Derby-Held Mölders Haching-Trainer Schromm: "Sascha hat in der 3. Liga nichts verloren"

Trainer der SpVgg Unterhaching: Claus Schromm. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Nach der Niederlage im Derby gegen den TSV 1860 erklärt Hachings Trainer Claus Schromm die problematische Situation für Vereine in der 3. Liga. Es geht vor allem ums liebe Geld.

 

München - Fast im Alleingang hat Löwen-Stürmer Sascha Mölders seine Mannschaft im S-Bahn-Derby gegen die SpVgg Unterhaching zum Sieg geschossen. Mit zwei Toren und einem Assist sorgte der 34-Jährige für den 3:2-Erfolg im Hachinger Sportpark.

Wenige Stunden später waren Michael Köllner und Claus Schromm, die Trainer beider Mannschaften, in der BR-Sendung "Blickpunkt Sport" zu Gast. Neben dem Derby ging es auch um die allgemeine Situation der Vereine in der 3. Liga – und die sieht Haching-Coach Schromm recht problematisch.

Haching-Trainer Schromm erklärt Problem in der 3. Liga

Ihm zufolge ist die dritthöchste Spielklasse in Deutschland vor allem für junge, vielversprechende Talente da und nicht für Routiniers oder Spieler mit Bundesliga-Erfahrung. "Für was ist die 3. Liga da? Wir haben in den ersten beiden Ligen das Problem, dass die Spielzeit von jungen, in Deutschland ausgebildeten Spielern drastisch nach unten geht. Es ist Sinn und Zweck, dass junge Spieler in der 3. Liga spielen."

Um seine Aussage zu unterstreichen, nennt Schromm sogar konkrete Namen: "Da hat – nichts gegen den Sascha – der Sascha (Mölders, d. Red) mit Jahrgang 85 nichts in der 3. Liga verloren. Da hat auch ein Dominik Stroh-Engel (Stürmer in Unterhaching, d. Red.) wahrscheinlich nichts verloren." Doch Schromm zufolge haben die Vereine keine andere Wahl, sie müssen ältere und vielleicht bessere Spieler aufstellen. "Warum machen das aber die Vereine? Weil sie aus der Liga rausmüssen!"

Zwickmühle in der 3. Liga: Geld oder Talent?

Hintergrund des ganzen ist - wie sollte es auch anders sein - das liebe Geld: Der DFB hat einen Nachwuchsfördertopf für die 3. Liga eingerichtet, der insgesamt 2,95 Millionen Euro umfasst. Jeder Drittligist bekommt pro Jahr pauschal 50.000 Euro. Der Rest wird über die Einsatzzeiten von deutschen U21-Spielern geregelt. Je mehr Spielminuten solche Spieler haben, desto mehr Geld bekommt der Verein also aus dem Fördertopf.

Laut Schromm befinden sich die Vereine aufgrund dieser Situation aber in einer Zwickmühle. "Jeder Verein muss selbst für sich entscheiden. Bei uns jetzt: Tu ich den Florian Dietz (21 Jahre alt, d. Red) vorne rein und die Spielminuten werden an den Topf angerechnet. Oder tu ich den Dominik Stroh-Engel vorne rein und gewinne vielleicht das Spiel. Die Aufgabe der 3. Liga ist sonnenklar: Die 3. Liga ist aktuell einfach viel zu stark und viel zu gut. Jeder will und muss in die 2. Liga hoch, um an den Geldtopf zu kommen. Der Fördertopf ist eine richtig gute Geschichte, aber vom Volumen her viel zu klein, damit ein Strategiewechsel bei den Vereinen stattfinden oder wird."

Zumindest um Mölders muss sich Schromm jedoch keine Sorgen mehr machen. Der Löwen-Stürmer hört nach der Saison mit dem Profifußball auf – seine Entscheidung scheint unumstößlich zu sein.

 

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