Augustiner Schützengarten Neue Klänge in Sendling

Christian Schretzlmeier, der in Schwabing auch das Brunnwart betreibt, ist der neuen Wirt im Augustiner Schützengarten. Foto: Daniel von Loeper

Die Münchner Haupt heißt jetzt Augustiner Schützengarten. Und mit dem neuen Namen fällt auch der Bierpreis.

Richtige Zielscheiben gäbe es in der Schießstätte in Obersendling sicherlich genug. Aber als bayerischer Engel, zumal als einer aus der Feder eines Illustrators, schießt man seine Pfeile eben gerne auch mal auf andere Dinge – auf Brezn, Maßkrüge und alles, was es in einem Biergarten halt sonst noch gibt.

Kenner wissen bei diesen Schlagworten natürlich sofort: Schießstätte, Sendling, Biergarten – das muss die Münchner Haupt sein. Unter diesem Namen betrieb die Familie Zeilermeier fast drei Jahrzehnte lang die Wirtschaft an der Zielstattstraße 6. Dort hat in einem herrschaftlichen Anwesen seit 1893 die Königlich privilegierte Hauptschützengesellschaft ihren Sitz, von der das Wirtshaus seinen Namen hat. Doch die MüHaupt gibt es nicht mehr.

Seit Anfang dieser Woche heißt die Gaststätte „Augustiner Schützengarten”. Nachdem die als singende Wirtin bekannte Gigi Pfundmair, eine Zeilermeier-Tochter, ihren Pachtvertrag aus familiären Gründen nicht verlängert hatte, hat nun Christian Schretzlmeier den Biergarten als Wirt übernommen.

Schretzlmeier, der in Schwabing auch den Brunnwart betreibt, hat eine neue Speisekarte eingeführt, die mit den schießwütigen Engelchen. Darauf zu finden sind Klassiker wie die Portion Obatzda (6,90 Euro), aber auch Fischgerichte wie das Saiblingsfilet in Weinsoße (15,80 Euro) und allerhand vom Schwein.

Das Bier ist im Vergleich zu früher günstiger geworden. Die Halbe kostet jetzt 3,20 Euro, die Maß das doppelte. Ausgeschenkt wird nun Augustiner. Die Schlossbrauerei Kaltenberg, die früher Pächter des Traditionshauses war, liefert trotzdem weiterhin ihr König-Ludwig-Weißbier.

Auf das alte Münchner-Haupt-Gefühl muss man also nicht verzichten – vielleicht nicht einmal, was das Musikalische betrifft. So gut singen wie seine Vorgängerin kann Schretzlmeier zwar nicht, aber der neue Wirt weiß um seine Schwächen. Die Bühne im Biergarten hat er jedenfalls schon erneuern lassen. Darauf sollen an den Sonntagen Blaskapellen auftreten – aber nicht nur. Auch einen Jazz-Frühschoppen soll’s immer wieder geben. „Der Mix macht's”, findet Schretzlmeier. „Nur noch old-fashioned – das ist nicht, was der Münchner so braucht.”

Zielstattstraße 6, täglich 11-24 Uhr, www.augustiner-schützengarten.de, Tel. 72 46 80 88

 

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