Boateng und Martínez Doppelte Hoffnung: Die Rückkehr der Abwehr-Hünen

Ist er bald wieder fit? Jerome Boateng, hier kurz nach seiner Verletzung im Spiel gegen Hamburg. Foto: imago

Bayerns Verteidiger Martínez trainiert schon wieder mit dem Ball – und auch Chef Boateng soll früher als bislang erwartet fit werden.

 

München - Die Tage der Zwergen-Abwehr beim FC Bayern sind gezählt! Jérôme Boateng und Javi Martínez, die beiden verletzten Stamminnenverteidiger, machen große Fortschritte – und könnten bereits in wenigen Wochen wieder auf dem Platz stehen. Laut "Sport Bild" habe bei Boateng eine Untersuchung am Montag ergeben, dass der 27-Jährige schon in zehn bis 14 Tagen mit dem Lauftraining beginnen könne.

Im Januar hatte sich Boateng im Spiel beim Hamburger SV schwer an den Adduktoren verletzt, vor Mitte April, so hieß es, sei nicht mit der Rückkehr des Abwehrchefs zu rechnen. Doch womöglich geht es jetzt doch viel schneller: Bei gutem Heilungsverlauf könnte Boateng, der schon wieder radfahren kann, sogar im Champions-League-Viertelfinale (5./6. April) mitwirken – sofern die Bayern sich dafür qualifizieren.

Bierhoff plant fest mit Boateng und Schweinsteiger

Auch für die Nationalelf sind das mit Blick auf die EM gute Nachrichten. "Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass es Jérome packt. Er ist sehr professionell", sagte Oliver Bierhoff bei einer Podiumsdiskussion des Bundesligisten FSV Mainz 05. Der Manager der Nationalelf betonte, dass er fest mit Boateng und auch mit dem derzeit verletzten Ex-Bayern Bastian Schweinsteiger plane ("Bei so einem erfahrenen Spieler wie Bastian mache ich mir keine große Sorge").

Komplizierter sei die Situation dagegen bei Holger Badstuber (Sprunggelenkfraktur): "Bei Holger sehe ich die Chance sehr gering", sagte Bierhoff. Pechvogel Badstuber hatte sich Anfang Februar im Training der Bayern ohne Fremdeinwirkung schwer verletzt. Er war im Rasen hängengeblieben.

Martínez liebkost den Ball: "Immer noch mein Freund"

Badstubers Kollege Martínez kommt einer Rückkehr ins Teamtraining bei Bayern derweil immer näher. Der Spanier absolvierte am Mittwoch schon wieder Übungen mit dem Ball, vor einer Woche hatte Martínez bereits mit dem Lauftraining begonnen. "Ich fühle mich sehr gut, habe keine Schmerzen", sagte er nach der Mittwochseinheit bei "fcbayern.de". Martínez küsste sogar den Ball: "Er ist immer noch mein Freund."

Vor vier Wochen war der 27-Jährige am Meniskus operiert worden. Die Ausfallzeit von vier Wochen, die damals berechnet wurde, ist inzwischen erreicht, die Rückkehr ins Mannschaftstraining steht unmittelbar bevor. Martínez könnte bereits im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Juventus Turin in zwei Wochen eine Option für Trainer Pep Guardiola sein.

Das Abwehrexperiment des Katalanen mit seiner Zwergen-Defensive dürfte also demnächst beendet sein. In den vergangenen Spielen verteidigten Philipp Lahm (1,70 Meter), Joshua Kimmich (1,76), David Alaba (1,80) und Juan Bernat (1,70) zwar solide, dennoch dürfte sich Guardiola über das nahende Comeback der Hünen Boateng (1,92) und Martínez (1,90) freuen. "Meine Geduld ist schlecht", hatte Boateng vor zwei Wochen gesagt, es sei kompliziert, "nicht das machen zu können, was ich liebe. Ich bin überhaupt nicht ausgelastet. Daher ist es momentan vielleicht nicht so angenehm, Zeit mit mir zu verbringen". Gut für alle Mitmenschen von Boateng: Der Abwehrstar hat bald wieder genug zu tun.

 

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