Bayern-Präsident gibt Amt ab Uli Hoeneß und sein Rückzug auf Raten

Wird als Präsident aufhören: Uli Hoeneß. Foto: Augenklick/Sammy Minkoff

Präsident Uli Hoeneß spricht erstmals über seinen Abgang von der Spitze des FC Bayern, kündigt aber an: "Ich bleibe im Aufsichtsrat!" Wie er sich die Zukunft des Klubs vorstellt, hat er längst geregelt.

 

München - Dass ein Uli Hoeneß beim FC Bayern niemals ganz von der Bildfläche verschwinden würde, davon war auszugehen. Allein als Referenz für die Erfolge des Klubs, als Übervater des Vereins, wird sein Name an der Säbener Straße präsent bleiben.

Doch nun hat Hoeneß bestätigt, dass er nach seinem erwarteten Rückzug von der Spitze des Klubs sich nicht komplett heraushalten will. "Ich bleibe im Aufsichtsrat. Den Vorsitz gebe ich aber mit dem Amt des Präsidenten zurück, wenn es soweit ist", sagte er der "Bild"-Zeitung am Rande des FC Bayern Charity Golf Cups in Gut Rieden.

Hoeneß: "Wir wollen anders sein als diese Geldsäcke"

Hoeneß deutete damit auch an, dass sein Rückzug von der Spitze des Aufsichtsrates und vom Präsidentenamt in nicht mehr allzu ferner Zukunft liegt. Ende Juli hatte die "Bild" berichtet, dass Hoeneß im November nicht mehr zur Wiederwahl als Präsident antreten werde. Hoeneß hatte diese Berichte vorerst eigentlich nicht kommentieren wollen. "Am 29. August werde ich dem Aufsichtsrat meine Entscheidung mitteilen, vorher gibt es von mir keine offizielle Erklärung", hatte er dem "Kicker" gesagt.

Doch Schweigen war noch nie die große Stärke des Uli Hoeneß, und so plauderte er nun eben am Rande des Golfturniers drauf los – nicht ohne sich und seine Arbeit noch einmal überschwänglich zu loben. "Was hier sportlich und gesellschaftlich geschaffen wurde, gibt es auf der ganzen Welt nicht noch mal", sagte er, "es ist die Geschichte, die den FC Bayern so liebenswert macht. Wir wollen anders sein als diese Geldsäcke, die in unserem Geschäft immer mehr die Oberhand gewinnen." Und die den FC Bayern auf internationaler Ebene sportlich abzuhängen drohen.

Hoeneß: Alles angerichtet für den endgültigen Abgang

Dass sein Lebenswerk beim FC Bayern fortgeführt wird, dafür hat Hoeneß längst Sorge getragen: Sein Intimus Herbert Hainer (65), wie er Metzgerssohn, und früher lange Jahre Adidas-Chef, soll ihm nach seinem Willen an der Spitze des Klubs und des Aufsichtsrates nachfolgen.

Bis spätestens Ende 2021 soll zudem Ex-Torwart Oliver Kahn den Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge beerben – auch das hat Hoeneß so eingefädelt. Mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Trainer Niko Kovac sitzen zwei weitere Hoeneß-Leute auf wichtigen Positionen.

"Man darf sich nicht einbilden, dass man unersetzlich ist. Jeder ist ersetzbar", hatte Hoeneß einmal über sich gesagt. Bald wird es wohl so weit sein, und der FC Bayern wird sich ohne Hoeneß neu aufstellen können. Etwas, was zwischen März 2014 und Ende 2016, als Hoeneß wegen seiner Haftstrafe zurückgetreten war, schon einmal funktionierte.

 

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