Emotionsloser Auftritt nach dem Spiel Hat Boateng mit dem FC Bayern schon abgeschlossen?

Jérôme Boateng diskutiert mit Schiedsrichter Christian Dingert. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Bei FC Bayern-Star Jérôme Boateng stehen am Ende der Saison alle Zeichen auf Abschied. Wer den Ex-Nationalspieler im Spiel gegen Hannover gesehen hat, könnte den Eindruck gewonnen haben, der 30-Jährige habe mit dem deutschen Rekordmeister innerlich schon abgeschlossen.

 

München - Eigentlich war es für den FC Bayern ein gelungener Samstagnachmittag. Die Pflichtaufgabe Hannover 96, zugegebenermaßen anstrengender als angenommen, mit 3:1 gemeistert, den Vorsprung auf Verfolger Dortmund zunächst gehalten und, wie sich später rausstellen sollte, sogar ausgebaut.

Die siebte Meisterschaft in Folge ist also zum Greifen nahe, dennoch war einem an diesem Tag nicht zum Feiern zumute: Jérôme Boateng.

Hat Boateng mit dem FC Bayern schon abgeschlossen?

Wer den Weltmeister von 2014 am Samstag während und vor allem nach dem Spiel beobachtet hat, dem konnte durchaus der Gedanke kommen, dass der 30-Jährige mit dem Kapitel FC Bayern München innerlich abgeschlossen haben könnte.

Da war die Szene in der 50. Minute, in der Boateng, beim Stand von 2:0, den Ball an den Ellbogen bekommen hatte und Schiedsrichter Christian Dingert erst nach Sichtung der Videobilder auf den Elfmeterpunkt deutete.

Ob man diesen Strafstoß geben muss, darüber lässt sich streiten, nicht jedoch über die Reaktion, die Jérôme Boateng danach an den Tag legte. Fassungslos zeigte Boateng dem Unparteiischen Dingert den Vogel. Der Innenverteidiger kann von Glück reden, dass er dafür nicht vom Platz gestellt wurde. Hat er hier einen möglichen Platzverweis billigend in Kauf genommen?

Keine Ehrenrunde, kein Dank an die Fans

"Ich glaube, er hat die Entscheidung hinterfragt. Er hat nicht dem Schiedsrichter, sondern der Regel den Vogel gezeigt", versuchte Thomas Müller im Nachhinein die Situation zu klären. Jérôme Boateng war nach der Entscheidung und dem daraus resultierenden 2:1-Anschlusstreffer restlos bedient. Dies bekamen nach dem Abpfiff nicht nur die wartenden Medienvertreter, sondern vor allem die Fans in der ausverkauften Allianz Arena zu spüren.

Anstelle sich mit seinen Mitspielern auf eine Ehrenrunde zu begeben und sich bei den Anhänger zu bedanken, klatschte er nur kurz mit einigen Kollegen ab um anschließend schnurstracks und wortlos in den Katakomben zu verschwinden. Das hat man von Boateng in der Vergangenheit schon souveräner gesehen.

Quo vadis, Boateng?

Zwar hat der Abwehrmann noch einen laufenden Vertrag bis 30.06. 2021, doch nachdem die Bayern das französische Weltmeister-Duo Benjamin Pavard und Lucas Hernandez für die kommende Saison verpflichtet haben, gilt der Ex-Nationalspieler als der wahrscheinlichste Abgang.

Als mögliche Ziele wurden in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Paris Saint-Germain, Juventus Turin und der SSC Neapel genannt.

Bis dahin stehen für Boateng aber noch drei Spiele im Bayern-Trikot an, nach denen er dannn nach acht Jahren in München, vielleicht mit dem Double Abschied nehmen kann. Dann hoffentlich mit einem Lächeln im Gesicht, einer extralangen Ehrenrunde für die Fans und einem kleinen Abschiedsliedchen auf dem Rathausbalkon.

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