Details zum Vertrags-Poker des Jahres Lewandowski-Wechsel: Ablösesumme, Verhandlungsstand und Team-Zoff

Wohin führt die Reise? Lewandowski will noch immer zu Real - ab der der FC Bayern verlangt eine schwindelerregende Ablösesumme. Foto: Oscar J. Barroso/gtres/dpa

Robert Lewandowski will den FC Bayern verlassen – das steht fest, seit sein Berater den Verein offiziell um Freigabe bat. Doch für wie viel Geld lassen ihn die Bosse ziehen? Wo geht die Reise hin? Und wie ist sein Rückhalt im Team? Alle Details zum Lewandowski-Poker.

München – Im Februar trennte Robert Lewandowski sich von seinem bisherigen Berater-Team Maik Barthel und Cezary Kucharski und engagierte stattdessen Branchen-Schwergewicht Pini Zahavi. Der hatte zuvor schon Chelsea an Abramowitsch verkauft und Neymar an Paris. Ende Mai ließ er dann in München die nächste Bombe platzen: Lewandowski habe den FC Bayern offiziell um eine Freigabe zum Saisonende gebeten, verkündete er in der "Sport Bild". Die legte nun nach und enthüllt weitere brisante Details zum Verhandlungsstand rund um den Stürmer-Transfer des Jahres.

Seit Jahren kokettiert Lewandowski mit einem Wechsel zu seinem Wunsch-Club Real Madrid, doch zuletzt hieß es, die "Königlichen" hätten mittlerweile das Interesse an dem Polen verloren. Allerdings hatte es schon konkrete Gespräche gegeben, wie die "Sport Bild" jetzt berichtet. Im Januar hatten sich Lewandowskis damalige Berater Barthel und Kucharski im noblen Münchner Restaurant Käfer mit Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic getroffen. Im Gepäck hatten sie eine Botschaft von Reals mächtigem Präsidenten Florentino Pérez: Der wolle Lewandowski unbedingt verpflichten, aber nur, falls die Bayern ihr Okay für Verhandlungen geben. Doch das blieb damals aus und nur wenige Wochen feuerte Lewandowski seine beiden Berater.

Lewandowski-Wechsel: FC Bayern will 200 Millionen Euro

Im April kam dann wieder Bewegung in die Angelegenheit und dieses Mal suchte Lewandowski persönlich das Gespräch mit Uli Hoeneß – wohl um zu unterstreichen, wie wichtig ihm ein Wechsel ist. Er bat den FCB-Präsidenten um Freigabe, falls ein anderer Verein den Bayern ein finanziell akzeptables Angebot unterbreitet. Wie Hoeneß antwortete ist nicht bekannt, wohl aber, welche Summe der FC Bayern als angemessen einstuft: Für weniger als 200 Millionen Euro Ablösesumme würden die die Bosse nicht mal den Telefonhörer abheben, schreibt die "Sport Bild".

Bei einer derart hohen Ablöse dürfte die Zahl der Bewerber recht gering sein. Einer der wenigen Vereine, der so etwas stemmen könnte, wäre aber eben jenes Real Madrid, von dem Lewandowski schon so lange träumt. Und mittlerweile darf der Stürmer wohl auch wieder träumen: Denn nach dem überraschenden Rücktritt von Trainer Zinedine Zidane hat der größte oder eventuell sogar einzige Gegner des Transfers den Verein verlassen. Und Präsident Pérez ist nach wie vor an "Lewy" interessiert.

Zoff im Team? Hummels Spitze gegen Lewandowski

Jetzt ist es also am FC Bayern, eine Entscheidung für oder gegen den Top-Torjäger zu treffen. Dass der Verein dabei am längeren Hebel sitzt, auf die Einhaltung des noch bis 2021 gültigen Vertrags pochen kann, betont auch Abwehr-Star Mats Hummels im "Sport Bild"-Interview: "Ich sehe in dem Thema keine große Dramatik: Wenn die Bosse sagen, dass er bleibt, bleibt er." Und falls sie Lewandowski die Freigabe erteilen sollten, dann sei er eben weg.

Klingt nicht gerade, als wenn Hummels großen Trennungsschmerz erwarten würde. Dafür spricht auch eine weitere Aussage des Nationalspielers. Auf seinen öffentlichen Trainingskonflikt mit Lewandowski angesprochen, bei dem Hummels sich über das demonstrative Schuhezubinden statt Mitspielen seines Mannschaftskameraden aufgeregt hatte, sagt er vieldeutig: "Ob das Schuhebinden von Lewy der alleinige Auslöser für meine Reaktion war, möchte ich mal offen lassen."

Vielleicht kommt es am Ende so sogar doch noch zu einem bislang eher utopisch klingenden Wechsel – oder besser gesagt Tausch: Gareth Bale will Real Madrid verlassen und liebäugelt mit München, Lewandowski zieht es in genau die umgekehrte Richtung. Und für beide Spieler wollen die Vereine wohl um die 200 Millionen Euro. Also ein bislang einmaliger Mega-Tausch der Top-Stürmer? Vielleicht wäre es fürs Mannschaftsgefüge besser so, denn Bale verkörpert all das, wofür Lewandowski nicht (mehr) steht, wie die AZ bereits vor Kurzem analysierte.

 

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