AZ-Kommentar FC Bayern: Boateng und Kovac - Das ist nicht mehr zu kitten!

Anspanntes Verhältnis: Bayern-Trainer Niko Kovac (li.) und Jérôme Boateng. Das ist nicht mehr zu kitten, meint Patrick Mayer, Fußballchef der AZ Digital. Foto: AZ-Montage, Rauchensteiner/Augenklick

Nach dem Bruch mit Niko Kovac: Eine Zukunft von Jérôme Boateng beim FC Bayern hat keinen Wert. Gerade wegen des kroatischen Trainers. Ein Kommentar.

 

Uli Hoeneß bedient gerne Sprichwörter. "Wenn du jetzt geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben", entgegnete der Präsident des FC Bayern im November einem jungen Fan auf der Mitgliederversammlung, als dieser es gewagt hatte, Hoeneß vor versammeltem Saal zu kritisieren.

Hoeneß beendet Kapitel Boateng beim FC Bayern

In seiner typisch rustikalen Art und Weise beendete er nun das Kapitel Jérôme Boateng. Ganz gemäß der völkstümlichen Weisheit: "Reisende soll man nicht aufhalten."

Dass es zwischen Boateng und den Bayern nicht mehr die große Liebschaft ist, zeichnete sich nicht erst beim Express-Abgang des Weltmeisters während der Meisterfeier in der Allianz Arena ab.

Ein Rückblick: Stuttgart, 1. September 2018, Bundesliga – der FC Bayern hatte den VfB gerade 3:0 demontiert (das Spiel hätte auch 6:0 ausgehen können), Boateng stand über 90 Minuten auf dem Platz. Doch statt euphorisch vor TV-Mikrofonen der Konkurrenz den Kampf nach der verkorksten WM zu erklären, eilte der 30-jährige Innenverteidiger ohne jedes Statement an den Reportern vorbei in den Mannschaftsbus.

So ging das damals schon wochenlang. Sportdirektor Hasan Salihamidzic wich einen Tag nach Ende der Transferphase vor der Mercedes-Benz-Arena dagegen kritischen Fragen zur Personalie Boateng aus. Heute scheint klar, dass dessen angestrebter Wechsel zu Paris Saint-Germain unmittelbar zuvor gescheitert sein muss.

Boateng: Nachtreten gegen Kovac

Wie die "Sport Bild" berichtet, wegen eines Vetos von Trainer Niko Kovac. Anschließend bekam Boateng mehrere Rüffel wegen seiner Promi-Party im Münchner P1 (nach dem 5:0 gegen den BVB), schwänzte die Meisterfeier weitgehend – und trat kurz nach dem Double-Sieg gegen Kovac nach.

Dieser hat sich und seinen Job an der Säbener Straße gerade so über die Ziellinie gerettet. Unwahrscheinlich, dass der kroatische Coach, der für Disziplin und Ordnung bekannt ist, einen offensichtlichen Störfaktor in der Mannschaft behalten will.

Umso weniger einen, der seine mühselig verteidigte Autorität im schlechtesten Fall untergräbt. Dieses Verhältnis ist (wohl) nicht mehr zu kitten!

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