Ende einer Ära FC Bayern: Oldies sagen Servus - Die Romanze Robbéry

Umarmung nach dem Spiel: Die Bayern-Altstars Arjen Robben (l.) und Franck Ribéry. Foto: sampics/Augenklick

Arjen Robben kehrt gegen Hannover 96 nach mehr als fünf Monaten auf den Platz zurück, Franck Ribérys Abschied ist nun auch fix.

 

München - Es wäre ein bisschen zu kitschig gewesen, hätte dieser Freistoß tatsächlich den Weg ins Tor gefunden: Arjen Robben legte sich den Ball in der Nachspielzeit des Spiels gegen Hannover 96 zurecht, das Stadion tobte vor Freude – doch dann schoss Robben deutlich über das Tor. "Vielleicht war es ein gutes Zeichen, dass der nicht reingegangen ist", sagte der Niederländer später. Klar: In den kommenden drei Wochen bleibt noch Zeit für einen letzten großen Robben-Moment.

Doch auch der Samstag war ein besonderer Tag für den 35-Jährigen und Franck Ribéry (36), Robbens kongenialen Flügel-Partner der vergangenen zehn Jahre. Der eingewechselte Ribéry traf in der 84. Minute nach einem hübschen Tänzchen im Strafraum zur 3:1-Entscheidung und wurde von den Teamkollegen geherzt. Die Fans jubelten lautstark, als sich Ribéry vor der Kurve immer wieder aufs Bayern-Logo klopfte. Die Stimmung wurde dann noch ausgelassener – und das lag an Robben: Der Wembley-Held von 2013 kam für Kingsley Coman ins Spiel (86.), er freute sich wie ein kleiner Bub darüber.

Robben-Lied in der Allianz Arena

Kein Wunder: Sein letztes Spiel hatte Robben Ende November bestritten, danach streikte der Körper. Wie so oft in der Karriere. Doch die negativen Gedanken waren am Samstag verflogen. "Das war sehr emotional", sagte Robben zum Moment der Einwechslung, als sich die Fans erhoben und ihm applaudierten. Robbens Helden-Song ("Der Arjen hat's gemacht!") hallte durch die Arena.

"Ich bin sehr dankbar, dass die Fans mich so empfangen haben. Dafür habe ich gekämpft in den letzten fünf Monaten", sagte er. "35 bin ich jetzt, habe vieles erlebt, aber ich wollte unbedingt auf den Platz zurück und noch mal Spaß haben, Fußball spielen." Viele von Robbens Mitspielern verspürten "extreme" Gänsehaut, wie es Joshua Kimmich stellvertretend sagte: "Was er für den Verein geleistet hat, wie viele wichtige Tore er geschossen hat – absolut verdient, dass er so gefeiert wurde."

Die Romanze Robbéry. Ob sich die beiden Bayern-Ikonen am Saisonende mit dem Double verabschieden? Sie haben auf jeden Fall noch viel vor bis zum Pokalfinale am 25. Mai gegen RB Leipzig, ihrem letzten Spiel für die Münchner. "Ich habe immer gesagt, dass ich bei meiner Rückkehr nicht nur den Fans zuwinken will. Ich will Titel gewinnen", sagte Robben: "Vielleicht kann ich den Unterschied mit einer Vorlage oder einem Tor machen. Es ist noch viel drin."

Robben und Ribéry bekommen Abschiedsspiel

Wohl ebenso bei Ribéry, dessen Abschied am Sonntag von Bayern nun auch offiziell verkündet wurde. "Zu Bayern zu kommen, war ein Traum für mich", sagte Ribéry auf der Vereins-Homepage: "Man hat mich in meinem Leben und meiner Karriere nie fallenlassen, das werde ich nie vergessen." Es sei "Wahnsinn, dass ich zwölf Jahre hier war", der Abschied falle ihm und den Fans schwer, "aber wir können nicht vergessen, was wir zusammen erlebt haben. Wir haben so viel zusammen gewonnen – über 20 Titel."

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge würdigte Robben und Ribéry als "großartige Spieler. Der FC Bayern hat beiden sehr viel zu verdanken und wird ihnen einen großartigen und emotionalen Abschied bereiten. Sie haben die erfolgreichste Dekade des FC Bayern mit fantastischem Fußball mitgeprägt", sagte er. Im Jahr 2020 werden Robbéry ein gemeinsames Abschiedsspiel in München bekommen. Zuvor wollen beide Stars ihre Karrieren fortsetzen.

"Ich liebe den Fußball und möchte gerne weiterspielen", sagte Robben. Wo das sein wird, ist allerdings offen – ebenso bei Ribéry. "Ich habe noch keinen richtigen Plan für die nächste Saison", sagte der Franzose, dem Angebote aus Katar und der Türkei vorliegen sollen. Robben wird mit einem Wechsel in die niederländische Liga in Verbindung gebracht.

Zukunftsmusik. Zunächst wollen Robbéry mit dem Double Servus sagen. Damit es am 25. Mai in Berlin so richtig schön kitschig wird.

 

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