Bonmann vs. Hiller TSV 1860: Zweikampf ums Löwentor

Zweikampf wieder eröffnet: Bonmann und Hiller fighten um den Platz der Nummer 1. Foto: sampics/Augenklick

Bonmann ist endlich fit und will Hiller als Nummer eins im Tor der Löwen verdrängen. Gorenzel: "Wir haben zwei Einser-Torhüter."

 

München - Experimente, bitte: Die Spieler des TSV 1860 laufen derzeit nicht nur auf ihren gelernten Positionen auf. Die Außenverteidiger Herbert Paul und Phillipp Steinhart innen, einige offensiven Außenbahnspieler auf der anderen Seite oder defensiv. Trainer Daniel Bierofka zeigt die von Präsident Robert Reisinger eingeforderte "Kreativität", die angesichts des Konsolidierungskurses der Sechzger längst zum geflügelten Wort geworden ist. Weil dem TSV noch ein neuer Stürmer fehlt, sagt Bierofka schmunzelnd: "Henne hat sich als Sturmtank angeboten."

Mit "Henne" ist Hendrik Bonmann gemeint. Der Mann ist eigentlich Torhüter der Sechzger. Das Angebot an seinen Trainer, auf dem Rasen nicht den Einser, sondern den Neuner zu mimen, ist selbstredend nur ein Scherz. Umso ernsthafter sind die Ansprüche des 25-jährigen Schlussmannes, im ersten Drittliga-Saisonspiel der Giesinger am dritten Juli-Wochenende (Gegner und fixer Termin noch unbekannt) zwischen den Pfosten zu stehen.

TSV 1860: Bonmann konnte Können selten unter Beweis stellen

Beflügelt von der Tatsache, endlich wieder ohne Schmerzen und Rückschläge trainieren zu können, legt der 1,94 Meter große Schlussmann mit neuer Motivation los – und zwar wie ein Neulöwe. "Henne ist total happy. Er ist gefühlt ein Neuzugang für uns. Es war eine ganz, ganz schwere Zeit für ihn, die Rückschläge mit seiner Innenband-Geschichte haben ihn runtergezogen. Er war teilweise total frustriert", erklärt Bierofka über seinen Keeper, der schon im August 2017 von Borussia Dortmund kam.

Fast zwei Jahre schon ein Löwe, konnte Bonmann sein Können aufgrund eines Innenbandrisses im Knie nur zu selten unter Beweis stellen. Zu seinem Leidwesen musste der anfängliche Stammtorhüter der Saison 2018/19 gleich zwei Rückschläge einstecken: Zuerst war die alte Verletzung im Herbst 2018 wieder aufgebrochen. Wenige Monate später entschied sich Bierofka am Ende der Winterpause für Marco Hiller, da Bonmann nicht rechtzeitig im Vollbesitz seiner Kräfte war und später erneut über Kniebeschwerden klagte.

Jetzt ist alles anders. Bierofka über Bonmann: "Er kommt her, hat ein Lächeln im Gesicht und freut sich jeden Tag, dass er wieder auf das grüne Feld darf." Dort darf sich Bonmann nun erneut mit Hiller messen.

Gorenzel: "Wir haben zwei Einser-Torhüter"

Der 22-jährige Aufstiegsheld der Sechzger kann bekanntlich mit großen Stärken auf der Linie und in Eins-gegen-Eins-Duellen punkten. Seine Schwächen mit dem Ball am Fuß hat der Youngster dagegen noch nicht in den Griff bekommen, was im Duell mit dem im Tor ähnlich starken Bonmann den Ausschlag geben könnte. Günther Gorenzel über den neuerlichen Zweikampf: "Wir haben ja gesagt: Wir haben zwei Einser-Torhüter. Jetzt hoffen wir, dass er die gesamte Vorbereitung verletzungsfrei übersteht und dann kann der Trainer aus dem Vollen schöpfen."

In den beiden Testspielen am Samstag gegen den VfR Garching (Regionalliga) und am Sonntag bei der SpVgg Plattling (Bezirksliga) kommt es zum ersten Aufgalopp: Bierofka wird eigenen Aussagen zufolge sowohl im Kasten als auch auf dem Feld alle seine Akteure für jeweils 45 Minuten unter Augenschein nehmen.

Während die Qualitäten eines "Sturmtanks" in Sechzigs Kader wohl einzig Routinier Sascha Mölders bedient, wird der 40-Jährige auch im Tor ganz genau hinschauen. Dort ist der alte Zweikampf neu entfacht: Urlöwe Hiller gegen Bonmann, den gefühlten Neulöwen.

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