Löwe lässt sich hinreißen TSV 1860: Welche Sperre Efkan Bekiroglu nach der Spuckattacke droht

Deutliche Worte: Efkan Bekiroglu (Mi.) vom TSV 1860 und die Braunschweiger. Foto: imago/MIS

Die polarisierende Szene des Löwenduells: Efkan Bekiroglu vom TSV 1860 spuckt Braunschweigs Benjamin Kessel an. Zuvor soll es Beleidigungen gegen den Spielmacher und ein weiteren Löwen gegeben haben. Sechzig will sich wehren – doch die Strafe durch das DFB-Sportgericht könnte hart ausfallen.

 

München/Braunschweig - Sie hätten auf dem Rasen zu Matchwinnern werden können. Auf der einen Seite: Löwe Efkan Bekiroglu vom TSV 1860, als er einen Traumpass auf Benjamin Kindsvater spielte, der Sechzigs einzige echte Möglichkeit aus dem Spiel heraus hatte – und das 2:0 vergab.

TSV 1860: Eklat in der Nachspielzeit

Andererseits Löwe Benjamin Kessel von Eintracht Braunschweig, als er die Partie mit der letzten Aktion des Spiels hätte drehen können – und in die Wolken haute. Stattdessen der Eklat in der Nachspielzeit – wohl mit folgenschweren Konsequenzen.

"Emotionen gehören zum Fußball dazu. Aber sowas ist aufs Schärfste zu verurteilen", verurteilte Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel, was Bekiroglu beim 1:1 im Eintracht-Stadion nach Schlusspfiff getan hatte. Der 23-Jährige marschierte direkt zu Abwehrspieler Kessel und spuckte dem Braunschweiger aufs Trikot – Lama statt Löwe. Was folgte, waren weitere Szenen, die auf dem Rasen nichts zu suchen haben: Die Kontrahenten, durch das Wappentier vereint und den Eklat entzweit, bildeten ein Rudel weiß-blauer und blau-gelber Löwen – die Fratze des Fußballs, die für Bekiroglu Folgen haben wird.

Schiedsrichter Eric Müller hatte zwar keinen Eintrag im Spielberichtsbogen getätigt, doch dem 1860-Akteur droht auf Basis erster Einschätzungen und vergangener DFB-Urteile in vergleichbaren Fällen wohl eine Sperre von zwei bis vier Spielen.

TSV 1860 will sich gegen drohende Sperre wehren

Doch so einfach ist die Lage der Dinge aus Sicht der Sechzger nicht zu bewerten, denn: Wo eine Reaktion, da auch ein Auslöser. "Ich habe gehört, dass vorher unschöne Worte gefallen sind auf dem Platz. Die will ich hier nicht wiedergeben", stellte Gorenzel bei "Magenta Sport" klar.

Mit anderen Worten: Der Mittelfeldspieler der Giesinger musste sich angeblich wüste Beleidigungen anhören - und nicht nur Bekiroglu, wie Gorenzel tags darauf auf AZ-Nachfrage konkretisierte: "Vor dieser sicherlich nicht zu entschuldigenden Aktion von Efkan sind unschöne Worte gefallen. Nicht nur gegen ihn, auch gegen Nono Koussou und von mehreren Spielern des Gegners."

Gorenzel wolle Bekiroglus Unsportlichkeit auf keinen Fall verharmlosen, doch der Österreicher stellt unmissverständlich klar: Sechzig wird sich gegen die drohende Sperre wehren und dem Verband die Auseinandersetzungen in aller Deutlichkeit schildern.

Phillipp Steinhart schimpft in Richtung BTSV

Auch Torschütze Phillipp Steinhart schimpfte am Mikrofon von "Magenta Sport" in Richtung BTSV: "Es gab das ein oder andere Wortgefecht. Ich weiß auch nicht, warum manche Personen sowas fallen lassen müssen, aber das gehört anscheinend dazu bei denen."

Daniel Bierofkas Reaktion fiel anders aus: Der Sechzig-Coach zeigte nicht mit dem Finger auf den Gegner, sondern auf seinen Schützling. "Ich möchte mich bei Eintracht Braunschweig, bei André Schubert, bei dem Spieler für die Entgleisung meines Spielers Efkan Bekiroglu offiziell entschuldigen", sagte Bierofka: "Das darf einfach nicht sein diese Aktion, die er da gemacht hat. Ich habe ihm schon ganz klare Worte in der Kabine gesagt."

Man vertrete "gewisse Werte bei Sechzig München", daher dürfe "sowas in unseren Reihen einfach nicht vorkommen".

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