DFB-Elf vor dem EM-Viertelfinale Jetzt zeig’s den Italienern, Mario Gomez!

Es läuft: Mario Gomez bei seinem Tor für Deutschland im EM-Achtelfinale gegen die Slowakei. Foto: dpa

Mario Gomez, immer noch beim AC Florenz unter Vertrag, trifft im EM-Viertelfinale gegen Italien auf einige Bekannte aus der Serie A – wo es sportlich nicht lief. "Ich hege keinen Groll", sagt er. "Es wird extrem schwierig".

 

Evian -  Der Dienstag, dieser herrliche Tag am Genfer See mit bestem Wetter, war ein Geschenk für die Nationalspieler. Bundestrainer Joachim Löw hatte seinem Kader frei gegeben. Doch der Abend wurde schrecklich, insbesondere für Mario Gomez. Als der Mittelstürmer die ersten Push-Nachrichten vom Selbstmord-Anschlag am Atatürk-Flughafen in Istanbul, seit August 2015 seine Wahlheimat, auf dem Handy sah, machte er sich große Sorgen.

"Ich habe all meinen Bekannten eine SMS geschickt und gefragt, ob es ihnen gut geht", sagte der Torjäger von Besiktas Istanbul mit betroffener Stimme. "Es ist eine sehr traurige Geschichte. Das Land wird darunter leiden, auch die Liga."

Über seine persönliche Zukunft wollte der 30-Jährige am Mittwoch nicht sprechen, schließlich ist Gomez lediglich ausgeliehen vom AC Florenz. Und damit zurück zum Sport, zur EM, zum Viertelfinal-Gegner Italien am Samstag in Bordeaux (21 Uhr, ARD und im AZ-Liveticker).

Zwei Startelf-Einsätze, zwei Tore: Es läuft bei Mario Gomez

Auch Gomez war es lieber, über Fußball zu sprechen. Läuft ja bei ihm. Zwei Startelf-Einsätze, gegen Nordirland im dritten Vorrundenspiel (1:0) und gegen die Slowakei im Achtelfinale (3:0), zwei Gomez-Treffer, zwei typische Mittelstürmer-Tore. Job erfüllt, Haken dran. Weiter.

Bundestrainer Löw hat sein System mit der echten Neun Gomez gefunden. Nächster Beweistermin gegen Italien. Gegen viele Verteidiger, die er bestens kennt. Aus zwei Jahren Serie A. Aus zwei verlorenen Jahren. 2013 wechselte Gomez, nach vier mittelprächtigen Jahren beim FC Bayern, in denen 2010/11 Bundesliga-Torschützenkönig sowie zwei Mal Meister und Pokalsieger wurde, allerdings den Champions-League-Triumph nur als Joker erlebte, zum AC Florenz. Pep Guardiola sortierte den Mittelstürmer nach dem ersten Trainingslager aus. Er hatte ja Mario Mandzukic, den er allerdings bald auch nicht mehr brauchen sollte.

Gomez über den AC Florenz: "Ich hatte eine tolle Zeit"

Bei seiner Ankunft in der Toscana wurde Gomez frenetisch gefeiert, anfangs lief es auch – bis er sich Mitte September 2013 einen Innenbandteilriss im Knie zuzog. Eine Sehnenentzündung verzögerte sein Comeback bis Mitte Februar 2014. Wegen einer Bänderdehnung im Knie (März 2014) kam er in zwei Spielzeiten nur auf sieben Treffer in 29 Spielen. Bedauert er den Wechsel? "Nein, auch wenn es sportlich nicht immer gut lief, hatte ich eine tolle Zeit", sagte Gomez, "ich hege keinen Groll. Ich mag Italien nach wie vor."

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Dennoch würde es ihm gut tun, beweisen zu können, dass er nichts verlernt hat – gerade gegen die Italiener. "Bayern hat doch in der Champions-League gegen Juventus Turin gezeigt, dass man Tore gegen die Italiener schießen kann", meinte er hoffnungsvoll, "es wird ein sehr intensives, unangenehmes Spiel, extrem schwierig. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir ins Halbfinale kommen."

Gegen die alten Männer der Juve-Abwehr um Torwart Gigi Buffon (38). "Ich bin auch alt und trotzdem gut – wie Italien", scherzte der Sohn einer deutschen Mutter und eines spanischen Vaters, geboren im baden-württembergischen Riedlingen.

Am 10. Juli hat Mario Gomez Geburtstag, dann wird er 31 Jahre alt. Beschenkt er sich mit dem Europameister-Titel?

 

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