Ausgehetzt-Demo am Sonntag Immer mehr Unterstützer der Großdemo - "CDU" gegründet

, aktualisiert am 18.07.2018 - 22:11 Uhr
Zehntausende kamen im Mai zur Demo gegen das PAG. Foto: AZ/mag

Die Großdemo #ausgehetzt am Sonntag in München soll ein Aufstand der Zivilgesellschaft sein – mit prominenter Unterstützung. Auf der Pressekonferenz wurde ein neues Projekt vorgestellt: der "CDU". 

 

München - Wir fordern das Ende dieser Kaltschnäuzigkeit, die wir hier momentan erleben müssen" – Matthias Weinzierl von Bellevue di Monaco reicht’s.

Auch er zählt mit dem Bellevue zu den Unterstützern der Demonstration "#ausgehetzt - Gemeinsam gegen die Politik der Angst", die am Sonntag tausende auf die Straße bringen soll. (Hier finden Sie alle Infos zur Demo). Und das Netzwerk der Unterstützer wächst und wächst.

"Wir rennen da offene Türen ein", sagt Till Hofmann, der sich ebenfalls zum Unterstützer-Bündnis zählt. Luise Kinseher, Urban Priol, Claus von Wagner, Friedrich Ani, Max Utthoff, Maxi Schafroth, Willy Astor – die Liste der prominenten Gäste für die Schlusskundgebung am Königsplatz liest sich wie das Who-is-Who der deutschen Kabarett-Szene. Bei der Musik schaut’s auch recht prominent aus: Schlachthofbronx, Hochzeitskapelle, GRag & Landlergeschwister, Django 3000 und Dreiviertelblut werden (unter anderem) spielen.

Ausgehetzt-Demo: 140 Unterstützer-Organisationen dabei

Stand Mittwochvormittag haben sich 140 Unterstützer-Organisationen zusammengefunden. Jede hat Punkte, die sie im Speziellen umtreiben. Sie kommen aus dem kirchlichen Umfeld, oder der LGBTI-Commmunity, aus der Frauen- oder der Friedensbewegung. Aus der Anti-Rassismus oder der Flüchtlingsarbeit.

"Neun Millionen Menschen in Deutschland sind immer noch ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe tätig", sagt Stephan Theo Reichel vom Verein "matteo - Kirche und Asyl". Thomas Lechner, dessen Initiative "Gemeinsam für Menschenrechte und Demokratie" aus der Flüchtlingshilfe entstand, ergänzt: "Wir wollen, dass die Bürger, die sich engagieren endlich abgeholt, angehört und eingebunden werden". Dabei wird betont, es gehe um weit mehr als "nur" Flüchtlinge. Selbst Weinzierl sagt: "Auch ich würde gerne über andere Themen reden, obwohl ich in der Flüchtlingsarbeit bin"

So verschieden der Hintergrund der Bündnispartner teils sein mag, so einig ist man sich in der Sache: Der öffentliche Diskurs soll zurechtgerückt werden. "Die Sprache und der Diskurs haben sich so verschärft, dass die Rethorik der AfD Einzug in unseren Alltag gehalten hat", sagt Weinzierl.

Forderung: Politik soll wirkliche Sorgen der Menschen behandeln

Auch die Themen hätten sich verschoben. Statt Angst und damit Spaltung in der Gesellschaft zu befeuern, solle sich die Politik mit den Themen befassen, die die Menschen wirklich betreffen. Das richte sich ausdrücklich an alle Parteien, sagt Lechner. In der CSU freilich sieht man das ganz anders: Dort wird der Aufruf als ein Anti-CSU-Papier verstanden. Die Demo-Initiatoren aber wollen über die Debatte insgesamt sprechen – und darüber, was fehlt. "Ich habe vor der Wahl, also bevor die AfD in den Bundestag kam, keine Diskussion über das Rentensystem gehört", sagt etwa DGB-Chefin Simone Burger. Auch beim Thema Wohnen gehe es mehr um Symbolpolitik als "wirklich neue Wege".

"Wir wünschen uns, dass dieser Sonntag ein Erfolg wird", sagt Weinzierl, "und das kann dann nur der Anfang sein bis zur Wahl und auch darüber hinaus." Genau für diese Zeit hat Till Hofmann schon das nächste Ass aus dem Ärmel gezückt: Am Mittwoch ging die Internetseite seines neues Projekts online. Unter cdu-bayern.de findet man nicht etwa einen Ableger der CSU-Schwester, sondern den "Club der Unterstützer".

Die Route der Demonstration

Am Mittwochabend die erste Aktion: Zusammen mit dem Zentrum für politische Schönheit wurde vor einer Menschenansammlung der CSU-Schriftzug an der Parteizentrale von einem CDU-Logo überhängt.

Unter cdu-bayern.de heißt es: "Das Abdriften der Politik zum äußersten rechten Rand verärgert und bestürzt uns“. Und weiter: „Wir haben begonnen, eine Plattform für Aktivitäten der außer- und innerparlamentarischen Opposition gegen eine Politik der ,Bavarian Angst’ aufzubauen. Wir rufen alle verbliebenen demokratischen Kräfte Bayerns auf, die Wähler zur Landtagswahl zu mobilisieren, um eine menschenwürdige und verfassungsgemäße Politik wiederherzustellen."     

Lesen Sie hier: Ein Moment Revolte in der Maxvorstadt 

 

177 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihr Pseudonym sowie weitere Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading