Dreigestirn neben Rummenigge Das sind die neuen Mächtigen beim FC Bayern

Sie sollen gemeinsam die Hoeneß-Lücke füllen (v.l.): Hasan Salihamidzic, Oliver Kahn und Herbert Hainer. Foto: sampics/firo/Augenklick, Matthias Balk/Daniel Karmann/dpa, AZ-Montage

Neben Karl-Heinz Rummenigge sollen Herbert Hainer, Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic den FC Bayern in die Zukunft führen.

 

München - Manchmal klingt Herbert Hainer (65) schon wie Uli Hoeneß (67), wenn er über den FC Bayern spricht. Man werde "nicht jeden finanziellen Wahnsinn mitmachen", sagt Hainer zum Gerangel mit der schwerreichen europäischen Konkurrenz: "Das hat der FC Bayern in den letzten zehn, zwanzig Jahren gut bewiesen: Dass man erfolgreich ist, dass man wirtschaftlich sauber arbeitet."

Und ja, er wolle wie Hoeneß weiter versuchen, "die Fans, die Basis, die Mitglieder einzubinden" und gleichzeitig alles dafür tun, "um eine attraktive Mannschaft zu stellen. Das sind wir auch unseren Fans schuldig."

Es sind Sätze, die gut ankommen beim Volk. Sätze, die Hainer an diesem Freitagabend in ähnlicher Form wiederholen wird, wenn ihn die Mitglieder des FC Bayern zum neuen Präsidenten wählen. Zum Hoeneß-Erben.

Drei Hoeneß-Vertraute an der Macht

Mit Hainer, dem künftigen Sportvorstand Hasan Salihamidzic (42) und Oliver Kahn (50), der Anfang 2020 in den Vorstand rückt und 2022 dann Karl-Heinz Rummenigge (64) als Vorstandsvorsitzenden ablöst, seien "genau die Zukunftsperspektiven aufgezeigt, die ich mir vorgestellt habe", sagt Hoeneß. Es ist ein neues Bayern-Dreigestirn ganz nach seinem Geschmack.

Drei Hoeneß-Vertraute werden nach der Rummenigge-Ära an der Macht sein – so sichert der scheidende Präsident auch seinen eigenen Einfluss. Die letzte personelle Weiche hat er in dieser Woche gestellt, als er Salihamidzics Beförderung abnicken ließ.

Mit Hainer verbindet Hoeneß enge Freundschaft

Mit seinem Nachfolger Hainer verbindet Hoeneß eine enge Freundschaft, die beiden Metzgersöhne waren in Krisenmomenten füreinander da. Hoeneß, als Hainers Tochter im Alter von nur 23 Jahren an einer Lungenembolie verstarb. Und Hainer, als Hoeneß 2014 wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis musste. Er werde nie zulassen, dass Hainer durch ihn zur "lame duck" werde, kündigte Hoeneß zuletzt an.

Am Tegernsee stünden für die neuen Macher immer "Kaffee, Kuchen, Rostbratwürste" bereit. Man darf davon ausgehen, dass Hainer, Kahn und Salihamidzic dieses Angebot annehmen werden.

Bei der sportlichen Entwicklung der Mannschaft stehen nun besonders Kaderplaner Brazzo und Kahn neben Vorstandsboss Rummenigge im Fokus. Zunächst geht es darum, einen Cheftrainer für die Saison 2020/21 zu finden, einen Visionär, der Bayern wieder eine klare Spielphilosophie vermittelt. "Ich glaube, dass es wichtig ist, auch mal wegzukommen von großen Namen", sagte Kahn. Man müsse sich "ganz genau Gedanken" machen, führte der frühere Weltklasse-Keeper aus: "Was ist der Fußball, für den Bayern München steht und stehen möchte, und was ist ein Trainer, der optimal dazu passt."

"Kahn ist Bayern pur und im besten Alter"

In Kahn setzen viele Bayern-Fans die größten Hoffnungen – nicht nur deshalb, weil er ein exzellenter Analytiker ist. "Ich traue Kahn zu, der emotionale Leader der Zukunft zu werden", sagte Edmund Stoiber, Vorsitzender des Verwaltungsbeirats und Mitglied des Aufsichtsrats, im AZ-Interview: "Kahn ist FC Bayern pur und im besten Alter. Er übernimmt einen Topverein. Wenn Rummenigge Ende 2021 aufhört, ist Kahn eine absolute Toplösung, ein großartiger Nachfolger. Der FC Bayern ist bestens auf die Zukunft vorbereitet."

Hainer sieht es ähnlich, er hat wie sein Vorgänger im Präsidentenamt die höchsten Ziele. "Natürlich wollen wir wieder mal die Champions League gewinnen. Das ist der Antrieb, den man haben muss."

Hoeneß hätte es nicht besser sagen können.

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