AZ-Exklusiv-Interview FC-Bayern-Amateur Welzmüller: "3. Liga wäre von großer Bedeutung"

Maximilian Welzmüller zählt mit 29-Jahren zu den erfahreneren Spielern bei den Amateuren des FC Bayern. Foto: imago/foto2press

Maxi Welzmüller von den Amateuren des FC Bayern spricht im AZ-Interview über die Rückrunde und sein Leben als Drilling: "Unsere Mutter hatte es schwer", sagt der 29-Jährige.

 

München - Maximilian Welzmüller wechselte im Sommer vergangenen Jahres vom VfR Aalen zu den Amateuren des FC Bayern, mit denen er aktuell Tabellenführer der Regionalliga Bayern ist. Die AZ hat vor dem Nachholspiel gegen Ingolstadt mit dem Münchner gesprochen.

AZ: Herr Welzmüller, Sie haben in der Jugend bei 1860 gespielt, später in Fürth und Unterhaching und nun seit Sommer beim FC Bayern. Für welchen Klub schlägt Ihr Herz?
MAXIMILIAN WELZMÜLLER: Es gibt da zum Glück Kinderfotos, die als Beweis dienen: Ich bin im Bayern-Trikot zu sehen, das dokumentiert also mein Bayern-Herz. Ich muss aber auch sagen, dass ich in Haching eine tolle Zeit hatte, mein Bruder spielt ja immer noch da. Bei den Löwen war ich nur eine Saison in der U19, von daher muss man das eigentlich gar nicht weiter erwähnen… (lacht).

Die Bayern-Amateure starten am Sonntag (13 Uhr) mit dem Nachholspiel gegen Ingolstadt II ins Jahr 2019. Als Tabellenführer kann das Ziel ja eigentlich nur Regionalliga-Meisterschaft lauten.
Ja, die Meisterschaft ist unser klares Ziel. Die Hinrunde lief schon ganz ordentlich. Wir haben aktuell zwei Spiele weniger absolviert und liegen punktgleich mit Eichstätt vorne. Der Auftakt ist nun sehr wichtig, um direkt ein Signal an die Liga zu senden. Wir wollen in die Relegation. Und wenn man die erreicht hat, will man natürlich auch aufsteigen.

Welzmüller: In der 3. Liga "wirst du deutlich mehr gefordert"

Wie wichtig wäre das, um die Talente aus dem Nachwuchs näher an die Profimannschaft zu bringen?
Das wäre von großer Bedeutung. Ich habe selbst Dritte Liga gespielt (mit Aalen und Unterhaching, d.Red.). Da wirst du deutlich mehr gefordert, es ist eine Profiliga. Und es wäre ja nicht nur für unsere Jugendspieler wichtig. Der FC Bayern könnte so Spieler aus ganz Deutschland anlocken, um in der 3. Liga zu spielen.

Sie erleben Jungs wie Paul Will, Lars Lukas Mai, Maxime Awoudja, Meritan Shabani oder Woo-yeong Jeong täglich im Training. Wer kann denn den Sprung ins Profiteam schaffen?
Es gibt den einen oder anderen, dem ich es wirklich zutraue.

Wem denn?
Da kann ich jetzt keine Namen nennen (lacht).

Schade.
Das Niveau bei den Bayern-Profis ist einfach extrem hoch. Es da als 18- oder 19-Jähriger direkt zu packen, halte ich für enorm schwer. Aber es wäre ja auch schon ein Erfolg, wenn es die genannten Spieler überhaupt in die Bundesliga schaffen. Und das traue ich ihnen allen und auch noch einigen anderen bei uns zu.

Welzmüller: Darum orientiere ich mich an Thiago

Einige Jungprofis wurden von Bayern in der Vergangenheit verliehen und kehrten dann als reifere Spieler zurück.
Genau. David Alaba oder Serge Gnabry zum Beispiel. Dass es einer gleich nach oben schafft wie Thomas Müller, ist die Ausnahme.

Zurück zu Ihnen: Sie spielen im defensiven Mittelfeld. Gibt es einen Bayern-Profi, an dem Sie sich orientieren?
Ich war immer ein großer Fan von Bastian Schweinsteiger. Aktuell gefällt mir Thiago besonders gut. Wie er sich freiläuft und den Ball mit dem ersten Kontakt gleich selbst vorlegt – das ist großartig. Ich habe schon ein paar Mal bei den Profis mittrainiert. Da kann man das aus nächster Nähe beobachten.

Sie haben ja noch zwei Zwillingsbrüder, die ebenfalls erfolgreich Fußball spielen. Den von Ihnen eingangs erwähnten Josef, der bei der SpVgg Unterhaching spielt und Lukas (SV Inning). Welcher Drilling hat denn am meisten Talent vom lieben Gott geschenkt bekommen?
Ach, das ist fair verteilt. Der Lukas war immer im Tor, Josef spielt in der Innenverteidigung. Alles okay. Wir haben bis zur U18 noch alle zusammen in der Jugend gespielt. Wirklich verrückt.

Sind Ihre Eltern früher nicht verrückt geworden, wenn drei Jungs in der Wohnung gekickt haben?
Ja, die Mutter hatte es mit insgesamt vier Männern zuhause schon schwer. Wir konnten zum Glück im Garten spielen, das hat gepasst.

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