Vergewaltigungsvorwurf gegen Ansbacher Stadtrat

Der SPD-Politiker Martin Porzner beteuert seine Unschuld, er habe keine Fehler gemacht. Die Ermittlungen zu dem Vorfall Ende April laufen, bestätigen die Behörden.
| Helmut Reister
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Das Rathaus in Ansbach.
Das Rathaus in Ansbach. © Daniel Karmann/dpa

Ansbach - In Ansbach gehört Martin Porzner zur Prominenten-Szene. Er ist Fraktionsvorsitzender der SPD im Rathaus, Präsident des TSV Ansbach, hauptberuflich Chef des Aschaffenburger Finanzamts - und neuerdings auch noch Beschuldigter in einem Strafverfahren. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der Vergewaltigung.

Porzner beteuert gegenüber AZ seine Unschuld

In einem Telefonat mit der AZ beteuert Porzner am Donnerstag seine Unschuld. "Es gibt kein Fehlverhalten von mir", erklärt er und zeigt sich überzeugt, die Anschuldigungen zeitnah entkräften zu können.

Sein Anwalt, so Porzner, habe bisher aber noch keine Akteneinsicht erhalten, so dass er über die genauen Vorwürfe auch nichts sagen könne. Die Anzeige erstattete Porzners Angaben zufolge eine Frau aus seinem engen privaten Umfeld.

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Die Ermittlungen werden aufgrund der engen Vernetzung Porzners mit dem Ansbacher Beamten- und Behördenapparat von der Staatsanwaltschaft in Regensburg geführt. "Damit sollen Interessenskonflikte von vornherein ausgeschlossen werden", erklärt Ansbachs Leitender Oberstaatsanwalt, Michael Schrotberger, der AZ.

Staatsanwaltschaft Regensburg führt die Ermittlungen

Seine Kollegen in Regensburg wollen den Namen Porzner nicht in den Mund nehmen, bestätigen aber die Übernahme eines Ermittlungsverfahrens gegen eine bekannte Ansbacher Persönlichkeit. Markus Pfaller, Sprecher der Regensburger Staatsanwaltschaft, bestätigt ferner, dass ein Sexualdelikt Gegenstand dieser Ermittlungen sei.

Die Tat soll sich in der letzten Aprilwoche zugetragen haben, Anzeige erstattete die Frau einige Tage später, am 5. Mai. Auch sie gehört zur Ansbacher Schickeria und kennt Martin Porzner schon seit längerer Zeit.

Von ihrem Ehemann, einem bekannten Geschäftsmann, lebt sie getrennt. Zu dem Fall wollte sich ihr Anwalt derzeit nicht äußern.

Als Reaktion auf die Anzeige und die Einleitung des Ermittlungsverfahrens lässt Porzner, der von 2014 bis 2020 Bürgermeister war, sein Amt als Präsident des TSV Ansbach ruhen - auf Wunsch seiner Vorstandskollegen, wie es in der Erklärung seines Anwalts heißt.

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