine Spielidee zu vermitteln, hatte Flick nicht. Der einstige Co-Trainer wurde nach der Kovac-Trennung im Herbst quasi ins kalte Wasser geworfen.

Nun hat Flick mehr Zeit und Ruhe, sein Spielsystem weiter auszubauen – das Trainingslager bietet die perfekte Gelegenheit dafür. "In der Rückrunde müssen wir flexibler sein", so Flick im "kicker"-Interview. "Wir hatten wenig Zeit, um Inhalte richtig trainieren zu können. Deshalb ist es einer unserer Ziele in der Vorbereitung, dass wir uns mehrere Optionen erarbeiten."

2. Nachwuchsspieler an die Profis heranführen

Auch aufgrund der teilweise stark angespannten Personalsituation war Flick im Endspurt der Hinrunde dazu gezwungen, etliche Nachwuchsspieler aus der zweiten Mannschaft in den Kader zu berufen. Mit Oliver Batista-Meier, Sarpreet Singh, Leon Dajaku und Joshua Zirkzee trainieren derzeit auch vier Youngster offiziell bei den Profis mit. Zuletzt durften Zirkzee und auch Dajaku Profiluft in der Bundesliga schnuppern. Zirkzee avancierte sogar zwei Mal zum Helden, als er mit seinen Treffern gegen Freiburg und Wolfsburg für den Sieg sorgte.

Es ist davon auszugehen, dass Flick einige der Talente auch mit ins Trainingslager nach Doha nehmen wird. Zum einen alleine schon, um die Einheiten mit genügend Spielern absolvieren zu können. Zum anderen aber auch, damit die Nachwuchsspieler weiter an das Profiteam herangeführt werden. Flick muss es gelingen, Youngster und gestandene Superstars zu einer Einheit zu machen.

3. Top-Stars bei Laune halten

Mit der Übernahme von Flick gingen auch einige grundlegende Änderungen im Kader einher: Thomas Müller ist beispielsweise wieder gesetzt, dafür ist Superstar Philippe Coutinho nicht mehr unumstrittener Stammspieler und auch Thiago muss nun um seinen Platz im Mittelfeld kämpfen.

Flick muss seine Spieler, teilweise Stars von Weltformat, bei Laune halten und sie weiterhin motivieren. Dass das bislang gut geklappt hat, haben die letzten Wochen gezeigt – die Stimmung innerhalb des Teams ist unter Flick merklich besser geworden. "Jeder Trainer, jeder Mensch hat eine andere Art, ein Team zu führen. Ich spreche viel mit den Spielern und gebe ihnen Vertrauen, damit sie Spielfreude entwickeln und Dinge auf dem Platz ausprobieren, kreativ sind. Diese Elemente möchte ich fördern", so Flick im "kicker".

Drei Hürden, die Flick meistern muss, um am Ende der Saison im Idealfall mit drei Titeln dazustehen. Den Anfang dafür muss er Anfang Januar in Doha machen.

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