Bei Bayern-Sieg gegen Stuttgart Warum Niko Kovac Joshua Kimmich mehrmals zurechtwies

Mit viel Offensivdrang: Joshua Kimmich. Foto: imago/photoarena

Joshua Kimmich strapaziert beim Sieg des FC Bayern gegen den VfB Stuttgart die Geduld seines Trainers Niko Kovac über. Es geht um die eigenwillige Interpretation seiner Position.

 

München - Mitte der ersten Halbzeit hatte Niko Kovac gegen den VfB Stuttgart (4:1) genug gesehen, er war aufgebracht und zornig. "Rafa, warmmachen!", rief der Trainer des FC Bayern Richtung Ersatzbank. Und Rafinha befolgte die Anweisung seines Chefs umgehend. Was passiert war? Nun, Joshua Kimmich, der Rechtsverteidiger der Bayern, hatte die Geduld des Trainers offenbar überstrapaziert.

Kimmich spielt gegen den VfB sehr offensiv

Denn Kimmich verstand sich gegen Ex-Klub Stuttgart in erster Linie als Rechtsaußen, Thomas Müller musste in einigen Szenen die rechte Seite absichern. Das gefiel Kovac überhaupt nicht. Mehrmals pfiff er so laut über den Platz, dass es die gesamte Haupttribüne mitbekam.

"Die erste Halbzeit war nicht gut, das hat der Trainer angesprochen“, sagte Kimmich nach der Partie. Und auch wenn die Ansprache geheim blieb, konnte man sich vorstellen, dass der Name Kimmich bei der Fehleranalyse gefallen war. Denn der 23-Jährige zeigte eine äußerst wechselhafte Leistung. Zunächst war Kimmich an Thiagos 1:0 beteiligt (5. Minute), als er Kingsley Coman herrlich im Strafraum freispielte. Dann lud er den VfB per Fehlpass im Mittelfeld zum 1:1-Ausgleich ein (26.).

Kimmich mit Nachlässigkeiten in der Defensive

Guter Josh, böser Josh – so ging es auch in der zweiten Halbzeit weiter. Denn nach weiteren Nachlässigkeiten in der Defensive bereitete der Nationalspieler, der über 90 Minuten gestalten will und eher wie ein Offensiver denkt, noch zwei Tore vor: Leon Goretzkas Kopfballtreffer per Eckball (71.) und Robert Lewandowskis Treffer zum 4:1-Endstand (84.) mit einem hübschen Pass. Auf zwölf Torvorlagen kommt Kimmich nun schon in dieser Saison. Stark!

Richtig zufrieden wirkte der Abwehrmann am Sonntagabend trotzdem nicht. "Wenn du nach fünf Minuten das 1:0 machst gegen einen VfB, der nicht gerade einen Lauf hat, musst du den Sack zumachen", sagte Kimmich. "So kommen wir wieder ins Zittern. Da sind wir einfach noch nicht souverän genug. Wir müssen das über 90 Minuten durchziehen." Das galt freilich auch für Kimmich selbst.

 

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