Deutschland bei WM in Brasilien DFB-Team: Kampf um die letzten vier Startelf-Plätze

Das Antreiber-Duell: Özil (l.) gegen Podolski Foto: dpa

Am Montag startet Deutschland mit der Partie gegen Portugal ins WM-Turnier. Die AZ zeigt die letzten internen Duelle im Ringen um einen Platz in der Anfangsformation. 

 

Santo André - Es war der erste Auftritt von Joachim Löw auf einer Pressekonferenz in Brasilien – und schon hat der Bundestrainer einen neuen Begriff geprägt: eine „erste 14“.

„Wir haben nicht unbedingt Stammspieler, sondern 23 WM-Fahrer“, sagte Löw, „und alle 23 müssen zu jeder Sekunde in Alarmbereitschaft sein. Es ist keine Strafe, wenn du nicht von Minute eins auf dem Platz bist. Vielleicht ist es für einige Spieler von Vorteil.“

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Löw setzt aufgrund der Schwüle und Luftfeuchtigkeit in den Spielorten auf den Faktor Frische von der Bank und glaubt: „Diese Leute müssen den Unterschied ausmachen. Spezialkräfte, die den Gegner empfindlich treffen werden, wenn andere müde sind.“

Doch wie so oft in vergangenen Turnieren könnte sich die Elf, die das Auftaktspiel gegen Portugal am Montag (18 Uhr, ARD live) bestreitet, festspielen. Also tobt der Kampf um die Plätze im Trainingscamp „Campo Bahia“, nur sieben Positionen in der Löw-Startelf scheinen gesichert.

In der Defensive: Torhüter Manuel Neuer, Rechtsverteidiger Jérôme Boateng, die Innenverteidiger Per Mertesacker und Mats Hummels, davor als Sechser Sami Khedira. Dazu Thomas Müller – ob als Rechtsaußen oder hinter der Spitze. Plus Ballverteilungsmaschine Toni Kroos, auf ihn wird Löw nicht verzichten.

Bleiben vier Fragezeichen. „Am Anfang wird es schwere Entscheidungen geben“, meinte Löws Assistent Köpke. Die AZ macht den Check: Wer liegt drei Tage vor dem Duell mit Portugal den Tick vorne?

LAHM - KHEDIRA - SCHWEINSTEIGER
Zwei aus diesem Trio spielen. „Es werden viele auf der Bank sitzen, die das nicht gewohnt sind“, sagte Philipp Lahm voraus. Da Löw, wie er gestern verriet, auf Lahm als zentralen Aufbauspieler („Er wird im Mittelfeld spielen“) setzt, dürfte sein Bayern-Kollege zunächst das Nachsehen gegenüber Sami Khedira (Real) haben. Das Sechser-Duo gegen Portugal heißt Khedira/Lahm. Lange Zeit war Schweinsteiger der Chef im deutschen Mittelfeld. Nach seinen Problemen mit der Patellasehne könnte es wie bei der EM 2008 kommen, als Schweinsteiger beim 2:0 zum Auftakt gegen Polen ebenfalls nur Reservist war.
AZ-Wertung: Vorteil Lahm/Khedira.

HÖWEDES - DURM
Zunächst galt der Dortmunder Shootingstar als Variante für die linke Abwehrseite weil BVB-Kollege Marcel Schmelzer angeschlagen absagen musste. Doch Durm, ein Länderspiel und eine Profisaison, ist zu unerfahren. Löw hofft, dass der Schalker Benedikt Höwedes (sieben Profijahre) mit dem Druck einer WM besser umgehen kann. Als gelernter Innenverteidiger auf links – wie Boateng 2010.
AZ-Wertung: Vorteil Höwedes

ÖZIL - PODOLSKI
Beide kommen wohl nicht gleichzeitig zum Einsatz. Die Spielmacher-Rolle kann Kroos übernehmen, abgesichert von Khedira/Lahm. „Manchmal ist seine Körpersprache nicht so, wie sie für einen Fußballer seines Kalibers sein muss“, sagte Ex-Kapitän Michael Ballack in „Marca“ über Özil. Vielleicht reizt ihn Löw mit einer Bank-Verbannung. „Ich bin heiß, will ein gutes Turnier spielen mit den Jungs“, sagte Podolski, „auch wenn ich von der Bank komme, ist das für mich kein Problem.“
AZ-Wertung: Vorteil Podolski

GÖTZE - KLOSE
Der einzige Stoßstürmer im Team will den WM-Rekord, doch dem 36-Jährigen droht die Bank. Er weiß: „Wir sind nicht so berechenbar für die Gegner.“ Eben. Mit der Variante „falscher Neuner“, die Löw gegen Portugal vorziehen dürfte. AZ-Wertung: Vorteil Götze – zumindest für den Auftakt

Patrick Strasser

 

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