Auch Effenberg und Hamann teilen aus Matthäus über Hoeneß: "Lieber mal die Schnauze halten"

Bayern-Experte und Bayern-Präsident: Lothar Matthäus (li.) und Uli Hoeneß. Foto: AZ-Montage/imago/DeFodi/ActionPictures

Uli Hoeneß ist angeschlagen: Nach den Fan-Attacken rüffelt nun auch Lothar Matthäus den Bayern-Boss - mit scharfer Wortwahl. Harsche Kritik gibt es auch von Stefan Effenberg und Didi Hamann.

München - Die Affäre Paul Breitner, verbale Entgleisungen bei der jetzt schon legendären Pressekonferenz im Oktober, scharfe Fan-Attacken auf der Jahreshauptverdsammlung - urplötzlich ist Uli Hoeneß angreifbar beim FC Bayern. Und wird auch angegriffen. "Das trifft mich sehr, sehr", sagte der 66-Jährige nach der Hauptversammlung. (Lesen Sie auch: Scharfe Fan-Attacken gegen Hoeneß)

Während der einstige Bayern-Patron sichtlich geschwächt ist, teilen nun auch Ex-Spieler gegen ihn aus. Besonders scharf tat dies zum Beispiel Rekordnationalspieler Lothar Matthäus.

"Überrascht, dass Hoeneß überrascht war"

"Es überrascht mich, dass Hoeneß überrascht war. Er hat auf der PK viele Dinge gesagt, durch die er sich angreifbar gemacht hat. Deshalb kann er doch jetzt nicht überrascht gewesen sein, dass es auf der Jahreshauptversammlung kritische Stimmen gab", sagte Matthäus in der Sendung Sky90: "Die Aussagen, die Hoeneß nun bei dem Fanklub-Besuch getätigt hat, sind jetzt schon wieder Gesprächsthema für die nächsten Wochen. Die Medien sind nicht schuld, sondern die Aussagen des FC Bayern. Es wird Zeit, dass man sich zurückhält. Lieber mal die Schnauze halten, gar nichts sagen – auch wenn man sich ungerecht behandelt fühlt."

Damit nicht genug. Matthäus riet der Bayern-Führung, aufzupassen, "dass das, was man sich jahrzehntelang aufgebaut hat – das ‘Mia san Mia‘, die große Bayern-Familie und die Sozialität gegenüber anderen Vereinen – nicht wegbricht". (Lesen Sie hier: Die Wut auf Hoeneß und ihre Folgen)

Auch Hamann kritisiert scharf

Auch Dietmar Hamann schloss sich der Kritik an Hoeneß und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge an. Er echauffiert sich offenbar vor allem über das Zerwürfnis zwischen Hoeneß und Ehrenspielführer Breitner.

Im Video: Hoeneß nach Fan-Attacken "schockiert"

"Wenn du von einem Paul Breitner einforderst, direkt zu einem zu kommen und das hinter verschlossenen Türen zu regeln, dich aber selbst nicht daran hältst, habe ich dafür kein Verständnis. Man muss es selbst vorleben. Das wurde bei der PK schon nicht gemacht. Ich finde das schade, was aktuell abläuft und es ist den Verantwortlichen – Hoeneß und Rummenigge, der zusammen mit Hoeneß den Verein aufgebaut, groß gemacht hat und den man auch nicht vergessen darf – nicht würdig", meinte der 45-Jährige: "Ihnen ist die Souveränität abhanden gekommen."

Die viel zitierte Pressekonferenz an der Säbener Straße ist für den Sky-Experten "die Mutter des Übels. Diese hat die journalistische Landschaft verändert", sagte er. "Sie wurden von allen Medien zerrissen – und das zurecht. Da muss man mal ins stille Kämmerchen gehen, in den Spiegel schauen und reflektieren. Zurückrudern wäre die einzige Möglichkeit gewesen, um das Gesicht zu wahren. Im inneren Kern sind sie sich aber sicher, dass das richtig war, was sie getan haben. Und das erschreckt mich."

Effenberg mit harscher Kritik

In derselben Sendung sparte auch Stefan Effenberg nicht mit harscher Kritik. Seiner Meinung nach seien die Bayern "nicht mehr so, wie wir sie von früher kennen - überzeugt, selbstbewusst. Sie merken, dass viel Gegenwind kommt, und ihr Verhalten geht in den persönlichen Bereich unter die Gürtellinie - wie bei Breitner und Bernat", meinte der 50-Jährige: "Das macht man einfach nicht. Das tut dem Verein in einer sportlich schwierigen Situation nicht gut."

Harte Worte, mit denen sich Rummenigge und insbesondere Hoeneß in diesen Tagen konfrontiert sehen.

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