Debatte um kostenlosen ÖPNV Münchner Grüne fordern 365-Euro-Ticket für den MVV

Für einen Euro am Tag U-Bahn fahren: Diesen Vorschlag machen jetzt die Münchner Grünen. Foto: dpa

Wie kann die Luftreinhaltung in München verbessert werden? Die Münchner Grünen fordern als schnelle Maßnahme ein 365-Euro-Ticket für den MVV. Dadurch sollen mehr Menschen mit Bussen und Bahnen fahren.

München - Für einen Euro pro Tag die Öffentlichen Verkehrsmittel benutzen: Diesen Vorschlag machen jetzt die Münchner Grünen, nach dem Bekanntwerden der Luftreinhalte-Notmaßnahmen der Bundesregierung.

Gudrun Lux und Silvio Bohr, Vorsitzende der Münchner Grünen, fordern, dass "in München mit Unterstützung der Bundesregierung ein Modellversuch für umfangreiche Maßnahmen für Saubere Luft gestartet wird". So soll "noch in diesem Jahr ein 365-Euro-Ticket für den MVV eingeführt werden".

MVV-Ticket nach Wiener Vorbild

"Wir wollen die Menschen belohnen, die das Klima und die Luft schützen, indem sie öffentlich fahren. Außerdem wollen wir zusätzlich Leute dazu bewegen, auf umweltfreundliche Mobilität umzusteigen. Weniger Autos und weniger Verbrennungsmotoren sind auf jeden Fall ein Gewinn für die Menschen hier", sagt Gudrun Lux. Die österreichische Hauptstadt Wien hat ein solches 365-Euro-Ticket, dort nutzen inzwischen deutlich mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel.

Langfristig sei ein weitgehend umlagenfinanzierter öffentlicher Nahverkehr sinnvoll und richtig. Kurzfristig brauche es ein auch durch Bundesmittel co-fianziertes 365-Euro-Ticket nach dem Vorbild Wiens, so Lux.

Einnahmen aus Parklizenzzonen in Nahverkehr stecken

Und die Grünen haben noch eine weitere Idee, wie der öffentliche Nahverkehr finanziert werden kann: "Wir brauchen einen Paradigmenwechsel in der Verkehrspolitik. Dazu müssen Union und SPD endlich auch bereit sein, mehr Geld in den Nahverkehr zu stecken. Zum Beispiel sollten alle Einnahmen aus den städtischen Parklizenzzonen komplett in den Nahverkehr fließen. Das wären mindestens 17 Millionen Euro pro Jahr."

Am Dienstag war bekannt geworden war, dass die geschäftsführende Bundesregierung in einem Brief an EU-Umweltkommissar Karmenu Vella eine Art Last-Minute-Programm zur Luftreinhaltung angekündigt hat, um eine Klage der EU-Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof abzuwenden.ln Bonn, Essen, Herrenberg, Reutlingen und Mannheim soll ein kostenfreier Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) getestet werden, um die Anzahl privater Autos zu reduzieren.

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