AZ-Interview mit Martin Hagen TSV 1860: Initiator des Löwen-Stammtischs nimmt Reisinger in Schutz

Bayerns FDP-Fraktionschef Martin Hagen vor dem Maximilianeum. Foto: Matthias Balk/dpa

FDP-Fraktionschef Martin Hagen ist der Initiator des Löwen-Stammtischs im Landtag. 1860-Boss Robert Reisinger war bei der Premiere zu Gast, danach gab es viel Wirbel um dessen Aussagen. 

 

München - Der 38-jährige Martin Hagen ist seit 2018 Fraktionsvorsitzender der FDP im Landtag und eingefleischter Löwenfan. Nach dem Wirbel um die Aussagen von Robert Reisinger beim Löwen-Stammtisch des Landtags nimmt Hagen ihn in Schutz: "Er hat einen positiven Eindruck hinterlassen."

AZ: Herr Hagen, als bekennender Löwenfan hatten Sie am Sonntag vermutlich einen privaten Termin in Giesing – konnten Sie beim 4:1 des TSV 1860 gegen Eintracht Braunschweig Ihren Augen trauen?
MARTIN HAGEN: Es war sensationell, mit Abstand die beste Saisonleistung der Löwen! Diejenigen, die immer gesagt haben, man könne mit diesem Kader nicht bestehen, haben sich wohl am meisten die Augen gerieben. Ich versuche, meine Euphorie noch zu bremsen. Man wurde ja schon zu oft enttäuscht. Jetzt fällt es aber schwer, nicht an den Aufstieg zu denken – zumindest ein bisschen.

Sie haben kürzlich im Bayerischen Landtag den ersten Löwenstammtisch ins Leben gerufen. Wie kam es dazu?
Die Idee entstand im Grünwalder Stadion, wo ich immer wieder Abgeordnete getroffen habe. Es freut mich, dass unsere Premiere so gut angenommen wurde. Auch im Landtag haben wir natürlich verschiedene Ansichten: Einige stehen wie ich eher hinter einem bodenständigen Weg, andere Abgeordnete befürworten die Aufnahme neuer Schulden und wollen möglichst bald ein neues Stadion. Aber uns eint die Liebe zu Sechzig.

Robert Reisinger zu Gast beim Löwen-Stammtisch des Landtags

Präsident Robert Reisinger war bei der Premiere zu Gast und hat eine Aussage getätigt, die den Aufstiegstraum vieler Fans nährt: Man wolle mit Trainer Michael Köllner bis 2025 ans Tor der Bundesliga klopfen.
Das wünscht sich wohl jeder Fan. Herr Reisinger hat über vieles gesprochen und ja nur erklärt, dass er sich sportlichen Erfolg wünscht – ohne größenwahnsinnige Ziele wie die Champions League auszurufen. In meinen Augen hat er einen positiven Eindruck hinterlassen, von daher konnte ich auch die Aufregung über seine Aussagen nicht verstehen.

Reisinger hat von einer Etaterhöhung für den Profikader und einer angeblichen früheren Anfrage an Köllner gesprochen – was von der Sportlichen Leitung beides dementiert wurde und den Präsidenten dazu bewogen hat, nach seinem Missverständnis zurückzurudern.
Herr Reisinger hatte da wohl eine falsche Info. Das hat natürlich zu Irritationen geführt, er hat sich ja umgehend entschuldigt. Den anwesenden Abgeordneten hat es aber gefallen, dass sich da ein Vereinsvertreter nicht zugeknöpft gibt, sondern offen und authentisch Rede und Antwort steht. Wir wollten am Stammtisch überhaupt keine Vereinspolitik betreiben, sondern nur unserer gemeinsamen Leidenschaft frönen.

Gesellschafterstreit aus Politiker-Sicht

Welchen Lösungsansatz hat ein löwenaffiner Politiker für den Gesellschafterstreit?
Miteinander reden. Im Landtag heißt es ja normalerweise auch "Regierung gegen Opposition". Als FDP haben wir das durchbrochen: Wir orientieren uns an der Sache und stimmen sinnvollen Anträgen auch zu, wenn sie von der anderen Seite kommen.

Bei 1860 hat man zu oft den Eindruck, dass beide Gesellschafter nicht zusammenarbeiten, sondern gegeneinander.
Laut Reisinger geht es hinter den Kulissen konstruktiver zu. In jedem Fall wäre es gut, wenn man sich weiter zusammenrauft.

Wann soll der nächste Stammtisch steigen und welchen Gast haben Sie dafür vorgesehen?
Wir wollen den Stammtisch viertel- oder halbjährlich machen. Köllner oder Torjäger Sascha Mölders fände ich gut. Aber an dieser Stelle möchte ich Hasan Ismaik einladen. Es wäre sicher spannend, seine Meinung über Münchens große Liebe zu hören.

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