30 Jahre nach der "Plätze-Studie" Hingucker-Plätze: Wo München verschönert wird

Die Gehwegplatten sind fertig, die Bäume aber fehlen noch in der Sendlinger Straße, die sollen im Herbst folgen. Foto: Baureferat

Mehr Grün, Bänke und Gemütlichkeit: So werden Sendlinger Tor, Frauenplatz & Co.. Ein Blick auf Münchens (künftige) Hingucker-Plätze.

 

München - Manches dauert Jahre bei der Stadt, aber am Ende wird es gut. Fast 30 Jahre ist es her, dass die "Plätze-Studie" eine lange Reihe von hässlichen Münchner Plätzen aufgelistet hat. Viele sind noch immer schiach (wie der Rotkreuzplatz), bei einigen ist etwas vorangegangen. Willibaldplatz, Lilienstraße, Siegestor, St.-Pauls-Platz (dafür hatte die Rathaus-SPD 2013 Umbauten für rund zwölf Millionen Euro beantragt) sind kein urbaner Verhau mehr, sondern Orte, an denen man sich aufhalten mag. Auch an der Sendlinger Straße geht es vorwärts und an der Frauenstraße bald los.

Die nächsten auf der Wunschliste der SPD: Barer Straße, Esperanto-, Europa-, Loretto- und Bonner Platz. Dort könne man, glaubt Fraktionschef Alexander Reissl, in zwei Jahren starten, wenn der Stadtrat zustimmt. Ein Blick auf (künftige) Hingucker-Plätze.

Neue Brunnenbecken an der Frauenkirche

Er ist ein zugiges Stück München in allerfeinster Lage: der Brunnen am Frauenplatz vor dem Augustiner Klosterwirt, eingerahmt von rauen, schweren Granitsteinen. Was das Eckerl (neben den kalten Fallwinden, die von den Türmen der Frauenkirche herunterwehen) unwirtlich macht, ist die Brunnengestaltung. Die Steine trennen das Wasser zur Fußgängerzone hin so ab, dass man den Brunnen von dort kaum sehen kann. Nach vorne hin kommen deshalb neue Brunnenbecken zusätzlich hin, mit ein bisserl Glück ist nächstes Frühjahr Baubeginn.

Barrierefrei vorm Sendlinger Tor

Für Stöckelschuhträgerinnen und vor allem für Rollstuhlfahrer ist der Sendlinger-Tor-Platz mit seinem 70er-Jahre-Kopfsteinplaster auch vor dem aktuellen Baustellenwahnsinn mit Kränen und Bauzäunen eine Herausforderung gewesen. Die Zukunft sieht so aus: Bauminseln, Sitzgelegenheiten und ein fugenfreier, fixierter Kiesbelag ohne Gefälle. Stolpern und Straucheln ziemlich ausgeschlossen.

St.-Pauls-Platz: Rosa Bäume statt Autos

Der St.-Pauls-Platz vor der katholischen St.-Pauls-Kirche nahe der Theresienwiese ist über Jahre ein urbaner Verhau mit viel Straße und noch mehr abgestellten Autos gewesen. Aber bald wird’s geradezu idyllisch. 60 Parkplätze fallen hier weg, die Straße vor dem Hauptportal wird viel schmaler. Stattdessen werden dort Bänke stehen, Wiesen wachsen und rosa Kirschbäume blühen. Ein schmuckes, neues Fleckerl in der sonst recht grauen Ludwigsvorstadt.

Sendlinger Straße: Autofrei – nur das Grün fehlt (noch)

Die Geschäftsleute, Bewohner und Passanten haben viel Geduld gebraucht in den letzten Monaten. Sie haben Lärm und Dreck ertragen in der Sendlinger Straße, Bauzäune und Gerüste wie bei einem Hindernislauf umgehen und stets aufpassen müssen, nirgendwo zu stolpern.

Nun ist ein Ende des 3,5-Millionen-Euro-Umbaus in Sicht, auf den 300 Metern zwischen Herzog-Wilhelm- und Hackenstraße lichtet sich das Chaos – und es ist abzusehen, dass es gemütlicher wird in der erweiterten Fußgängerzone ohne die Autos.

Nur, wie grün wird es da eigentlich noch? Auf den Visualisierungen sind Bäume zu sehen, die Schatten spenden, in den Plänen ist von sechs Stück die Rede, die von Rundbänken umgeben sein sollen. Dazwischen sollen Pflanzgefäße hinkommen und auch Stühle.

Zu sehen ist davon noch nicht viel. Noch granteln Anwohner und fürchten, die Straße könnte zu heiß werden in den künftigen heißen Sommern. Bei der Rathaus-SPD sieht man das gelassen. "Abwarten", sagt Fraktionschef Alexander Reissl, "nicht klagen, bevor es fertig ist." Das werde schon noch, "im Herbst".

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