Ankunft in Beverly Hills So wohnt und trainiert der FC Bayern in Los Angeles

Trainer Niko Kovac versammelt sein Team zu Beginn der ersten Trainingseinheit im UCLA Drake Stadium. Foto: fcbayern.com

Die Bayern sind in Los Angeles gelandet – und wandeln in der Welt von Marilyn Monroe und Leonardo DiCaprio. Viel Zeit bleibt den Stars nicht: Gleich am ersten Tag stehen Training und Termine an.

 

Beverly Hills/München - Endlich ist der FC Bayern dort, wo er hingehört. In Hollywood. Genauer gesagt in Beverly Hills, dem Wohnort zahlreicher Hollywood-Stars mit der Luxus-Einkaufsstraße Rodeo Drive. Die Bayern im Land der Schönen und Reichen – das passt doch. Sie sind ja auch ganz schön reich.

Marilyn Monroe begrüßt die Bayern-Stars

Vor dem Eingang des Mannschaftshotels "Four Seasons Los Angeles At Beverly Hills" begrüßt einen Marilyn Monroe. Die US-amerikanische Filmschauspielerin und Sängerin, das Sexsymbol des 20. Jahrhunderts, wurde in Los Angeles geboren – und verstarb auch dort mit nur 36 Jahren. Die Statue der Monroe vor dem Hotel zeigt die weltberühmte Szene aus dem Film "Das verflixte 7. Jahr", in der sie über einem U-Bahn-Lüftungsgitter steht und ihr Rock hochgeweht wird.

Und die Bayern? Was wirbeln sie auf im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, auf ihrer neun-tägigen US-Tour in der Sommer-Vorbereitung? Am Montagnachmittag Ortszeit waren sie nach zwölfeinhalb Stunden Flug von München auf dem Los Angeles International Airport der kalifornischen Metropole gelandet. Am frühen Abend ging's zum ersten Training. Die Beine auslaufen, die Glieder ausschütteln.

Keine Zeit für Historie und Häschen

Trainer Niko Kovac, der auf dem Flug mit Sponsor Qatar Airways nach eigener Aussage rund vier Stunden geschlafen hatte, ließ die 26 Spieler an der University of California (UCLA) antreten. Das "Drake Field", ein kleines Leichtathletik-Stadion, liegt ebenfalls auf dem Uni-Gelände – und damit an einem historischen Ort, dem Geburtsort des Internet. Genau hier wurde vor knapp 40 Jahren die erste Nachricht zwischen zwei Computern (mit Kabel allerdings) übertragen, die hunderte Kilometer voneinander entfernt standen.

Und hier gibt es den Parkplatz, von dem ein wichtiger Shuttle-Service betrieben wird. Vom Transportation Office der UCLA fahren die Limousinen zur Playboy-Villa. Wenn's schee macht…

Die Bayern-Profis haben für Historie & Häschen keine Zeit. Nach einer kurzen Fitness-Einheit unter der Leitung von Prof. Dr. Holger Broich wurden Trainingsspielchen auf dem Kleinfeld gemacht, rund 75 Minuten dauerte die erste Einheit auf US-Boden.

Kovac und der neue Co-Trainer Hansi Flick trainierten danach am Campus-Gelände noch eine Weile mit Jugendlichen im Rahmen der "Adidas Tango League". Am Abend standen zahlreiche Medien-Termine für die Bayern-Profis an, trotz Jetlag und neun Stunden Zeitverschiebung. Da müssen sie durch.

"Solche Reisen sind alternativlos. Das ist ein Muss in diesen Zeiten", sagte Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge in Los Angeles, "wir haben mittlerweile fünf oder sechs US-amerikanische Sponsoren, die von uns erwarten, dass wir uns auch global präsentieren."

Beverly Hills: Sehr spießig, sehr teuer

Und 150 US-amerikanische Fanklubs lechzen nach Authentizität. Die Interviews fanden im Mannschaftshotel statt. Gelegen am Doheny Drive, tatsächlich in LA. Doch das edle Haus gibt sich den Beinamen Beverly Hills – klingt ja besser. Beverly Hills, das Mekka der US-Filmindustrie, ist eine eigene Stadt, kein Stadtteil von LA, West Hollywood ist die Nachbar-City.

Beverly Hills wirkt sehr europäisch, man sieht sogar - anders als in weiten Teilen von Auto-Staat Kalifornien -  Fußgänger auf den Straßen. Eine konservative Gegend, sehr spießig, sehr teuer. Neben Schauspielern und Filmproduzenten leben dort Anwälte und Ärzte.

Im "Four Seasons" finden stets die Preview-Interviews für die Hollywood Movies statt, kürzlich erst gab sich Superstar Leonardo DiCaprio für den Film "Once Upon a Time in Hollywood" die Ehre. Rund 80 Prozent der Filmstars leben in Beverly Hills.

Also: Kurze Anreise, Interviews im Stakkato-Stil, zack, zack, ein Termin nach dem anderen. Zehn bis 15 Minuten, der Nächste bitte. Javi Martínez bekam etwas mehr Zeit, um mit Basketball-Star Carmelo Anthony über persönliche Trainings-Rituale zu sprechen. Von den Bayern-Profis waren Kapitän Manuel Neuer und Thomas Müller am meisten gefragt bei den US-Medien. Welcome to Hollywood!

Lesen Sie hier: Warum der FC Bayern in den USA mit einem anderen Gesicht aufläuft

 

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