Der große AZ-Vergleich „Die spannendste Liga der Welt“

Die Bundesliga boomt weiter, Branchenführer FC Bayern muss sich dreier hartnäckiger Verfolger erwehren – und dennoch liegt Potenzial brach. Die AZ macht den internationalen Vergleich.

 

MÜNCHEN - Keine Frage: Wer nicht gerade Bayern-Fan ist, der hätte sich diese Entwicklung nicht schöner erträumen können. Und selbst Bayern-Fans werden zugeben, dass der Titelkampf einen ganz besonderen Reiz hat in diesem Jahr. Mit Bayern, Dortmund, Schalke (mit 40 Zählern punktgleich an der Spitze) und Mönchengladbach (einen Punkt dahinter) kämpfen vier Mannschaften um die Meisterschaft. So eng ging es in der Liga seit 37 Jahren nicht mehr zu.

„Die Bundesliga ist die spannendste Liga der Welt“, schwärmt Dortmunds Coach Jürgen Klopp, „es gibt nichts Vergleichbares.“ Der Mann hat recht. Während in den anderen europäischen Top-Ligen höchstens zwei Teams ernsthaft um den Titel streiten, muss sich hier richtig anstrengen, wer im Mai die Salatschüssel in den Himmel recken möchte. Auch bei den Bayern scheint sich wieder eine gewisse Demut vor der Bundesliga breit gemacht zu haben, jetzt, wo sie den Atem der Verfolger im Nacken spüren.

„Je stärker die Konkurrenz, desto mehr Gas geben wir“, meint etwa Präsident Uli Hoeneß. Und davon profitiert die ganze Liga. Während es in Frankreich Paris St. Germain trotz umfangreicher Bemühungen und reichlicher Petro- und Gas-Dollar aus Katar im Winter nicht geschafft hat, auch nur einen einzigen Star an die Seine zu lotsen, ist die Bundesliga längst auch für Top-Stars interessant. Wie gut die Bundesliga tatsächlich ist, soll der AZ-Vergleich der vier europäischen Top-Ligen klären.

Spannung: Vier Teams an der Spitze, dazu ein Abstiegskampf, der im Grunde schon mit dem Tabellenachten Hoffenheim beginnt: Besser geht’s nicht. „Die Bundesliga sollte mit ihren nur 18 Mannschaften als Beispiel für andere Länder dienen“, sagte der frühere italienische Star Giuseppe Bergomi der „Welt“.

Vermarktung: Bayern und Schalke kassieren weit über 20 Millionen Euro für das Trikotsponsoring – und finden sich damit in der europäischen Spitze wieder. Bei der Auslandsvermarktung hat die DFL 2011 72 Millionen Euro erlöst – eine Steigerung von 50 Prozent. Aufholbedarf besteht noch bei der nationalen TV-Vermarktung. Bisher kassieren die 36 DFL-Klubs eher bescheidene 412 Millionen Euro pro Jahr. Mit durchschnittlich 42102 Zuschauern pro Spieltag ist die Bundesliga nach der NFL aber die zweitbeliebteste Profiliga überhaupt.

Stars: Robben, Ribéry, Raul, klar. Aber die Bundesliga macht sich ihre Stars vor allem selbst: Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, Toni Kroos, Mario Götze, Sven und Lars Bender, Mario Gomez, Marco Reus... So eine Ansammlung an einheimischen Talenten gibt es sonst nirgendwo. Insgesamt beträgt der Marktwert aller Bundesliga-Spieler laut transfermarkt.de 1752725000 Euro – nur Platz vier in Europa.

Niveau: Die Liga ist ausgeglichen, doch international ist das Niveau ausbaufähig. „Ich würde mir wünschen, dass sich langfristig nicht nur Bayern regelmäßig für das Viertelfinale der Champions League qualifiziert, sondern zwei oder drei Teams“, sagt Bundestrainer Joachim Löw. Das würde das Liga-Niveau weiter steigern.

 

0 Kommentare