Thüringen: Bayerischer FDP-Fraktionschef fordert Neuwahlen

München (dpa/lby) - Nach der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thüringen hat der bayerische FDP-Fraktionschef Martin Hagen den Vorgang nun scharf kritisiert. "Dass ein demokratischer Politiker mit Hilfe von Rechtsradikalen in ein Regierungsamt gewählt wird, ist inakzeptabel", sagte Hagen am Donnerstag im Landtag in München.
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Martin Hagen, bayerischer FDP- Fraktionsvorsitzender, gibt ein Interview. Foto: Matthias Merz/dpa/Archivbild
dpa Martin Hagen, bayerischer FDP- Fraktionsvorsitzender, gibt ein Interview. Foto: Matthias Merz/dpa/Archivbild

München (dpa/lby) - Nach der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thüringen hat der bayerische FDP-Fraktionschef Martin Hagen den Vorgang nun scharf kritisiert. "Dass ein demokratischer Politiker mit Hilfe von Rechtsradikalen in ein Regierungsamt gewählt wird, ist inakzeptabel", sagte Hagen am Donnerstag im Landtag in München.

Unmittelbar nach Kemmerichs Wahl am Vortag hatte er noch einen Beitrag mit Jubel-Posen auf Instagram gepostet. Später veröffentlichte er auf Facebook ein Statement, in dem er erklärte, Kemmerichs Wahl sei "weder ein Grund für Euphorie noch für reflexhafte Empörung". CDU, SPD, Grüne und FDP müssten einen Weg finden, wie man der Verantwortung fürs Land gerecht werde.

Am Donnerstag ging Hagen weiter auf Distanz und erklärte: "Wir als bayerische FDP-Fraktion sind überzeugt: Thomas Kemmerich hätte die gestrige Wahl unter diesen Umständen nicht annehmen dürfen. Wir erwarten in Thüringen einen Neustart im Sinne von Neuwahlen." Hagen betonte, er sage dies namens und im Auftrag seiner Fraktion und auch aus persönlicher Überzeugung.

In einem Facebook-Video von Donnerstagmorgen erklärte Hagen, bei der überraschenden Nachricht von der Wahl eines FDP-Politikers zum Ministerpräsidenten habe er sich natürlich gefreut. Die Freude sei ihm aber im Hals stecken geblieben, als er die Hintergründe realisiert habe. "Mit einer Nacht Abstand" müsse er nun sagen, Kemmerich hätte die Wahl nicht annehmen dürfen, betonte Hagen.

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