Bundesliga Top-Spiel am Samstag Bayern gegen BVB: Clasico der Chefs

Lieferten sich zuletzt Wortgefechte: Bayern-Präsident Hopfner (l.) und Dortmund-Boss Watzke (r.) - so auch in der AZ-Montage. Foto: Perenyi / AZ-Montage: Sorg

Das Duell zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund verkommt zum Duell der Bosse. Zwischen beiden Klubs raucht's gewaltig. Und es geht weiter...

 

München - Da steht die Partie Bayern gegen Dortmund an (Sa., 18.30 Uhr, Sky live), der deutsche Clásico, das Aufeinandertreffen des Titelverteidigers mit dem Champion von 2011 und 2012 – doch die Trainer sprechen über Kaiserslautern und Wolfsburg, die nächsten Gegner kommende Woche. Pokal-Halbfinale schlägt Duell ums Prestige.

"Jetzt ist das wichtigste Spiel das Pokal-Halbfinale gegen Kaiserslautern", sagt Bayern-Trainer Pep Guardiola. Am nächsten Mittwoch. Tags zuvor empfängt Borussia Dortmund den VfL Wolfsburg – es soll auf ein gemeinsames Pokalfinale am 17. Mai in Berlin rauslaufen.

Für den BVB ist es nach dem knappen Ausscheiden in der Königsklasse gegen Real die letzte Chance auf einen Titel in dieser Saison – und daher wichtiger als der Trip nach München. "Das ist schon ein sensationeller Zeitpunkt für so ein Spiel, zwischen Real Madrid und Wolfsburg", knurrte Klopp ironisch. Er wird wohl eine B-Elf aufstellen.

Anders Pep Guardiola. Bringt er wie beim 0:1 in Augsburg eine C-Elf? Nein! "Ich weiß, dass die Spieler lieber im Pokal und gegen Real spielen wollen", sagte er, "aber das hängt von ihrer Leistung gegen Dortmund ab. Man muss gut sein, um in der Aufstellung zu stehen."

Außerdem: Es ist der BVB, eine "Jürgen-Klopp-Mannschaft", wie Pep sagte. Da heiße es: "Pass auf! Wenn wir ein bisschen weniger machen – keine Chance! Wir sind eine gute Mannschaft, aber nur, wenn wir Vollgas geben. Man hat gegen Real gesehen, wie gut Dortmund ist. Es verdient unsere volle Aufmerksamkeit."

Also wird Bayern gegen Dortmund doch ein Duell auf dem Rasen – und nicht nur auf Vorstandsebene? Seit Tagen bezichtigen sich BVB-Chef Hans-Joachim Watzke und der designierte Bayern-Präsident Karl Hopfner öffentlich der Lüge. Parallelen mit dem Baron von Münchhausen wolle er gar nicht erst ziehen, hatte Hopfner gesagt, "damit wäre Herrn Watzke ja noch geschmeichelt".

Lesen Sie hier: Streit mit Hopfner: Watzke erbost über "persönlichen Angriff"

Das übliche gemeinsame Mittagessen der Klubchefs vor dem Spiel wurde vom BVB abgesagt – es herrscht mal wieder Eiszeit. Hopfner hatte unter der Woche die Behauptung Watzkes gekontert, der damals finanziell angeschlagene BVB habe 2004 von Bayern-Manager Uli Hoeneß ein Darlehen von zwei Millionen Euro zu acht Prozent Zinsen bekommen. Was nicht stimmte.

Watzke räumte zwar mittlerweile ein, der Zinssatz sei tatsächlich niedriger gewesen, legte aber nach: "Mich persönlich zu diskreditieren, ist nicht korrekt. Bei allem, was im letzten Jahr um die Bayern-Verantwortlichen herum passiert ist, hätte es für mich zig Gelegenheiten und Hunderte von Anfragen gegeben, einen von denen persönlich zu diskreditieren", sagte er bei "Sky" – Stichwort Hoeneß-Verurteilung. "Das habe ich nie gemacht. Ich habe aber auch keine Angst davor. Wenn wir meinen, wir sollten diese Ebene jetzt betreten, dann können wir das auch machen."

Es wird fleißig weiter gezankt. Paul Breitner in der "Rheinischen Post": "Ich hätte von ihm einfach mehr Größe erwartet und nicht so ein Auftreten als schlechter Verlierer." Vielleicht sollten die Streithähne ihren Streit auf dem Platz austragen – die AZ hat die Bosse schon mal per Montage in Trikots gesteckt. Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hofft trotz der fehlenden sportlichen Brisanz: "Es wird so zur Sache gehen, als ob Barcelona und Real aufeinander treffen." Na dann: Ring frei!

 

5 Kommentare